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Sieben Leihgeschäfte: Wer soll wiederkommen, wer soll gehen?

Der 1. FC Köln hat in diesem Transfersommer insgesamt sieben Spieler aus der Profi-Mannschaft verliehen. Drei Spieler werden wohl nicht wieder zum FC zurückkehren, zumindest ist dies nicht geplant. Die vier weiteren Kicker sollen den nächsten Schritt in ihrer Entwicklung gehen. Was danach kommt, ist offen. Nicht bei allen hat der FC das Heft des Handelns noch in der Hand.

Köln – In der vergangenen Saison verließen vier Spieler den FC auf Leihbasis. Tim Handwerker und Joao Queiros im Sommer, Yann Aurel Bisseck und Serhou Guirassy im Winter. Queiros und Bisseck wurden in diesem Sommer aus ihren bestehenden Leihen ausgelöst und direkt weiterverliehen, um bessere Chancen auf Spielpraxis zu bekommen. Bei Guirassy griff eine Kaufpflicht, es folgte der Abschied. Bei Handwerker war die Konkurrenz auf seiner Position zu groß, sodass sich der Linksverteidiger nach Nürnberg verkaufen ließ.

In diesem Sommer intensivierte Sportchef Armin Veh den Ausleih-Prozess, teils gewollt, teils gezwungenermaßen. „Es kommt nicht immer so, wie man sich das wünscht“, sagte der 58-Jährige dem GEISSBLOG.KOELN. „Wir mussten Kompromisse suchen und haben sie gefunden.“ Das Ziel für alle verliehenen Spieler ist nun gleich: mehr Spielpraxis. Die Zukunft der Spieler beim FC jedoch ist unterschiedlich. Ein Überblick:

Jan-Christoph Bartels, SV Wehen Wiesbaden, ohne Kaufoption

Jan-Christoph Bartels ist für ein Jahr nach Wiesbaden ausgeliehen. Beim Zweitligisten hat der 20-Jährige aber den Kampf um die Nummer eins zunächst verloren. Zwar hat Wehen in fünf Spielen schon 16 Gegentore kassiert und noch nicht gewonnen. Bartels muss sich aber noch gedulden. Auf der Bank kann sich Bartels aber nicht entwickeln, die Zeit drängt also. Beim FC besitzt der deutsche U-Nationaltorhüter noch einen Vertrag bis 2021. Die Geissböcke wollen nach GBK-Informationen bis zum Herbst abwarten, ehe man mit Bartels und Wiesbaden darüber spricht, ob der Torhüter möglicherweise im Winter weiterverliehen wird.

Yann Aurel Bisseck, Roda Kerkrade, ohne Kaufoption

Yann Aurel Bisseck besitzt beim 1. FC Köln noch einen langfristigen Vertrag bis 2022. Nach einem verlorenen Halbjahr in Kiel ohne Spielpraxis wechselte er nun nach Kerkrade, wo er in der niederländischen Zweiten Liga auf mehr Einsätze hofft. Seine Leihe nach Kiel war der Beweis, dass ein solches Vertragskonstrukt nicht immer funktionieren muss. In der Regionalliga mit der Kölner U21 hätte sich Bisseck eher entwickelt. Nun der Versuch in Kerkrade, doch beim FC ist man sich einig: Der 18-Jährige hat gerade erst angefangen, die wichtigsten Stufen in Richtung Profi-Laufbahn zu nehmen. Das Potential ist groß, die Hoffnungen auch.

Jannes Horn, Hannover 96, mit Kaufoption

Der 1. FC Köln hätte Jannes Horn in diesem Sommer gerne verkauft. Der 22-Jährige konnte sich nicht durchsetzen, steht aber nach seinem Sieben-Millionen-Transfer 2017 mit einer Teilablöse in den Kölner Büchern. So war eine Leihe letztlich die wirtschaftlich sinnvollere Variante, da niemand bereit war, eine große Summe für Horn auf den Tisch zu legen. Der Linksverteidiger ist nun ein Jahr nach Hannover ausgeliehen. 96 verfügt über eine Kaufoption. Unabhängig davon, unter welchen Umständen die Niedersachsen diese ziehen könnten, verfügt Horn beim FC noch über einen Vertrag bis 2022. Gesichert ist sein dauerhafter Abschied also nicht.

Tomas Ostrak, TSV Hardberg, ohne Kaufoption

Im Gegensatz zu Horn ist Tomas Ostrak beim TSV Hardberg so untergekommen, wie man sich das beim FC erhofft hatte. Der 19-Jährige kam beim österreichischen Erstligisten in den ersten fünf Spielen dreimal als Joker zum Einsatz, spielte im Pokal über 120 Minuten durch. Am vergangenen Wochenende durfte der offensive Mittelfeldspieler erstmals von Beginn an ran. Der TSV gewann mit 3:1 in Pölten, Ostrak steuerte seine erste Torvorlage bei. Seine Leihe könnte sich auszahlen, zumal der Tscheche bis 2022 in Köln unter Vertrag steht.

Salih Özcan, Holstein Kiel, mit Kaufoption

Salih Özcan dagegen hat zwar seinen Vertrag in Köln bis 2021 verlängert, sich aber nach Kiel ausleihen lassen – inklusive Kaufoption. Sollte der 21-Jährige also genau die Entwicklung nehmen, die eine Leihe bringen soll, würde Holstein ihn sich wohl sichern. Der FC hat bei Özcan nicht mehr den Daumen drauf, obwohl die Geissböcke der Kaufoption nur ungern zugestimmt hatten. Andernfalls wäre der zentrale Mittelfeldspieler wohl schon in diesem Sommer fest gewechselt.

Joao Queiros, Willem II, Kaufoption unbekannt

Ja, Joao Queiros gehört auch noch in diese Liste. Der Portugiese war zu Sporting Lissabon II ausgeliehen worden, wo er aber nicht glücklich wurde. Nun spielt er bei Willem II in der niederländischen Eredivise. Bislang stand er zwar immer im Kader, saß aber nur auf der Bank. Dafür spielte er zweimal in der Beloften Eredivise für die Reserveteams. Beim FC spielt das aber praktisch keine Rolle mehr. Obwohl der 21-Jährige noch bis 2022 in Köln unter Vertrag steht, soll er keine Zukunft mehr am Geißbockheim haben. Sporting Lissabon II hatte eine Kaufoption. Ob Willem II nun eine hat, ist nicht bekannt.

Frederik Sörensen, Young Boys Bern, mit Kaufoption

Für Frederik Sörensen hat sich der Wechsel nach Bern gelohnt. Bei den Young Boys stand der Däne in der Champions-League-Qualifikation sowie zweimal in der Liga in der Startelf. Verloren hat Bern mit Sörensen noch nicht. Der 27-Jährige darf also wieder Fußball spielen. Das wird ihm – und seinem Marktwert – helfen. In Köln besitzt der Däne zwar noch einen Vertrag bis 2021. Der FC hätte den Innenverteidiger aber gerne bereits in diesem Sommer verkauft. Es fand sich nur kein Abnehmer. Nun die Leihe nach Bern inklusive Kaufoption. Eine Rückkehr scheint schwer vorstellbar.

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