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Kölscher Wahnsinn in Frankfurt: FC siegt nach 0:2 mit 4:2

Was für ein Spiel in Frankfurt! Der 1. FC Köln hat eine verrückte Partie bei Eintracht Frankfurt mit 4:2 (1:2) gewonnen, nachdem die Geissböcke nach zwei Eckbällen bereits mit 0:2 zurückgelegen hatten. Doch nach einem Gewaltschuss von Jonas Hector sorgte der eingewechselte Florian Kainz mit zwei Vorlagen für die Wende. Der Effzeh sprang dank des zweiten Dreiers in Folge auf Rang 15 und ist nun wieder mitten im Geschäft um den Klassenerhalt. 

Aus Frankfurt berichtet Jonas Klee

Vom Derbysieg gegen Bayer Leverkusen beflügelt, reisten die Geissböcke nach Frankfurt. Aufgrund der Niederlagen von Düsseldorf und Bremen am Dienstag schnupperte der Effzeh plötzlich sogar an den Nichtabstiegsrängen. Drei Punkte bei der SGE und der 1. FC Köln stünde wieder auf Rang 15. Die Kölner Bilanz der letzten Jahre in Frankfurt jedoch las sich verheerend (vier Niederlagen in Folge), und so war das Team von Markus Gisdol gewarnt.

Ausgangslage

Nach dem Erfolg über Bayer Leverkusen musste Markus Gisdol auf einer Position einen Wechsel vornehmen. Für den Gelb-gesperrten Kingsley Ehizibue brachte der FC-Coach Benno Schmitz. Darüber hinaus entschied er sich im Sturm für Jhon Cordoba und damit gegen Anthony Modeste. Weitere Wechsel blieben aus, und so spielte auch am Mittwoch wieder der 17-jährige Jan Thielmann von Beginn an auf der rechten Außenbahn.

Moment des Spiels

Florian Kainz war in der 62. Minute für Jan Thielmann eingewechselt worden. Danach ging es Schlag auf Schlag. Der FC glich aus nach einer Flanke von Kainz. Doch dann kam eine Ecken-Serie mit drei getretenen ruhenden Bällen von Kainz. Beim dritten, der insgesamt zehnten Ecke der Geissböcke, kam der Ball schnell zu Kainz zurück. Dieser zog in den Strafraum und passte flach vor das Tor. Rafael Czichos ließ in der Mitte durch. Dominick Drexler spritzte am langen Pfosten vor seinen Gegenspieler und schob den Ball über die Linie. Danach rannte die ganze Mannschaft zu den Fans. Das 3:2 war die Wende, nachdem sich die Kölner zurückgekämpft und am Ende alles auf Sieg gesetzt hatten.

Die wichtigsten Szenen

Schon in der zweiten Minute musste der FC durchatmen: Hinteregger kam nach dem ersten Eckball der Frankfurter unbedrängt zum Kopfball und verpasste nur um Zentimeter die Führung. Doch nur vier Minuten später war es passiert: Bornauw ließ sich bei der nächsten Ecke von Hinteregger weglocken, dieser nahm den Ball kurz an und versenkte unhaltbar aus acht Metern (6.). Der frühe Schock für die Gisdol-Elf und wieder einmal ein Fehlstart bei der Eintracht. Danach fand der FC zwar ins Spiel, doch außer eines Cordoba-Kopfballs (16.) blieben die Geissböcke zunächst ungefährlich. Ganz im Gegensatz zur Eintracht: In der 30. Minute gab es wieder einen Eckball von Filip Kostic. Diesmal verlor im Zentrum Hector sein Duell gegen Paciencia, und so stand es nach einer halben Stunde 0:2. In der Folge war Frankfurt dem dritten Treffer näher, doch kurz vor der Pause kamen die zwei Minuten des Jan Thielmann: Erst vergab er nach einem Drehschuss aus 18 Metern. Dann passte er beim nächsten Angriff ins Zentrum zu Hector und dieser zog einfach mal ab. Aus über 30 Metern, abgefälscht von Touré, schlug der Ball zum 1:2 hinter Wiedwald im Frankfurter Tor ein. Der FC war zurück im Spiel und konnte zur Halbzeit wieder auf etwas Zählbares hoffen.

