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Katterbachs Heim-Debüt: „Warum sollte er nicht weiter spielen?“

Hat der 1. FC Köln ein neues Abwehrjuwel in den eigenen Reihen? Der zweite Bundesliga-Auftritt von Noah Katterbach am Sonntag gegen den SC Paderborn hat die Hoffnung weiter geschürt, dass der 18-Jährige beim FC eine erfolgreiche Karriere vor sich hat. Davon ist auch Sportchef Armin Veh überzeugt – und am Freitag winkt Katterbach der nächste Einsatz von Beginn an.

Köln – Als der 1. FC Köln am Montag am Geißbockheim trainierte, fehlte Birger Verstraete erneut. Der Belgier soll erst am Mittwoch oder Donnerstag nach über drei Wochen wieder ins Mannschaftstraining einsteigen. Ein Startelf-Einsatz des defensiven Mittelfeldspielers beim FSV Mainz 05 am Freitagabend ist somit praktisch ausgeschlossen.

Jonas Hector wird daher wohl erneut auf der Sechs agieren, was für Noah Katterbach einen weiteren Einsatz hinten links in der Viererkette bedeuten würde. Verdient hätte sich der 18-Jährige diese dritte Startelf-Nominierung in Folge ohne Frage. Gegen Paderborn blieb Katterbach bis auf wenige Momente defensiv stabil und traute sich auch offensiv etwas zu. „Ich bin sehr glücklich und dankbar mein erstes Heimspiel bestritten zu haben“, schrieb Katterbach später bei Instragram. „Ich danke meiner Familie und allen, die mich auf diesem Weg begleitet haben und begleiten. Die Atmosphäre war atemberaubend.“

Veh lobt Katterbach

Vor ausverkauftem Haus hatte der Linksverteidiger nur zweimal ernsthaft gewackelt, jeweils einen gröberen Fehler pro Halbzeit in seinem Spiel gehabt. Ansonsten sah man bei Katterbach, was das FC-Eigengewächs schon auf Schalke gezeigt hatte: Mit 11,3 Kilometern war der deutsche U19-Nationalspieler einer der laufstärksten Kölner, mit 76 Prozent Passquote und 67 Prozent Zweikampfquote bestätigte er den sicheren Eindruck, den man von außen gewinnen konnte.

„Ein Bundesliga-Trainer stellt die bestmögliche Mannschaft auf, um zu gewinnen. Wenn Noah die Klasse nicht hätte, würde er nicht spielen“, sagte nach der Partie Armin Veh. Der Sportchef sprach in ähnlich hohen Tönen vom 18-Jährigen wie zwei Wochen zuvor Achim Beierlorzer nach dem Spiel auf Schalke. „Wir vertrauen Noah. Er ist intelligent und völlig klar im Kopf. Der flippt jetzt nicht aus und glaubt, er ist Stammspieler. Er hat auf Schalke gut gespielt und hat auch heute gut gespielt. Warum sollte er dann nicht weiter spielen?“

Noah ist ein Signal an die anderen Talente

Am Freitag in Mainz darf Katterbach aufgrund des noch immer nicht fitten Verstraete hoffen, wieder von Beginn an aufzulaufen. Dass der Youngster, der seit der U8 beim FC spielt, nun in eine derart präsente Rolle gerückt ist, freut Veh. „Wenn solche Talente da sind, haben wir auch eine Durchlässigkeit aus dem Nachwuchs zu den Profis. Noah ist ein Signal an die anderen Talente. Und der Trainer setzt damit ein Zeichen, dass ihm das Alter egal ist.“ Mit seinen 18 Jahren steht Noah Katterbach erst ganz am Anfang seiner Profi-Karriere. Doch die jetzige Phase beim FC könnte zu einer entscheidenden Zeit für den Linksverteidiger werden.

9 Kommentare
  1. Holger says:

    Da deutet sich endlich mal wieder ein echtes FC Juwel an :-)
    Und der Seitenhieb auf Churlinov ist auch passend :-)
    „Der flippt jetzt nicht aus und glaubt, er ist Stammspieler“
    Vielleicht hätte Churlinov ja schon längst mehr Einsätze bekommen, wenn er kein so hohes Anspruchsdenken hätte.
    Ich hoffe er fängt sich, denn er wäre eine sehr gute Alternative zu Kainz.
    Da sieht man den Unterschied der Trainer, Anfang konnte in der 2. LIGA keine Talente einbauen, Beierlorzer schafft dies in der 1.Liga :-)
    Das macht Hoffnung und bringt Zuversicht für die Zukunft!

