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Unterschied zu Köln: Darum gewinnt Beierlorzer mit Mainz


Viel Aufregung gab es vor zwei Wochen, als Achim Beierlorzer nach seiner Entlassung beim 1. FC Köln sofort beim 1. FSV Mainz 05 anheuerte. Zwei Wochen später hat der ehemalige FC-Trainer mit seinem neuen Klub zwei Siege gefeiert. In Köln fragt man sich: Warum funktioniert Mainz unter Beierlorzer besser als Köln unter dem 51-Jährigen? Eine Antwort liegt auf der Hand.

Köln/Mainz – Achim Beierlorzer lobte seine Mannschaft nach dem 2:1-Sieg über Eintracht Frankfurt am Montagabend euphorisch, nachdem sie gegen die SGE einen 0:1-Rückstand in der zweiten Halbzeit noch zu einem Sieg gedreht hatte. „Ich habe der Mannschaft in der Halbzeit gesagt, dass wir uns wegen des 0:1 keinen Kopf machen müssen“, sagte Beierlorzer bei DAZN. Eine Rote Karte spielte Mainz dann in die Hände. Doch auch ohne die numerische Überlegenheit wusste Mainz zu überzeugen. „Mit der Dynamik und dem Tempo, mit, ich glaube, 312 Sprints – das war schon Wahnsinn“, freute sich der ehemalige FC-Trainer. „Die Mannschaft ist gierig und will.“

In Köln dürfte man gerade diese Sätze mit Interesse verfolgt haben. Denn sie legt den Finger in jene Wunde, die man bei den Geissböcken seit Monaten nicht beheben kann: die Laufbereitschaft der FC-Profis. Gegen die Eintracht lief Mainz in den 90 Minuten über 121 Kilometer und zog über 300 Sprints an, absolute Top-Werte also. Schon in der Vorwoche, als die 05er in Hoffenheim trotz Unterzahl mit 5:1 siegten, lief der FSV trotz 45-minütiger Unterzahl nur zwei Kilometer weniger als die TSG und damit – wären sie mit elf Mann unterwegs gewesen – deutlich mehr pro Spieler als der Gegner. Der läuferische Einsatz stimmte also unter Beierlorzer und wurde mit zwei Siegen belohnt.

Die FC-Profis können laufen – aber wollen sie auch?

Während die Mainzer also ihren Gegnern unter dem neuen Trainer mit läuferischer Überlegenheit den Zahn zogen, blieb der FC gegen Augsburg einmal mehr läuferisch hinter seinen Möglichkeiten zurück. Obwohl nur knapp fünf Minuten in Unterzahl, liefen die Geissböcke zweieinhalb Kilometer weniger als der FCA. Zwei Kilometer waren es auch gegen Leipzig weniger, ein Kilometer gegen Hoffenheim und ein Kilometer gegen Düsseldorf. In der Lauf-Bilanz aller Bundesligisten liegt der FC auf dem 18. Tabellenplatz, in der Sprint-Statistik auf Rang 15 im Liga-Vergleich. Zwar lobte der neue Trainer Markus Gisdol gegen Augsburg die Bereitschaft seiner Spieler, sich in der zweiten Hälfte gegen die Niederlage gestemmt zu haben. Faktisch aber blieben die Spieler einmal mehr hinter ihren Möglichkeiten zurück.

Dass sie körperlich zu mehr im Stande wären, haben sie in dieser Saison bereits bewiesen. Auf Schalke zeigte der FC mit 116 Kilometern eine gute Laufleistung, gegen Paderborn mit fast 120 Kilometern eine sehr gute. In beiden Spielen gab es die Belohnung in Form von Punkten. Alleine an der körperlichen Fitness liegt es also nicht, dass Köln nicht nur spielerisch, sondern auch läuferisch der Musik in der Bundesliga bislang weit hinterher läuft. Oder wie es Beierlorzer in Mainz ausdrückte: „Die Mannschaft ist gierig und will.“ Das konnte er in seiner Zeit als FC-Trainer von seinen Spielern nur selten behaupten – und auch unter Gisdol hat sich dies bislang fortgesetzt.

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