Paukenschlag: Pokal-Held Lottner in Saarbrücken gefeuert

Vor fünf Wochen noch stürzte Dirk Lottner mit dem 1. FC Saarbrücken den 1. FC Köln noch in eine tiefe Krise. Nun musste der Pokal-Held bei den Saarländern gehen. Der FCS gab am Montagabend völlig überraschend die Entlassung Lottners bekannt – als Tabellenführer.

Saarbrücken/Köln – Einige Fans des 1. FC Köln hätten sich Dirk Lottner als neuen Trainer und Nachfolger von Achim Beierlorzer gewünscht. Doch es kam bekanntlich anders. Nun steht das FC-Idol plötzlich und völlig überraschend auf der Straße. Der 1. FC Saarbrücken entschied am Montag, dass unter Lottners Leitung der Aufstieg in die Dritte Liga „extrem in Gefahr“ sei – und das als Tabellenführer der Regionalliga Südwest.

Auf den ersten Blick erinnert die Entlassung Lottners in Saarbrücken an die Trennung des 1. FC Köln von Markus Anfang im April. Doch während Anfang zu jener Zeit vier Spiele in Folge sieglos geblieben war und schon in die dritte Krise der Saison geschlittert war, gab es in Saarbrücken nichts dergleichen zu begutachten. Die Bilanz nach 19 Spielen: 15 (!) Siege, ein Unentschieden, drei Niederlagen. Im September hatte es eine Niederlage und ein Unentschieden in Folge gegeben. Zuletzt hatte es zwar eine Niederlage beim direkten Konkurrenten SV Elversberg (0:3) gegeben, woraufhin die Lottner-Elf jedoch mit drei Siegen in Folgen die richtige Antwort gegeben hatte. Am Samstag hatte es dann ein 0:1 beim TSV Steinbach Haiger gegeben, ebenfalls ein Konkurrent im Aufstiegskampf. Der Vorsprung an der Tabellenspitze war von zwischenzeitlich acht Punkten auf nur noch zwei Zähler geschrumpft. Und so sahen sich die Verantwortlichen in Saarbrücken genötigt, die Reißleine zu ziehen.

„Wir bedauern diesen Schritt sehr, jedoch steht über allem der Erfolg des 1. FC Saarbrücken sowie die Verteidigung der Tabellenspitze in der Regionalliga Südwest bis zum letzten Spieltag und damit gleichbedeutend der Aufstieg in die 3. Liga“, erklärte Vize-Präsident Dieter Ferner. „Diesem Ziel ist alles unterzuordnen und genau dies sehen wir in der aktuellen Situation extrem in Gefahr, durch die Entwicklungen der jüngeren Vergangenheit.“ Im November hatte es zwei Niederlagen und drei Siege gegeben, zuvor im Oktober jedoch sechs Siege aus sechs Liga-Spielen sowie der sensationelle Pokal-Erfolg in der zweiten Runde gegen den 1. FC Köln. Nicht gut genug, sagten nun die FCS-Bosse. Dirk Lottner ist seit Montag nicht mehr Trainer in Saarbrücken.

7 Kommentare
  1. Ziesi says:

    Bescheuert… Saarbrücken pumpt seit Jahren extrem viel Kohle in die Truppe, spielt dementsprechend immer oben mit. Letztes Jahr sind sie am wesentlich besseren SV Waldhof Mannheim, davor in der Relegation denkbar knapp an 1860 München gescheitert. Die Jahre zuvor, mit Gurkentrainern wie Milan Sasic oder Falko Götz, haben sie wesentlich weniger aus ihrem Investment gemacht als nun mit Lotte. So bekloppt ist der Fußball… Lotte komm zurück zum Effzeh.

  2. Martin Duda says:

    Bin in Saarbrücken so gut wie vor Ort. Hier geht es seit einer halben Ewigkeit drunter und drüber im Verein. Ich kann mir ehrlich gesagt nicht vorstellen, daß es rein sportliche Gründe hat. Bin mal gespannt was man darüber in Zukunft noch hören wird.

  3. Klaus Höhner says:

    Saarbrücken ist so ein Verein wie es viele gibt in Regionalliga wie auch 3.Lige Oberhausen, Essen, Aachen, Offenbach usw.da müssen wir schon gewaltig aufpassen, soweit sind wir noch lange nicht aber!!!! Kommen wir zuLotte ab nach Köln, da gibt es einen Job, und wen es der des Torwarttrainers ist, das kann der Lotte immer.lass die Muffelländer weiter wursteln weiter in der Regionalliga.

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