    • FC Neukoelln says:

      Haha – stimmt, den Seitenhieb hätte ich fast überlesen. Das mit Churlinov sehe ich ganz ähnlich. Hier wurde sich doch kürzlich noch am „Alpha-Armin“ und „Beierloser“ eifrig abgearbeitet – bloß weil sie ihren pädagogischen Bildungsauftrag ernst genommen haben und dem jungen, talentierten Nachwuchsspieler Churlinov aufgezeigt haben, wie man es eben nicht macht. Ich glaube tatsächlich, dass er schon mehr Einsätze gehabt hätte, hätte er sich nicht so divenhaft gegeben. Vielleicht fällt ja jetzt der Groschen. Vielleicht war er einfach nur schlecht beraten.

  2. Karl Heinz Lenz says:

    Ich stoße mich immer an der Bezeichnung „Juwel“ für unsere Nachwuchsspieler. Setzt den Jungs keine Flausen in den Kopf! Wenn der junge Katterbach ein guter Bundesliga-Profi würde, dann wäre das schon eine tolle Sache. Ein Abwehr-Juwel sein, das ist aber noch einmal etwas anderes. Beim FC waren zum Beispiel Schneĺlinger, Wilden, Weber und Kohler Abwehr-Juwelen. So weit ist Katterbach noch nicht. Es würde mich aber mächtig freuen, wenn er irgendwann so weit ist. Bis dahin: Lasst den Jungen in Ruhe sich entwickeln. Wir hatten beim FC schon jede Menge junger „Juwelen“, die heute kein Mensch mehr kennt.
    Mein Wunsch für Katterbach: Gegen Mainz wieder aufstellen! Der gute Hector auf die Sechs.

    • FC Neukoelln says:

      Richtig, Karl Heinz. Flach spielen, hoch gewinnen. Der junge Katterbach wird sich auch wieder hinten anstellen müssen, sobald Verstraete fit und Hector auf den LV zurückkehrt. Weil ein formstarker Hector wie zuletzt einfach nicht zur Disposition steht.
      Möglich wäre in Zukunft je nach Spielverlauf eine taktische Rochade wie früher auf rechts, als Risse auf den (dafür ausgewechselten) RV abgekippt ist um vorne neue Offensivpower zu bringen. Also Katterbach rein, dafür Hector dann zusätzlich mit ins Mittelfeld.

    • Gerd Mrosk says:

      Die wird er definitiv bekommen,auch wenn er nicht Stammspieler ist,da bin ich mir relativ sicher.Hector steht nicht zur Disposition und für mich Verstraete und Skhiri auch nicht,also wirds die Spielpraxis als backup wie bisher ,praktisch ein Lehrjahr mit Praktikum,wenn ich richtig liege.wichtig ist doch fester Bestandteil der Mannschaft zu sein mit 18 Jahren.

    • Boom77 says:

      Das stimmt. Fakt ist aber auch, dass junge Fußballer nicht in der 1. Profisaison 30 Spiele über jeweils 90 Minuten machen müssen, um sich zu entwickeln. Bei dem einen oder anderen hier, hat man aber in der Vergangenheit den Eindruck gewonnen, dass genau diese Erwartungshaltung besteht.

      Auch ein Lionel Messi hat in seiner 1. Profisaison 2004/2005 in der Liga nur 7 Einsätze mit insgesamt 45 Minuten gehabt. Dazu kamen ein Einsatz über 90 Minuten in der CL und ein Einsatz über 73 Minuten im Pokal. In seiner 2. Saison waren es dann zwar schon mehr, aber auch „nur“ 17 Spiele mit insgesamt 912 Minuten, was 53 Minuten pro Spiel macht. Und da reden wir von Messi… Auch ein Schweinsteiger hat übrigens in seiner 1. Profisaison „nur“ 14 Erstligaspiele gemacht (das sind etwas mehr als 49 Minuten pro Spiel) und wurde in dieser besagten 1. Saison bei den Profis noch 23 mal in der Regionalliga Süd (dort etwas mehr als 73 Minuten pro Spiel) eingesetzt. Der war sich dafür auch nicht zu schade. Also: „Was erlaube Churlinov??“ Was denken sich so junge Spieler heute? Dass sie insgesamt besser sind als ein Messi oder Schweinsteiger oder andere Fußballgrößen, die genau diesen Weg gehen mussten und gegangen sind?

      Conclusio: Katterbach macht alles richtig und der FC macht mit Katterbach – und übrigens auch mit Churlinov und den anderen – alles richtig. Wenn die spieler so weit sind un der Mannschaft helfen können, spielen sie. Sind sie noch nicht so weit, spielen sie halt noch nicht. Punkt. Übrigens hat Katterbach, der ja auch verletzt war, nach 8 Spieltagen schon zwei Spiele über 90 Minuten gemacht. Wenn man das hochrechnen würde (so wird es in der Realität sicher nicht kommen), wären das nach 34 Spieltagen mindestens 8 Spiele mit mehr als 720 Minuten. Also alles gut :)

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