,

Polster: „Ich war lange sehr enttäuscht vom FC“


Toni Polster spielte für den 1. FC Köln und Borussia Mönchengladbach. Der Österreicher fühlt sich noch immer mit beiden Klubs verbunden. Vom FC war er lange enttäuscht, wie er nun erklärte. Zwar wünscht er sich insgeheim eine Rückkehr in die Bundesliga. Der Trainer eines Wiener Drittligisten hat daheim aber sportliche Sorgen, die ihn am Samstag wohl auch am Besuch in Müngersdorf hindern werden. 

Köln – Nicht mehr viele FC-Fans erinnern sich heute noch daran, dass Toni Polster im Sommer 1993 aus Spanien nach Köln wechselte. Von Rayo Vallecano, wo er 14 Mal in der Vorsaison getroffen hatte, nachdem er wieder ein Jahr zuvor 15 Mal für Logrones und davor sogar 56 Mal in 106 Spielen für den großen FC Sevilla getroffen hatte. Polster war einer der größten Knipser der spanischen Liga, ehe er nach Köln kam – und dort viele Jahre einen Heldenstatus inne hatte.

Es folgten 165 Pflichtspiele und 87 Tore für den 1. FC Köln. Polster, der sich den Spitznamen Toni-Doppelpack verdiente, doch trotz seiner Tore den Abstieg im Sommer 1998 nicht verhindern konnte. Polster, der von den Fans lange gefeiert wurde, dann aber das sinkende Schiff in Richtung Borussia Mönchengladbach verließ. Polster, der nun erklärte, er wäre damals gerne in Köln geblieben, wenn man ihn nicht weggeschickt hätte, obwohl er eigentlich die Zusage bekommen hatte, nach seiner aktiven Karriere am Geißbockheim weiter beschäftigt zu sein.

Ich habe lieber in Köln gespielt

„Ich habe lieber in Köln gespielt“, sagte der heute 55-Jährige nun zu Sport1. „Die Kölner hätten mich nicht verkaufen müssen. Ich hatte noch einen Vertrag und hätte auch in der 2. Liga gespielt.“ Der FC habe sich nach Polsters Erinnerungen aber dafür entschieden, für einen 34-Jährigen noch eine Millionen-Ablöse (zwischen zwei und drei Millionen Mark) einzustreichen, anstatt mit Polster in Liga zwei zu gehen. „Es war immer geplant, dass ich nach meiner aktiven Zeit in Köln eine Funktion im Klub übernehmen sollte, doch dann hat sich keiner im Klub mehr daran erinnern können. Deshalb war ich lange sehr enttäuscht vom FC.“ Er habe schriftlich nichts in der Hand gehabt, stattdessen habe „Gladbach mir dann die Möglichkeit gegeben, nach der Karriere im Fußball weiter tätig zu sein. Das, was man mir in Köln nicht zugestanden hat“.

Lob für Rose und Beierlorzer

Heute ist Polster beim österreichischen Drittligisten SC Wiener Viktoria, wo er bereits seit 2014 als Chefcoach aktiv ist. Den Traum Bundesliga hat er zwar noch nicht aufgegeben, würde gerne als Trainer oder Sportchef nach Deutschland zurückkehren. Die Tür hat sich in den letzten Jahren aber nicht geöffnet. Stattdessen sah er nun mit Marco Rose einen jungen Trainer aus Österreich nach Gladbach wechseln, mit Achim Beierlorzer den Regensburger Übungsleiter zum FC. Für Polster genau die Richtigen an der richtigen Stelle. „Ich fand beide Verpflichtungen im Sommer richtig gut. Marco Rose und Achim Beierlorzer haben nachgewiesen, dass sie sehr gute Fußballlehrer sind. Ich denke auch, dass beide menschlich absolut zu ihren Klubs passen.“

Theoretisch hätte Polster sogar die Möglichkeit, am Samstag beim Derby in Müngersdorf zu sein. Sein Team spielt erst wieder am kommenden Dienstag. Doch Polster ist in Wien keineswegs sorgenfrei. Nach zuletzt fünf Niederlagen in Folge liegt die Viktoria in der Regionalliga Ost auf dem letzten Tabellenplatz.

0 Kommentare

Hinterlasse einen Kommentar

Willst du an der Diskussion teilnehmen?
Mache mit!

Schreibe einen Kommentar