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Keine Besserung in Sicht: Verdiente Niederlage in Berlin


Auch das dritte Spiel unter Markus Gisdol konnte der 1. FC Köln nicht gewinnen. Beim Mitaufsteiger Union Berlin unterlagen die Geißböcke verdient mit 0:2 (0:1). Dem FC fehlte es die gesamte Partie über an Ideen und Leidenschaft gegen kämpferisch starke Berliner. Der Rückstand auf die Eisernen beträgt nun schon elf Zähler. 

Aus Berlin berichtet Marc L. Merten

Horst Heldt schob die Favoritenrolle vor dem Duell gegen Union klar den Gastgebern zu. Die Eisernen wollten davon im Vorfeld aber nichts wissen, obwohl der Mitaufsteiger den Geißböcken vor dem 14. Spieltag bereits acht Punkte enteilt war und die letzten drei Heimspiele in Folge ohne Gegentreffer für sich entscheiden konnte. Beim FC wollte und musste man unbedingt den ersten Sieg unter Markus Gisdol einfahren, um den Anschluss an die Nicht-Abstiegsplätze wiederherzustellen.

Ausgangslage

Markus Gisdol musste seine Elf im Vergleich zum 1:1 gegen Augsburg auf drei Positionen verändern: Jonas Hector und Rafael Czichos fehlten in Berlin gesperrt, Ismail Jakobs blieb aufgrund muskulärer Problemen in Köln. Dafür rückten Noah Katterbach und Kingsley Ehizibue in die Startelf. Lasse Sobiech kam zu seinem ersten Einsatz in dieser Saison und ersetzte Rafael Czichos. Darüber hinaus durfte Jhon Cordoba nach seinem starken Auftritt und dem Treffer gegen Augsburg für Modeste von Beginn an ran.

Moment des Spiels

Es lief die 73. Minute an der Alten Försterei. Die Berliner führten bereits mit 2:0, dem FC fiel überhaupt nichts ein, da holte der gerade erste eingewechselte Anthony Modeste 18 Meter vor dem Tor einen Freistoß raus. Eine gute Position für Florian Kainz, der bereits mehrfach gezeigt hatte, aus solchen Positionen für Gefahr sorgen zu können. Ein Treffer hätte noch einmal für eine spannende Schlussphase sorgen und die Kölner möglicherweise aufwecken können. Doch sinnbildlich für das Spiel und die gesamte Saison rutschte Kainz bei der Ausführung weg und beförderte am Ende mehr Rasen als Ball auf das Tor.

Die wichtigsten Szenen

Die Anfangsphase in der Alten Försterei hatte nur wenig nennenswertes zu bieten. Die Kölner verteidigten die erwarteten hohen Bälle konzentriert und ließen keine gefährliche Aktion der Berliner zu. Nach 14 Minuten kam Ehizibue nach einem langen Ball von Bornauw im Strafraum aussichtsreich in Position, brauchte beim Abschluss aber zu lange und verlor so den Ball. Gefährlich wurde es erstmals in der 24. Minute: Aus knapp 22 Metern brachte Verstraete einen direkten Freistoß auf den Kasten von Rafael Gikiewicz, doch mit einer dankbaren Flugeinlage lenkte der Berliner Schlussmann den Ball um den Pfosten. Nur zwei Minuten später spitzelte Terodde die Kugel mit der Fußspitze nach einer Hereingabe von Drexler knapp am Tor vorbei. In der 29. Minute trat Verstraete erneut zu einem Freistoß an, dieses Mal allerdings direkt an der Strafraumkante. Der Belgier zirkelte den Ball erneut um die Mauer, wieder aber war Gikiewicz zur Stelle. Die erste Chance für die Gastgeber hatte Andersson, nachdem Verstraete wegrutsche und der Schwede aus 20 Metern abzog. Horn konnte den Schuss aber zur Ecke klären. Diese brachte Trimmel in der 33. Minute vors Tor, Andersson setzte sich im Kopfballduell gegen Terodde durch und traf zur Unioner Führung. Die Kölner waren nach dem durchaus überraschenden Gegentreffer geschockt und zunächst unsortiert. Dabei hatten die Geißböcke Glück, dass Union nach einem eigenen Eckball eine Kontersituation mit vier gegen eins schlecht zu Ende spielte.

Zur zweiten Halbzeit brachte Gisdol Louis Schaub für den schwachen Ehizibue und hoffte damit die spielerische Qualität in seinem Team erhöhen zu können. Fünf Minuten nach Wiederanpfiff leistete sich Höger 30 Meter vor dem eigenen Tor aber einen Mega-Bock, Andersson umkurvte Horn und schob den Ball über die Linie. Das sagte zumindest die Uhr von Schiedsrichter Patrick Ittrich. Bornauw hatte den Ball zuvor noch von die Linie gekratzt, doch die Torlinientechnik signalisierte, dass die Kugel mit vollem Umfang die Linie überschritten hatte. Der zweite Gegentreffer zeigte deutliche Wirkung: Die Kölner fanden nach vorne so gut wie überhaupt nicht mehr statt und agierten in der Defensive fahrig. Nach gut einer Stunde näherten sich die Geißböcke noch einmal die Tor der Berliner an, doch Terodde scheiterte an Gikiewicz. In der Schlussphase waren die Berliner dem dritten Treffer näher als die Kölner dem Anschluss. Sinnbildlich ein Freistoß in der 73. Minute, als Florian Kainz aus 18 Metern in den Boden trat statt gegen den Ball. Somit gingen die drei Punkte am Ende völlig verdient an die Hausherren, die durch den Erfolg ihren Vorsprung nun schon auf elf Punkte ausbauen konnten.

Fazit

Zum Freuen: Gab es so richtig schon lange nichts mehr.

Zum Ärgern: Keine Idee. Kein Kampf. Keine Punkte.

Stimmung: „Lukas Podolski“-Sprechchöre und Galgenhumor aus dem Gästeblock. Mehr braucht man nicht sagen.

Mann des Tages: Wenn es beim FC einen gibt, dann Lasse Sobiech mit einem soliden ersten Bundesliga-Einsatz in dieser Saison.

Aufstellung

Horn – Schmitz, Bornauw, Sobiech, Katterbach – Höger (68. Kainz), Verstraete – Ehizibue (46. Schaub), Drexler – Cordoba, Terodde (72. Modeste)

Tore

1:0 Andersson (33.)

2:0 Andersson (50.)

 

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