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Veh: „Wenn es der Gerechtigkeit dient, ist es okay“

Armin Veh konnte endlich durchatmen. Der Sportchef des 1. FC Köln freute sich nach dem 3:0 (1:0) der Geissböcke gegen den SC Paderborn sichtlich über den so wichtigen Dreier. Nach dem Spiel lobte der Kölner Geschäftsführer seinen Trainer für die taktische Umstellung, erklärte aber auch: „Ich glaube nicht, dass wir das 4-2-3-1 die gesamte Saison durchziehen werden.“ 

Aus Müngersdorf berichten Sonja Eich und Marc L. Merten

Das sagte Veh über…

…die drei Minuten bis zur VAR-Entscheidung: „Ich konnte die Szene von der Tribüne aus nicht erkennen. Man hofft in einem solchen Moment ja nur, dass wir das 1:0 auch wirklich gemacht haben. Darauf warte ich dann gerne so lange. Wenn es der Gerechtigkeit dient, ist es okay so.“

…das erste Spiel ohne Gegentore: „Das war fast noch wichtiger als die drei Tore vorne. Die Null ist wichtig, damit die Mannschaft sieht, dass sie mit mehr Laufarbeit weniger Gegentore bekommt, weil sie auch weniger Chancen zulässt.“

…die Systemumstellung auf 4-2-3-1: „Man muss sehen, was vorher war. Wir haben in München 0:4 verloren und dann zuhause gegen Hertha 0:4 verloren. Deswegen war es aus meiner Sicht notwendig etwas zu ändern. Auf diese Konstellation mussten wir reagieren. Ich glaube aber nicht, dass wir das 4-2-3-1 jetzt die gesamte Saison durchziehen werden, sondern dass wir auch wieder mit zwei Spitzen spielen werden. Allerdings hat der Trainer diese Entscheidung auch getroffen, weil wir eine ganz andere Laufleistung bringen wollten. Die haben wir gegen Schalke und auch heute gegen Paderborn mit 120 Kilometern erbracht. Wenn eine solche Umstellung erfolgreich ist, glaubt die Mannschaft daran. Wir müssen aber flexibel bleiben, müssen in der Lage sein, mehrere Systeme zu spielen.“

Noah ist jetzt ein Signal an andere Talente

…die Stürmerfrage: „Wir haben drei Stürmer im Kader, durch die wir normalerweise mit zwei Stürmern in der Startelf spielen müssten. Ich habe nicht damit gerechnet, dass Anthony Modeste heute 90 Minuten auf der Bank sitzen würde. Wir haben als Aufsteiger drei Stürmer mit großer Qualität, die andere Klubs nicht haben. Es gibt aber immer wieder Phasen, in denen ein Stürmer nicht das Selbstvertrauen hat, um der Mannschaft zu helfen.“

…den Einsatz von jungen Spielern: „Wir haben in der Innenverteidigung mit einem 20-Jährigen gespielt und hinten links mit einem 18-Jährigen. Es ist klar, dass diese Jungs noch Fehler machen. Aber ein Bundesliga-Trainer stellt die bestmögliche Mannschaft auf, um zu gewinnen. Wenn Noah Katterbach die Klasse nicht hätte, würde er nicht spielen. Wir haben große Talente, und wenn diese Talente da sind, haben wir auch eine Durchlässigkeit aus dem Nachwuchs zu den Profis. Noah ist jetzt ein Signal an andere Talente. Der Trainer setzt ein Zeichen, dass ihm das Alter egal ist. Die U19 und die U17 waren schon letzte Saison erfolgreich, jetzt sind mit der U21 alle drei Teams erfolgreich. Das ist unser Wunsch: Dass wir nicht immer nur Spieler kaufen, sondern auch ausbilden. Das ist ein guter Weg, den wir aber nur gehen können, wenn wir in der Bundesliga bleiben.“

…Noah Katterbach: „Der Trainer wollte Jonas Hector auf die Sechs stellen, was nach dem Spiel gegen die Hertha der Logik entsprach. So ist Noah reingekommen. Er kennt die Position links hinten und wir vertrauen ihm. Noah ist intelligent und völlig klar im Kopf. Der flippt jetzt nicht aus und glaubt, er ist Stammspieler. Er hat auf Schalke gut gespielt und hat auch gegen Paderborn gut gespielt. Warum sollte er dann nicht weiter spielen?“

30 Kommentare
  1. Karl Heinz Lenz says:

    Aus meiner Sicht ist der FC gut beraten, bei der Art Spiel zu bleiben, wie wir es gegen Schalke und Paderborn gespielt haben. Also mit einer eher defensiven Orientierung. Das steht uns als Aufsteiger gut zu Gesicht. Denn der Klassenerhalt steht über allem. Ich glaube nicht, dass unsere Mannschaft die Klasse zu einer offensiveren Ausrichtung hat. Von daher sehe ich auch kein Problem darin, mit nur einem Stürmer zu spielen. Ich hoffe, dass der Trainer realistisch und vernünftig bleibt und nicht irgendwelchen Spielphilosophien verfällt.

