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Plötzlich Favorit? Umgekehrte und doch identische Vorzeichen


Vor zwölf Tagen, nach dem erschreckenden 0:2 bei Union Berlin, lag der 1. FC Köln am Boden. Zwei Siege gegen Leverkusen und Frankfurt später muss sich der Effzeh mit einer neuen Situation arrangieren: Am Samstag im letzten Heimspiel des Jahres werden die Geissböcke plötzlich als leichter Favorit gehandelt. Doch für den FC ist das ein gutes Zeichen.

Köln – Nur ein Sieg in den letzten zwölf Bundesliga-Partien, zuletzt drei Niederlagen in Folge, davon ein 1:6 in München und ein 0:5 zuhause gegen Mainz: Der SV Werder steckt in einer Krise. Auch dem 1. FC Köln ging es vor einer Woche noch so, noch viel stärker sogar. Dann aber folgten zwei Dreier und aus Niedergeschlagenheit ist am Geißbockheim Zuversicht geworden.

Punktgleich mit je 14 Zählern stehen Köln und Bremen vor dem direkten Aufeinandertreffen am Samstag auf Rang 15 und 16. Für Bremen viel zu wenig, für den FC dagegen nach dem fatalen Start in die Saison ein guter Grund, mit Zuversicht in die Partie und auch in die Rückrunde zu gehen. „Wir haben Selbstsicherheit gewonnen und spielen auch etwas besseren Fußball“, sagte FC-Sportchef Horst Heldt am Donnerstag. Der 50-Jährige verlor aber nicht aus den Augen, dass die Geissböcke beileibe nicht zufrieden sein können. „Wir müssen es im richtigen Maße einordnen. Natürlich fühlt es sich besser an über dem Strich zu stehen, aber wir dürfen jetzt nicht denken, dass es am Samstag ein leichtes Spiel wird. Das wird eine verdammt schwere Aufgabe.“

Trotz schlechter Bilanz: Kohfeldt lobt Kölns Offensive

Aufpassen ist auf Kölner Seite also angesagt. Bremen kommt nicht nur mit dem Ex-Kölner Yuya Osako (Leonardo Bittencourt ist gesperrt), sondern auch mit einem Trainer, der nach einer Erfolgsgeschichte nur erstmals mit seiner Mannschaft in einer Krise steckt. Florian Kohfeldt gehörte bislang zu den Shootingstars der Trainergilde, muss nun erstmals mit Gegenwind klarkommen und hat diesen an die Mannschaft weitergegeben. Nach dem katastrophalen Auftritt gegen Mainz und den ehemaligen FC-Coach Achim Beierlorzer stellte sich Kohfeldt nicht mehr vor seine Mannschaft, sondern nahm diese auch öffentlich härter ran.

Wie dies bei den Spielern angekommen ist, wird man am Samstag ab 15.30 Uhr beobachten können. „Wir haben nicht exorbitant viele personelle Optionen, können aber Dinge am Ablauf und im taktischen Bereich verändern“, sagte Kohfeldt, der den FC für dessen Entwicklung lobte und aufgrund der Gegentor-Flut der letzten zwei Spiele vor der Offensive der Geissböcke warnte. „Cordoba, Modeste und Terodde sind große Stürmer, die viel Körperlichkeit mitbringen. Auf den Flügeln hat der FC Tempo und Eins-gegen-Eins-Spieler, darauf müssen wir aufpassen.“

Wir müssen jetzt höllisch aufpassen

So dreht sich also der Wind, der den Geissböcken am Samstag in den Rücken blasen und sie nach vorne katapultieren soll. Vor dem Auswärtssieg in Frankfurt noch die schlechteste Offensive der Liga, folgte nun das Lob vom Gegner für die gefährliche Kölner Angriffsreihe. Davon blenden lassen werden sich die Kölner aber wohl nicht. „Es gibt keine dankbaren Gegner in der Bundesliga“, sagte Trainer Markus Gisdol, der seine Spieler dazu anhalten dürfte, noch einmal so viel zu investieren wie gegen Leverkusen und Frankfurt. „Wir müssen jetzt höllisch aufpassen“, ergänzte Heldt. Köln gegen Bremen am Samstag zum Abschluss der Bundesliga-Hinrunde: ein Spiel mit unterschiedlichen und doch eigentlich identischen Vorzeichen. Denn für beide Teams geht es einzig und allein um den Klassenerhalt.

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