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Youngster-Trio besteht: „So schlecht können sie nicht sein“


Er ist 17 Jahre alt, in der Nähe von Trier geboren und seit Samstag der erste Bundesliga-Spieler aus dem Jahrgang 2002: Jan Thielmann setzt fort, was Noah Katterbach in dieser Saison angefangen hatte. Die beiden Nachwuchsspieler des 1. FC Köln sind die jüngsten Bundesliga-Spieler der laufenden Spielzeit. Am Samstag trugen sie beide zum Derbysieg gegen Bayer Leverkusen (2:0) bei. 

Aus Müngersdorf berichten Sonja Eich und Marc L. Merten

Schon vor zwei Jahren in der Abstiegssaison 2017/18 zeichnete sich der 1. FC Köln dadurch aus, jungen Spielern eine Chance zu geben. Damals waren Verletzungsgründe entscheidend, dass Yann Aurel Bisseck der zweitjüngste Bundesliga-Spieler aller Zeiten mit 16 Jahren und elf Monaten wurde. Nikolas Nartey debütierte am gleichen Spieltag gegen Hertha BSC mit 17 Jahren und neun Monaten. Jan Thielmann war nun am Samstag 17 Jahre, sechs Monate und 18 Tage alt – und wurde von Trainer Markus Gisdol überraschend gegen Leverkusen in die Startelf berufen.

Eine Maßnahme, die sich über die letzten Wochen hinweg entwickelt, aber nicht wirklich angedeutet hatte. Thielmann hatte zwar bereits unter Achim Beierlorzer mit den Profis von Zeit zu Zeit trainieren dürfen und war auch in Testspielen zum Einsatz gekommen. Darüber hinaus jedoch hatte er kein einziges Mal im Spieltagskader gestanden, auch nicht bei Union Berlin, als Markus Gisdol einen Kaderplatz frei ließ und nur mit 19 Spielern in die Hauptstadt reiste.

Ich wollte frischen Spirit reinbringen

Nun aber belohnte Gisdol Thielmann erst mit einem Kaderplatz und und dann sogar mit einem Platz in der Startelf. Zusammen mit Noah Katterbach (18), Ismail Jakobs (20) und Sebastiaan Bornauw (20) bildete der 17-Jährige den jüngsten Teil einer 24,3 Jahre jungen Startelf. „Die Unbekümmertheit hat uns gut getan. Die Jungen sind vielleicht etwas weniger verkopft als wir“, sagte Kapitän Jonas Hector nach der Partie. Und Gisdol erklärte seine Entscheidung pro Thielmann, Katterbach und Jakobs auch mit dem Versuch den restlichen Profi-Kader aufzurütteln. „Ich bin immer gut damit gefahren, den einen oder anderen zu fördern“, sagte der FC-Coach. „Ich wollte frischen Spirit reinbringen. Und selbst wenn mal nicht alles funktioniert hat, haben sie es mit Einsatz wieder gutgemacht.“

Etablierte Profis wie Marco Höger, Louis Schaub, Marcel Risse oder Simon Terodde fanden sich auf der Bank wieder, und somit vollzog Gisdol letztlich doch personelle Konsequenzen, nachdem er bereits Florian Kainz und Kingsley Schindler zuvor aus dem Kader gestrichen hatte. Abwehrchef Rafael Czichos war nicht überrascht, dass sich die ganz jungen Spieler in der Bundesliga sofort behaupten. „Ich sehe die Jungs jeden Tag im Training. Sie geben Gas, sie sind klar im Kopf, sie tun alles dafür, um Bundesliga zu spielen“, sagte Czichos. „Mit diesen dreien haben wir heute eine richtig starke Bundesliga-Mannschaft zu Null geschlagen. So schlecht können sie also nicht sein.“

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