  2. Ulrich Treimer says:

    Ich habe wiederholt darauf hingewiesen, dass bei einem Spiel mit 2 Spitzen unsere Defensive zu große Probleme bekommt. Außerdem spielt doch ohnehin fast keiner mehr mit 2 Spitzen. Es wurde noch rechtzeitig die Taktik angepasst. Und endlich mal in einem Heimspiel ohne Hurrafussball (wie gegen Hertha). Jetzt sollte es kontinuierlich weitergehen. Mainz ist nicht wesentlich stärker als Paderborn.

    • CK says:

      Alles richtig bist auch nicht der einzige der das seit Wochen schreibt ;)

      2 Spitzen spielt kaum einer, Gladbach hat gegen uns mit 2 Spitzen und Raute gespielt und durch eben diese Raute Überzahl und eine viel größere Präsenz im Zentrum gehabt.

      1 echter Stoßstürmer reicht schon ;)

  3. FC Neukoelln says:

    Nicht nur abgeklärt gespielt und 3 Tore gemacht, sondern mit Terodde, Schindler und Cordoba noch 3 weitere Großchancen rausgespielt. Dabei nur eine Torchance zugelassen. Dazu das Fehlen von Mere, Verstraete und Drexler kompensiert. Hier war also nicht nur Paderborn schlecht, sondern der FC augenscheinlich gut. 3x vertreten in der kicker 11-des-Tages.
    Trotzdem erstaunlich, wie wenig hier kommentiert wird, sobald es bei uns läuft. Hier wurde vor 2 Wochen noch der Trainer zur Hölle gewünscht. Was macht ihr Griesgräme eigentlich jetzt den ganzen Tag? Für den Weltuntergang preppen? Oder kriegens jetzt Eure Freundinnen und Ehefrauen wieder vermehrt ab? Die freuen sich wahrscheinlich immer, wenn der FC verliert. „Mein Mann war heute wieder so nett zu mir. Zum Tatort gabs Mon Cherie und Eierlikör.“

      • Gerd Mrosk says:

        Die haben nicht umsonst immer Gegentore bekommen durch ihren bekannten Stil und 7 Spiele nicht gewonnen,das sagt schon einiges.Ich denke auch das Union nicht immer wieder solche Tore macht oder viel Spiele gewinnt.Dann bräuchten wir nur noch Mainz oder Augsburg hinter uns zu lassen.

        • Klio says:

          „Sommer bester TW des SPieltags…“?

          Da musst du dich irgendwo auf der Seite verlaufen haben, @Stephan. Könnte es sein, dass du da zufällig auf einen anderen Spieltag geklickt hast?

          Der Link oben führt direkt zum 8. Spieltag und bester Torwart ist da der Frankfurter Rönnow mit der Maximalpunktzahl von 100. Schau einfach noch mal hin.

        • Klio says:

          Jetzt ahne ich, was du meinst, Stephan: Du hast die „11 des Spieltags“ überscrollt und hast dir die Einzelwertung für die verschiedenen Vereine darunter angesehen. Da wird jeder Verein und dessen Spieler einzeln aufgeführt. Mönchengladbach kommt unter Nr. 1 als erstes, weil die Spitzenreiter sind (unter Sommer sind da auch nur die Mönchengladbacher aufgeführt). Den FC kann man unter Nr. 15 anklicken und in der Übersicht sehen.

          Aber wie gesagt: Darüber steht, gut erkennbar am grünen Spielfeld, die „11 des Tages“.

    • Boom77 says:

      Die müssen sich erst wieder einen neuen Namen für unseren Trainer einfallen lassen, weil das „geniale“ „Beierloser“ gerade so wenig passt. Das Spiel war toll…. wenn man das so gegen Mainz, Augsburg, Düsseldorf und Union auch so auf den Platz bekommt, mache ich mir keine Sorgen. Dann stehen wir am Ende definitiv auf Platz 15 (mehr wünsche ich mir für diese Saison gar nicht) und der Job für diese Saison wurde vom Trainerteam erledigt. Wenn wir dann noch bei anderen Teams (wie z.b. gegen Freiburg und auf Schalke) den einen oder anderen Punkt entführen, umso besser… Dann nehme ich auch Platz 13 am Ende gerne mit.

