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Selbstbewusst ins Spitzenspiel gegen den Tabellenführer

Die U21 des 1. FC Köln verpasste am vergangenen Wochenende zwar den Sieg beim Tabellenletzten VfB Homberg. In der Tabelle der Regionalliga West rangiert die Mannschaft von Trainer Mark Zimmermann aber auf einem starken vierten Tabellenrang. Am Samstag kommt nun der Tabellenführer SV Rödinghausen ins Franz-Kremer-Stadion. Ein Topspiel, das vor der Saison so niemand erwartet hatte.

Köln – Vor einem Jahr sah die Lage beim 1. FC Köln düster aus. Die U21 hatte nach neun Spielen noch immer keinen Sieg eingefahren. Unter Trainer Markus Daun lief nichts zusammen, einige Stammspieler waren verletzt, zudem rief kaum ein Kölner auch nur annähernd sein Potential ab. Fünf Unentschieden, vier Niederlagen – bekanntlich sollte es über die gesamte Hinrunde so weitergehen, ehe erst in der Rückrunde unter André Pawlak die Wende gelang und der FC die Klasse hielt.

Nach einer desolaten Hinrunde gelang dem FC das Unglaubliche: Unter Pawlak gewann der FC elf seiner 17 Spiele in 2019 und wurde sogar Rückrunden-Meister. Eine überragende Leistung, die kaum jemand für möglich gehalten hatte, die aber Hoffnung machen sollte auf die Saison 2019/20. Vorausgesetzt, es würde dem neuen Trainer Mark Zimmermann gelingen, die neu formierte Mannschaft mit den nachgerückten Spielern aus der U19 schnell an die Regionalliga gewöhnen. Nach neun Spielen und damit einem Viertel der Saison ist klar: Es ist gelungen.

Dem Abstiegskampf entkommen?

Neun Spiele, fünf Siege, ein Unentschieden, drei Niederlagen – mit dieser Bilanz und 16 Punkten hat sich der FC auf Rang vier der Regionalliga West einsortiert, neun Punkte Abstand liegen bereits zu den Abstiegsrängen, und weil mit der SG Wattenscheid 09 am 1. Oktober ein weiterer Konkurrent neun Punkte wegen einer anstehenden Insolvenz abgezogen bekommen wird, scheinen die Geissböcke dieses Jahr guten Gewissens sagen zu können: Der Abstiegskampf wird ohne die U21 des 1. FC Köln stattfinden. Zumindest, sofern Zimmermann seine Elf dauerhaft auf Kurs halten kann.

Danach sieht es aber aktuell aus. Der neue Trainer hat sich in kürzester Zeit ein hohes Standing in der Mannschaft erarbeitet, auch die Unruhe durch den kurzfristigen Abschied von Co-Trainer Kevin McKenna und die Installation von Thomas Klasen ließ das Team nicht an sich heran. Zwar profitierte die U21 zwischenzeitlich von der Hinzunahme einiger FC-Profis wie Salih Özcan, Niklas Hauptmann und Benno Schmitz. Zuletzt kam die Zimmermann-Elf dann aber ohne Profis aus, lediglich die beiden Youngster Darko Churlinov und Noah Katterbach bekamen ihre Einsätze in der vierten Liga. Das Duo, ebenso wie die beiden Torhüter Brady Scott und Julian Krahl, gehört aber ohnehin noch in die offizielle Altersklasse der U21.

FC-Gegner strebt die Dritte Liga an

Zwar verlor die U21 vor zehn Tagen gegen Borussia Dortmund mit 0:3 und verpasste in Homberg den nächsten Dreier. Das nächste Spiel jedoch ist für die Zimmermann-Elf ein Highlight und ein echtes Kräftemessen. Der kommende Gegner führt die Tabelle zusammen mit Rot-Weiß Essen an und wird bislang seiner Favoritenrolle überaus gerecht. Der SV Rödinghausen zählt zu den professionellsten Viertligisten Deutschlands, hat im Frühjahr seine Profiabteilung in eine eigene Fußball-GmbH ausgegliedert und ist in den vergangenen Jahren aggressiv gewachsen. Der Verein steht laut eigener Aussage finanziell auf gesunden Füßen und strebt den Aufstieg in die Dritte Liga an – sofern man es als wirtschaftlich sinnvoll erachtet. Im Herbst will man entscheiden, ob man die Drittliga-Lizenz beantragt oder selbst im sportlichen Aufstiegsfall noch einmal verzichtet. „Auch wenn wir ein hochmodernes Stadion besitzen, reicht dieses bei weitem nicht für die Dritte Liga aus. Die kalkulierten Kosten für den Ausbau des Häcker Wiehenstadions und der Infrastruktur stellen sehr hohe Investitionen dar, die für uns derzeit nicht zu stemmen sind“, hieß es von Vereinsseite noch im vergangenen Jahr.

Ob sich dies nun geändert hat? Die Ambitionen von der Mannschaft von Trainer Enrico Maaßen sind jedenfalls klar: Man will mittelfristig den Weg von Viktoria Köln in die Dritte Liga gehen, mit Luft nach oben. Sportlich tauchte man im Oktober 2018 erstmals auf der großen Fußball-Bühne auf, als Rödinghausen in der zweiten DFB-Pokal-Runde gegen den großen FC Bayern München gerade einmal mit 1:2 verlor und dem Rekordmeister einen harten Kampf lieferte. Die letzte Begegnung mit der U21 des 1. FC Köln im Mai endete mit einem klaren 3:0-Erfolg für den SV. Am Samstag ab 14 Uhr will Rödinghausen seinen Favoritenstatus untermauern. Die Kölner Überraschungsmannschaft wird aber etwas dagegen haben. Es wird ein Spitzenspiel, das vor der Saison beim FC niemand erwartet hätte. Doch man will es gerne als solches annehmen – und als Heimmannschaft mit dem Selbstbewusstsein des Tabellenvierten auftreten.

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