Die zweite Hälfte begann mit einer nicht mehr so starken Eintracht, aber auch mit Kölnern, die dies nicht ausnutzen konnten. Nach einer Stunde reagierte Gisdol und brachte Kainz für Thielmann. Dieser war es dann auch, der die erste Großchance vorbereitete, doch Cordoba und Jakobs verpassten dessen scharfe Flanke (70.). Nur eine Minute später legte sich Wiedwald eine Kainz-Ecke beinahe selbst ins Tor (71.). Und wieder nur eine Minute später war es dann geschehen: Kainz flankte nach einem weiteren Eckball erneut in den Strafraum, dort stand Bornauw parat und lenkte das Leder ins lange Eck zum Ausgleich (72.). Doch es ging Schlag auf Schlag: Sekunden nach dem Ausgleich musste Horn gegen Kamada in höchster Not retten und verhinderte mit einer starken Abwehr den erneuten Rückstand (73.). Und wieder nur eine Minute später war es Drexler, der die Führung für die Geissböcke aus 17 Metern vergab (74.). Doch diese sollte noch kommen: Der FC schnupperte nun am Führungstor, und tatsächlich sollte dieser in der 81. Minute fallen. Es war wieder Kainz, wieder nach einem Eckball, wieder mit einer zweiten Flanke, und diesmal staubte Drexler am langen Pfosten ab. Das 3:2 für den Effzeh, Spiel gedreht! Würde es tatsächlich reichen? Ja, es reichte, denn der FC hielt hinten dicht und nutzte den letzten Konter der Partie: Terodde schickte Modeste, dieser bediente Jakobs und das 20-jährige Eigengewächs erzielte das 4:2 und seinen ersten Bundesliga-Treffer für die Geissböcke. Ein Wahnsinn in Frankfurt: Mit dem Sieg schoben sich die Geissböcke mit 14 Punkten auf Rang 15.

Fazit

Zum Freuen: Vier Tore zum Glück – zweiter Sieg in Folge.

Zum Ärgern: Die Standard-Schwäche in Hälfte eins.

Stimmung: Pure Ekstase nach 94 Minuten!

Mann des Tages: Ganz klar Florian Kainz – eingewechselt und zwei Vorlagen zum Sieg.

Aufstellung

Horn – Schmitz, Bornauw, Czichos, Katterbach – Skhiri, Hector – Thielmann (62. Kainz), Drexler (90. Terodde), Jakobs – Cordoba (90.+2 Modeste)

Tore

1:0 Hinteregger (6.)
2:0 Paciencia (30.)
2:1 Hector (44.)
2:2 Bornauw (72.)
2:3 Drexler (81.)
2:4 Jakobs (90.+4)

43 Kommentare
  1. Harul Lulo says:

    Jaaaaaaaaaaaaaa!!!!
    So geil.
    Danke Jungs
    Die ersten 7 Minuten vergessen wir mal ganz schnell … das DARF so einfach nicht passieren … ABER danach Hut ab, super Courage gezeigt und völlig verdient gewonnen …
    Mir imponiert, wie ihr euch daraus gezogen habt (als Team)..
    Bis Samstag
    Come on effzeh

    • Gerd Mrosk says:

      Muss ehrkich gestehen,bei sowas kommen ir altem Hasen auch noch die Glückstränen,klar der Allohol spielt da auch rein,aber ich hab Jakobs schon in ner ersten grottigen Halbzeit schon gelobt und nachher haben alle gespürt das hier alles möglich ist,trotz 0:2. Das nenn ich Courage in so einer Tabellensituation nach 0:2 beim 2:2 voll auf Sieg zu gehen. Danke Trainer,danke Mannschaft. Liebe kennt keine Liga

  2. Immerfc says:

    Wie schön , 2 mal hintereinander voller Einsatz von 11 Mann, zudem Jugend forscht, kainz will zurück und nimmt wie es aussieht den Konkurrenzkampf an… gerne weiter so dann verzeihe ich jede Niederlage… konnt es kaum glauben mein fc mit vollem Einsatz und anschliessend zurecht Feiern lassen…

  3. Gerd Mrosk says:

    Ich hoffe dieser ekeleregende Pessimismus als wirklicher Anhänger hört mal jetzt auf hier. Keine Ahnung was alles in der Rückrunde passieren kann ,aber als FC Anhänger sollte man dran glauben,dass nicht nur alles falsch war und es möglich ist 3 hinter uns zu lassen. Und ich wiederhole es nach jedem Erfolg,der FC hat das Potential durch die Neuverstärkungen und durch die Jungs aus U 21 und U 19 hintendran,in der Liga zu bleiben. Veh hat gut eingekauft ,basta. Skhiri war heute m.E. nicht so gut,aber Bornauw und er sind mehr als Tafelsilber.