    • Gerd Mrosk says:

      Ja,war total überrascht gestern abend von der fehlenden Resonanz.Man kann sich nämlich auch mal einfach freuen als Fan,die wir hier ja alle sein wollen oder?Macht einfach mehr Spass wohl den Frust raus zu lassen,wenn die Frau zu lieb ist :-) Egal,FC ist auf einem guten Weg mit ner jungen,lernfähigen Truppe,die sich finden wird und steigern wird. Paderborn war schlecht ja,aber der FC hat auch so gut wie nichts zugelassen.Augenscheinlich schon in den ersten Minuten wie mit Überzahlspiel fast jeder Zweikampf gewonnen wurde.Das war einfach gut und tat gut.Ich hoffe noch auf 2-3 Punkte jetzt bei den 2 Auswärtsspielen dann klettern wir was weiter vom 16.Platz weg.

  4. Gerd Mrosk says:

    Um mal auf den Artikel einzugehen.Es war absolut nicht okay wie das mit dem VAR abgelaufen ist.Nur weil es mal nicht gegen uns entschieden wurde und gerecht war solls ok sein?Nein,allen blieb nach mehr oder weniger kurzer Zeit(Der Assistent hatte nach wenigen Sekunden plötzlich die Fahne oben,auf welches Signal eigentlich?)der Jubel mitten in der Kehle stecken.Immer wenn man mal meint es wäre diesbezüglich ein Fortschritt zu erkennen,wird man eines Besseren belehrt.Tore sollten grundsätzlich erst mal gegeben werden vom Schiedsrichter,sie werden ja ALLE sowieso überprüft.DANN soll der VAR verdammt nochmal nur eingreifen wenn er was gesehen hat.Dazu muss er kurz mit dem Schiri sprechen ob der was wahr genommen hat.Wenn nicht kann der Schiri gucken gehen.Das muss alles verdammt nochmal schneller gehen.Was war denn gestern?????Wer hat denn da ein Abseits gesehen und warum hebt der Assi nach gefühlten 10 Sekunden die Fahne.Kriegt der auch was aufs Ohr und wollte auf schlau machen?Nee,so geht das nicht weiter,dann kann man sich ja nur ausgiebig nach dem Schlusspfiff freuen wenns gereicht hat für was zählbares.

      • Hennes48 says:

        Da kann ich mich absolut anschließen…sehr merkwürdig, nach mehr als 5 Sekunden noch die Fahne zu heben…da ist ja selbst Manuel Neuer mit seinem üblichen „Streckarm“ bei Gegentoren deutlich schneller.
        Oft hat man tatsächlich das Gefühl, dass es gegen den FC „gerne“ doppelt kontrolliert wird…

      • Gerd Mrosk says:

        Doch das schon.Das merkt man dann vermehrt gegen Mannschaften ,die freundlichere Fans haben,wie Hoffenheim(das ganze Dorf ist da auswärts,oder Leverkusen,die nicht wissen wie man Pyro schreibt.)All diese Versuche durch neue Regeln was zu bewirken stelle ich in Frage.Die Torlinientechnik fällt mir jetzt spontan ein,die 53 Jahre zu spät kommt,aber sonst?Lassts alles wie es ist und spuilts Fussball

  5. Gerd Mrosk says:

    Bleibt uns nur übrig,das alle über guten Fussball von uns reden,vllt kommts dann irgendwann zum Umdenken und dazu ,das wir ne Bereicherung für die Liga sind und unsere Fans nicht halb so schlimm,wie sie landab,landab gemacht werden

  6. DeKa says:

    So wie der Videobeweis angewendet wird, ist es nur eine Farce. Der VR sollte nur als Unterstützung dienen. Die finale Entscheidung muss der Schiedsrichter auf dem Platz treffen, nachdem er sich persönlich die Fernsehbilder angeschaut hat. Das im Videokeller Entscheidungen getroffen werden, die der Platzschiri einfach so übernimmt, ist nur ein schlechter Witz. Aber so lässt es sich besser bescheissen.

  7. Boom77 says:

    Na, das ist wohl etwas die Retourkutsche dafür, dass man in den Augen vieler es gerade uns zu verdanken hat, dass der VR gekommen ist. Und diesen Eindruck kann man auch durchaus haben. Seit dem „Handtor von Hannover“ waren es maßgeblich auch immer wieder Verantwortliche des FC, die in der öffentlichen Wahrnehmung bei jeder Entscheidung (beginnend mit diesem Handtor) darauf hingewiesen haben, dass es solche Fehlentscheidung nicht geben dürfe und man hierfür ein Mittel zur Vermeidung (eben den Videobeweis) benötigt. Da mag sich nun mancher Schiri gerade im Keller denken: „Wegen Euch sitze ich hier in dem Keller. Da werdet ihr schon sehen, was ihr davon habt.“ ;)

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