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Neun-Punkte-Traum perfekt: Cordoba lässt den FC jubeln


Der 1. FC Köln hat es geschafft und den SV Werder Bremen am 17. Spieltag mit 1:0 (1:0) bezwungen. Jhon Cordoba erzielte das Tor des Tages, das den dritten Sieg in Folge bedeutete und die Geissböcke mit 17 Punkten in die Winterpause gehen lässt. Als Tabellen-15. haben die Kölner nun drei Punkte Vorsprung auf die Abstiegsränge, nachdem man vor einer Woche mit acht Zählern noch auf dem letzten Platz gelegen hatte.

Aus Müngersdorf berichten Sonja Eich und Marc L. Merten

Mit zwei Siegen im Rücken, neuem Selbstvertrauen und zwei guten Leistungen im Gepäck ging der 1. FC Köln am Samstag in das letzte Pflichtspiel des Jahres 2019. Vor Weihnachten wollten sich die Geissböcke noch einmal beschenken, die Englische Woche perfekt machen, mit einem guten Gefühl in die Winterpause gehen, nachdem die Saison bis vor wenigen Tagen noch so enttäuschend verlaufen war. Mit Werder Bremen kam ein auf den ersten Blick dankbarer Gegner nach Müngersdorf. Doch umso mehr musste der Effzeh aufpassen, wenn jemand glaubte, der SVW würde wie gegen den FC Bayern (1:6) und Mainz (0:5) Auflösungserscheinungen zeigen.

Ausgangslage

Markus Gisdol vertraute gegen Bremen im Kern jener Mannschaft, die gegen Leverkusen und in Frankfurt gewonnen hatte. Lediglich Kingsley Ehizibue kehrte in die Startelf zurück, Benno Schmitz musste dafür wieder auf die Bank. Das bedeutete, dass Jan Thielmann zum dritten Mal in Folge in der Anfangsformation stand und der FC-Trainer ein Zeichen für Kontinuität setzte und sein Vertrauen wieder in die jungen Spieler legte. Der in Frankfurt starke Florian Kainz saß also wieder auf der Bank, genauso wie Anthony Modeste und Simon Terodde, die bei der Eintracht kurz vor Schluss eingewechselt worden waren und das vierte Tor von Ismail Jakobs vorbereitet hatten.

Moment des Spiels

Der SV Werder hatte sich gegen den FC in der ersten halben Stunden hinten eingeigelt. Nach vorne machte Bremen praktisch nichts, doch defensiv standen die Bremer stabil. Mit einer Fünferkette und sehr tief verteidigte die Kohfeldt-Elf, und weil der FC kaum spielerische Lösungen fand, sah wenig nach einem Tor aus. Nur zwei Aktionen brachten den FC in gute Positionen: Es waren zwei lange Bälle von Rafael Czichos. Den ersten konnte Ismail Jakobs nicht nutzen (10.). Dann kam die 39. Minute. Dominick Drexler schlich sich im Rücken Moisanders weg. Czichos schlug den Ball perfekt über den Kopf des Bremers hinweg, Pavlenka zögerte und kam nicht raus, und so war Drexler da, wo er sein wollte. Er ließ den Ball perfekt abtropfen, Jhon Cordoba kam herbeigeeilt und drückte den Ball nur noch über die Linie.

Die wichtigsten Szenen

Der FC erlebte einen Spielbeginn, wie er ihn bis dato kaum hatte in dieser Saison. Bremen überließ den Geissböcken praktisch komplett das Spiel und wartete in der eigenen Hälfte. Köln musste also das Spiel machen und kam nach zehn Minuten zu seiner ersten Großchance. Ein langer Ball überrumpelte Bremen und Jakobs war plötzlich durch. Bedrängt misslang ihm sein Abschluss aber (10.). Fast 90 Prozent Ballbesitz hatte der FC in der ersten Viertelstunde, Bremens Fünferkette wartete tief am eigenen Sechszehner. Erst nach 20 Minuten wurden der SVW aktiver, während der FC einen Rückschlag hinnehmen musste: Jonas Hector musste nach 27 Minuten am rechten Oberschenkel verletzt vom Platz. Birger Verstraete kam für den Kapitän. Eine Schusschance von Thielmann (30.) sollte aber zeigen, dass es für die Geissböcke weiter nach vorne gehen sollte. Und so war es in der 39. Minute, als Czichos einen langen Ball perfekt in den Fuß von Drexler spielte, der zehn Meter vor dem gegnerischen Tor sofort prallen ließ und Cordoba den Ball nur noch an Pavlenka vorbei über die Linie drücken musste. Ein in seiner Einfachheit und Ausführung perfektes Tor und die so wichtige Führung für den Effzeh, mit der es auch in die Halbzeitpause ging.

Nach dem Seitenwechsel entwickelte sich ein gänzlich anderes Spiel. Plötzlich hatte der FC etwas zu verteidigen, Bremen dagegen war gefordert. Werder übernahm die Spielkontrolle, Köln setzte auf Konter. Rashica musste von Bornauw gestoppt werden, Osako von Czichos und Goller verpasste einen abgefälschten Schuss von Rashica nur knapp, bis der FC zum zweiten Mal verletzungsbedingt wechseln musste. Ehizibue hatte sich bei einem Sprint eine Oberschenkelverletzung zugezogen, für ihn kam Benno Schmitz. In der Folge entwickelte sich ein eng umkämpftes Spiel, nicht schön, nicht chancenreich, aber von beiden Seiten energisch geführt. Bremen brachte mit dem Ex-Kölner Claudio Pizarro eine weitere Offensivkraft. Als der 40-Jährige in der 82. Minute für Rashica auflegte und dieser aus 18 Metern die Latte traf, blies Werder zum Sturm. Nur eine Minute später traf Osako zum vermeintlichen Ausgleich, doch Pizarro hatte zuvor im Abseits gestanden. Gisdol brachte daraufhin Terodde für Thielmann, es galt mit aller Macht das 1:0 über die Zeit zu bringen. Timo Horn musste nach einer Ecke in der Nachspielzeit noch einmal spektakulär fliegen und parieren. Dann war Schluss, der FC hatte gewonnen und verabschiedete sich in einem feierlich erleuchteten Müngersdorf von den 50.000 Fans in die Winterpause.

Fazit

Zum Freuen: Was für ein grandioser Hinrunden-Schlussspurt!

Zum Ärgern: Zwei Verletzungen trüben das Bild.

Fun Fact des Tages: Als Pizarro schon drei Jahre in der Bundesliga spielte, kam Thielmann erst auf die Welt.

Mann des Tages: Cordoba traf nun schon vier Heimspiele in Folge.

Aufstellung

Horn – Ehizibue (63. Schmitz), Bornauw, Czichos, Katterbach – Skhiri, Hector (27. Verstraete) – Thielmann (86. Terodde), Drexler, Jakobs – Cordoba

Tore

1:0 Cordoba (39.)

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