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Ersatzspieler machen Druck – aber reicht das für die Startelf?


Nicht alle Spieler haben derzeit einen leichten Stand beim 1. FC Köln. Vincent Koziello, Lasse Sobiech und Niklas Hauptmann sind in dieser Bundesliga-Saison noch gänzlich ohne Einsatzminute. Am Donnerstag durfte sich das Trio beim Testspiel gegen Viktoria Köln von Beginn an unter Beweis stellen. 

Köln – Eine Viertelstunde war im Sportpark Höhenberg absolviert, da lag der 1. FC Köln gegen die zwei Klassen tiefer spielende Viktoria von den anderen Rheinseite schon mit zwei Toren in Führung. Am Ende wurde es ein bitterer Abend für den Drittligisten, der sich gegen den Stadtrivalen deutlich mehr erhofft hatte. Achim Beierlorzer hingegen zeigte sich nach der Partie mehr als zufrieden mit dem Auftritt seiner Mannschaft, in der sich insbesondere die Spieler, die in dieser Saison bislang noch zu wenig Einsatzzeit gekommen waren, präsentieren durften.

Neuformierte Abwehr hält dicht

So konnte vor allem Benno Schmitz mit der Anfangsphase zufrieden sein, hatte der Rechtsverteidiger doch die ersten beiden Treffer vorbereitet. In der vierten Minute sorgte der 24-jährige mit seiner Flanke von rechts für das Eigentor von Dominik Lanius. Nur wenige Minuten später legte er mit seinem Eckball das 2:0 von Marco Höger auf. Allgemein präsentierte sich Schmitz, der derzeit hinter Kingsley Ehizibue zurücksteht und nur bei dessen Sperre gegen Hertha BSC zum Einsatz kam, in einer guten Verfassung. Seine rechte Abwehrseite hatte der ehemalige Leipziger bis auf einen Wackler gegen Carratala Jimenez zu Beginn der Partie im Griff und schaltete sich immer wieder klug in die Offensive ein.

Ebenso seine Gegenspieler im Griff hatte Lasse Sobiech. Der Abwehrhüne blieb bislang sechs Mal ohne Einsatz und schaffte es im Derby gegen Gladbach nicht mal in den 20-Mann-Kader. Gegen die Viktoria lieferte der Innenverteidiger allerdings eine fehlerfreie Partie und gewann so gut wie jeden seiner Zweikämpfe. Trotzdem dürfte es der 28-jährige in dieser Saison schwer haben, seinen Status als Innenverteidiger Nummer vier los zu werden. Auch Youngster Ismail Jakobs, der nach seiner Verletzung erstmals wieder in einem Spiel auf dem Platz stand, löste seine Aufgabe auf der linken Seite ordentlich und ließ im Verbund mit der neuformierten Abwehr keine Chance des Gegners zu. Darüber hinaus hätte der Linksverteidiger beinahe das 1:0 erzielt, als Patzler im Tor der Viktoria seinen Schuss gerade noch zur Ecke klären konnte.

Da waren sehr gute Aktionen dabei

Im zentralen Mittelfeld durfte sich am Donnerstag Vincent Koziello neben Marco Höger beweisen. Der Franzose war sehr umtriebig, ließ sich immer wieder zwischen die Ketten fallen und war für seine Mitspieler stets anspielbar. Mit einem öffnenden Pass auf die rechte Seite zu Benno Schmitz leitete der Mittelfeldspieler zudem das 1:0 ein. Das 4:0 durch Anthony Modeste nach einem cleveren Freistoßtrick konnte der 23-jährige sogar direkt vorbereiten. „Da waren sehr gute Aktionen von ihm dabei“, lobte Achim Beierlorzer hinterher, sagte aber auch: „Wir haben auch manchmal gesehen, was er noch anders machen kann.“ Nichtsdestotrotz dürften die 90 Minuten Spielpraxis gegen einen ambitionierten Drittligisten für Koziello, der gegen den FC Bayern sogar überraschend aus dem Kader geflogen war, von enormer Bedeutung gewesen sein. Ebenso wie für Niklas Hauptmann, der in in dieser Saison wie Koziello und Sobiech noch keinen Bundesliga-Einsatz zu verzeichnen hat. Im ersten Durchgang agierte der Mittelfeldspieler über die linke Seite, in der zweiten Halbzeit zog der 23-jährige nach der Auswechslung von Marco Höger vermehrt ins Zentrum neben Koziello. Seine auffälligste Aktion hatte der ehemalige Dresdener in der 18. Minute, als er einen Freistoß aus 17 Metern und halbrechter Position an den Innenpfosten hämmerte. Aber auch Hauptmann konnte sich am Ende des Tages noch über einen Assist freuen, als er in einer Umschaltsituation Simon Terodde aus der eigenen Hälfte heraus auf die Reise schickte und dieser mit einem gefühlvollen Lupfer zum 5:0 abschloss.

Insgesamt war Beierlorzer nach dem Spiel mit der Leistung aller Akteure zufrieden. Insbesondere die Einsatz- und Laufbereitschaft lobte der Trainer. Diese hatte Beierlorzer jedoch in den letzten Wochen auch vermehrt gefordert und immer wieder angesprochen. Auch fehlte ihm zeitweise der Druck von denjenigen Spielern, die derzeit hinten dran sind. „Am besten ist es, wenn es mir unheimlich schwer fällt, am Spieltag die ersten Elf auszuwählen und den Kader zu bestimmen, weil alle Top-Leistungen abrufen“, sagte Beierlorzer dahingehend noch einmal und betonte die Bedeutung solcher Testspiele: „Diese Spiele sind unheimlich wichtig für jeden einzelnen, der hinten dran steht.“ Trotzdem bleibt zunächst abzuwarten, ob sich die Spieler aus der vermeintlich zweiten Reihen auch für die Gegner in der Bundesliga empfehlen konnten.

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