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Die FC-Gesichter eines turbulenten Jahres 2019

Die FC-Gewinner des Jahres

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Der 1. FC Köln hat ein bewegtes Jahr hinter sich. In 2019 stieg der FC wieder in die Bundesliga auf, zerlegte sich politisch aber in alle Einzelteile. Ein Auf und Ab, im Sportlichen wie im Vereinsklima, das vier Profi-Trainer sah, zwei Sportchefs, drei Präsidenten sowie eine Vielzahl an High- und Lowlights. Wer waren die Gesichter der vergangenen zwölf Monate? Wer waren die Gewinner, wer die Verlierer? 

Die FC-Gewinner des Jahres

Jhon Cordoba ist endlich angekommen beim 1. FC Köln. Das Jahr 2019 war sein großer Durchbruch bei den Geißböcken. Nach schweren anderthalb Jahren vom Sommer 2017 bis Herbst 2018 ging es erst am Ende der Hinrunde 2018/19 so richtig los. 2019 dann explodierte der Kolumbianer. 13 seiner 20 Saisontore in der Zweiten Liga erzielte er in der Rückrunde. In der neuen Saison sind es neben einem Treffer im DFB-Pokal inzwischen auch vier Tore in der Bundesliga. Überhaupt seine ersten vier Treffer für den FC in Liga eins – alle vier zuhause (Hoffenheim, Augsburg, Leverkusen, Bremen). Sie sollen nur die Ankündigung dessen sein, was Cordoba 2020 mit dem und für den 1. FC Köln erreichen will.

Meiko Sponsel wird den 16. Juni 2019 in seinem Leben nicht mehr vergessen. Es ist der Tag, da der Rechtsverteidiger die U17 des 1. FC Köln zur Deutschen Meisterschaft schießt. Jacob Jansen erzielt die ersten beiden Treffer beim 3:2-Finalsieg über Borussia Dortmund, nach dem zwischenzeitlichen Ausgleich ist es Sponsel, der in der 47. Minute den Siegtreffer erzielt. Die U17 ist erstmals seit 2011 wieder Deutscher Meister, Sponsel der Siegtorschütze und damit das Gesicht des Titelgewinns. Umso bitterer, dass sich der frisch gebackene Deutsche Meister im zweiten Spiel der neuen Saison bei der U19 schwer an der Schulter verletzt und für den Rest des Jahres ausfällt.

Jan Thielmann, Noah Katterbach, Ismail Jakobs und Darko Churlinov heißen in der Bundesliga-Hinrunde die vier Debütanten bei den FC-Profis aus dem eigenen Nachwuchs. Willkommen in der Bundesliga! Insbesondere Thielmanns Debüt sticht heraus, als erster 2002er-Jahrgang überhaupt in der Bundesliga, als zweitjüngster Spieler in der Vereinsgeschichte des 1. FC Köln hinter Yann Aurel Bisseck und als Symbol für jene Talente aus der U17 und U19, die in den nächsten Jahren die Chance bei den Profis bekommen sollen.

Überhaupt zählt die gesamte Nachwuchsabteilung des 1. FC Köln zu den größten Gewinnern des abgelaufenen Jahres. Die U17 holt die Deutsche Meisterschaft, die U19 gewinnt den FVM-Pokal, die U21 rettet sich zunächst in einer überragenden Rückrunde vor dem Abstieg, ehe nun alle drei Mannschaften bärenstarke Hinrunden in der neuen Saison spielen. Beim FC wächst eine große Generation an Talenten heran: Die U16 ist Tabellenführer der B-Junioren Mittelrhein, die U17 ist Tabellenführer der B-Junioren Bundesliga, die U19 ist Tabellenführer der A-Junioren Bundesliga und die U21 liegt auf einem starken fünften Platz in der Regionalliga. Selbst beim FC kann man sich nicht mehr daran erinnern, wann der gesamte Nachwuchs letztmals so gut aufgestellt war – nicht nur in den Ergebnissen, sondern auch personell.

Alexander Wehrle hat das Jahr 2019 längst nicht ohne Probleme hinter sich gebracht. Der Finanz-Geschäftsführer muss sich einige Fragen gefallen lassen, da seine Kernprojekte (Geißbockheim-Ausbau, Stadionfrage) arg ins Stocken geraten sind und diese Saison finanziell mit einem dicken Minus beendet werden wird. Doch Wehrle ist einmal mehr bei allen vereinspolitischen Turbulenzen als Sieger hervorgegangen. Niemand sitzt so fest im Sattel wie der 44-Jährige. Der Vorstand ist seinem Werben um Horst Heldt gefolgt, hat ihm nach der Posse um Armin Veh öffentlich den Rücken gestärkt und auch in der China-Frage Wehrles Kurs zumindest generell unterstützt. Wehrle ist ohne Zweifel der mächtigste Mann beim 1. FC Köln.

Eigentlich hätte Werner Spinner als einer der großen Verlierer in diesem Jahr gelten können. Sein Abschied im März ist schmutzig, nachdem Armin Veh und Markus Ritterbach den Präsidenten abgesägt haben. Doch inzwischen erscheint Spinners Rolle im Rückblick klarer: Spinner hat kommen sehen, was später tatsächlich geschieht. Die Trennung von Markus Anfang, die Fehler des Sport-Geschäftsführers Veh. Hätte der FC bereits im Frühjahr unter Spinner die Reißleine gezogen und sich von Veh getrennt, wäre ein geordneter Neuaufbau im Sommer möglich gewesen. Doch statt des Strategen Spinner setzen sich zunächst seine Vizes Ritterbach und Schumacher durch und folgen Veh scheinbar blind. Spinner dagegen hat sich zurückgezogen. Sein brieflich verlesener Abschied auf der Mitgliederversammlung ist stilvoll, ganz im Gegensatz zu jenem seiner ehemaligen Vizepräsidenten. So gilt Spinner inzwischen als heimlicher Gewinner des Chaos‘ auf höchster Vereinsebene.

Willi Breuer ist ein Urgestein beim 1. FC Köln und hat große Erfolge mit den Geissböcken gefeiert. Als Nachwuchstrainer hat er Lukas Podolski und Lukas Sinkiewicz nach oben gebracht, später ist er zweimal mit den FC-Frauen in die Bundesliga aufgestiegen. Nun tritt Breuer als Bundesliga-Trainer ab. Zum Jahresende übergibt er seine Arbeit an Sascha Glass, bleibt den FC-Frauen aber erhalten und will im Hintergrund daran arbeiten, dass die Geissböcke in der Bundesliga bleiben und sich als Frauen-Mannschaft auch innerhalb des 1. FC Köln noch stärker etablieren. Breuer, der sich seit vielen Jahren auch im Behindertensport engagiert und dafür 2007 das Bundesverdienstkreuz am Bande erhält, will nun kürzer treten. Das hat sich der 65-Jährige verdient.

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