  4. mapema says:

    Großartiger Sieg. Solche zwei Siege nacheinander können einen Schub geben. Jetzt bloß weiter konzentriert arbeiten und nicht wie in den letzten Jahren die Füße hochlegen. Ein dritter Erfolg gegen Bremen und wir können mit neuem Selbstbewusstsein in die Pause gehen und dann angreifen,um den Klassenerhalt zu packen.

  5. Oliver Hartmann says:

    Ich gratuliere zum nächsten Sieg. Die Früchte was Baierlorzer versucht hat aufzubauen, trägt jetzt wohl bei Gisdol die Bäume. Das Duo ist wirklich gut. Die Nachwuchs Arbeit ist auch Sensationell, wie man in letzter Zeit gesehen hat. Wenn es nach mir geht braucht im Winter niemand holen. Jetzt heißt es konzentrieren und nochmals ein Sieg holen, denn die ersten fünf Spiele werden schwer in der Ruckrunde. Und trotzdem :Köln kann wieder Partien drehen, Köln kann auch gegen große gewinnen. Nebenbei:in der ewigen Tabelle ist Köln nur noch ein Punkt hinter Frankfurt. Das wird auch spannend. Weiter so.

  6. gregor69 says:

    @MaxMoor,hoffe du hast jetzt mal die letzten zwei Spiele gesehen warum Jonas Nationalspieler und
    Kapitaen ist!!!Er geht voran,er leitete die Wende ein in der 43.Min!!Extrem wichtig war das,glaub ja nicht
    dass ich deine Worte vergessen hab,du Spinner!
    Auf gehts,Effzeh kaempfen und siegen!

  7. Max Moor says:

    Das tue ich doch auch . Es waren aber viele Spiele zum Abgewöhnen, wo nur Cordoba meist Kämpfte und Spieler wie Höger oder Schmitz oder andere nicht gut waren . Kainz hatte ja gestern mal einen guten Tag aber nun kommt Bremen und da muss auch was passieren sonst sind wir wieder 17. und dann ist wieder vorbei mit schön reden . Also locker bleiben , Matt

  8. Boom77 says:

    Ich muss mir die Wiederholung vom Drexler-Tor nochmal anschauen. In „Superslowmotion“. Habe nämlich gar nicht mitbekommen, dass der den Ball über die Lininie „gespritzt“ hat. Der FC Neukoelln, der alte „Schmierlappen“, hat das mit seinem Kennerblick wahrscheinlich sofort gesehen :)

  9. Gerd Mrosk says:

    Die Euphorie der Eintracht ist vorbei oder sagen wir die Welle auf der sie unter Hütter geritten sind Da sieht man das erst was wächst wenn man 2-3 Jahre zusammen bleibt Die werden ne ganz schwere Rückrunde haben
    Beim FC waren übrigens gestern nur ganz wenige Spieler wirklich gut Alle haben sich was gesteigert,aber einen Gegner hatten wir auch nicht mehr in der 2. Halbzeit Doch Stephan,es gab schon bessere Halbzeiten vom FC Aber in unserer Situation ist es schon Wahnsinn diesen Mumm wieder aufzubringen Besonders hier viel gescholtene konnten mal ein wenig punkten,das tat denen gut und wird uns in der Rückrunde helfen Ich hoffe wir bekommen jetzt gegen Bremen keine Angst vor der eigenen Courage

    • mapema says:

      Frankfurt wird sich noch fangen. Sie sind momentan müde und überspielt. In den letzten Jahren war es immer ein auf und ab bei denen. Bremen ist auch stärker. Aber das heißt nichts. Schade das die üblichen Vereine wie Union, Augsburg, Mainz und Freiburg schon so weit enteilt sind.

  10. Boom77 says:

    Hach… ich kann einfach nicht aufhören… ich hoffe, die Jungs haben für den Rest der Saison gemerkt, dass es geht und, dass es nur so geht. Dann werden wir noch viel Freude an dieser Mannschaft haben. Klar, war Frankfurt platt. Aber dennoch… in den Spielen bis zum Leverkunsen Spiel haben wir uns oft diesbezüglich angepasst. Sprich, ist der Gegner weniger gelaufen, sind wir auch weniger gelaufen (und dann allzu oft noch weniger als der Gegner). Das ist endlich anders. Gegen Frankfurt sind wir fast 4 km mehr gelaufen als der Gegner! So muss das sein… nur so funktioniert es. Ich hoffe, das wurde von allen jetzt im Team verstanden.

    Aber auch die übrigen Werte gegen Frankfurt waren top! 54 % gewonnene Zweikämpfe, 56 % Ballbesitz (und dennoch mehr gelaufen als der Gegner!) und 75 % Passquote. Und das auf fremden Platz… alle Achtung, Jungs! Super gemacht!

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