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Blitztor und Haaland: BVB überrollt chancenlosen Effzeh

Die Siegesserie des 1. FC Köln ist bei Borussia Dortmund jäh zu Ende gegangen. Die Geissböcke unterlagen am 19. Bundesliga-Spieltag beim BVB verdient mit 1:5 (0:2). Schon nach 52 Sekunden geriet der FC auf die Verliererstraße. Mark Uth verkürzte zwar in der zweiten Hälfte noch einmal für die Geissböcke. Doch Dortmund war am Freitagabend mehr als nur eine Nummer zu groß.

Aus Dortmund berichten Sonja Eich und Marc L. Merten

Dass der 1. FC Köln am 19. Spieltag mit 20 Punkten und als Tabellen-13. zu Borussia Dortmund reisen würde, war Mitte Dezember noch nicht vorstellbar gewesen. Doch die vier Siege in Folge zuletzt bedeuteten bekanntlich einen Erfolg, der zuletzt im Jahr 2000 geglückt war. Fünf Siege in Folge, nun mit dem Spiel in Dortmund vor der Brust, hatte es zuletzt gar in der Saison 1984/85 gegeben, damals noch mit einem gewissen Toni Schumacher im Tor. Der haushohe Favorit am Freitagabend war freilich Borussia Dortmund, Tabellen-4. und mit Haaland im Sturm neu und schlagkräftig bestückt.

Ausgangslage

Doch dieser Erling Haaland saß gegen den FC trotz seiner drei Tore vor einer Woche gegen den FC Augsburg erneut nur auf der Bank. Die Borussia spielte ebenso mit der gleichen Anfangsformation wie die Geissböcke. Der BVB im 3-4-3 mit Hazard, Reus und Sancho im Angriff. Der FC im 4-2-3-1 mit Thielmann, Uth und Jakobs hinter Cordoba. Alles wie gehabt also, und so setzte Kölns Trainer Markus Gisdol nicht nur auf die Serie, sondern auch auf die zuletzt gelebte Stabilität. Dortmunds Coach Lucien Favre hingegen hatte mit seiner Elf in Augsburg nicht zufrieden sein können und forderte Besserung.

Moment des Spiels

Der FC hatte schon in der Vorwoche gegen Wolfsburg in der ersten Minute geschlafen, da aber noch Glück gehabt. Gegen Dortmund war dies anders. Hummels passte zu Reus, dieser nahm Sancho mit. Schon war der BVB im Kölner Strafraum. Ein Querpass, ein Abschluss von Guerreiro und der Ball war nach nur 52 Sekunden im Tor. Alle Hoffnung auf ein ausgeglichenes Spiel waren dahin.

Die wichtigsten Szenen

Schockte der frühe Rückstand den FC? Nein. Nur zwei Minuten später legte Hector für Thielmann quer. Der 17-Jährige zog aus 17 Metern freistehend ab, aber am Tor vorbei. Es war also von Anfang an Feuer drin. In der 11. Minute ließ sich Köln auf links zu leicht ausspielen. Bornauw klärte gegen Sancho an der Strafraumgrenze, doch Schiedsrichter Osmers gab Elfmeter. Der FC beschwerte sich und tatsächlich intervenierte der VAR. Das Foul hatte außerhalb stattgefunden. Den anschließenden Freistoß von Reus parierte Horn stark. Die folgende Ecke köpfte Hummels an die Latte (14.). Und als der FC gerade glaubte sich ins Spiel gearbeitet zu haben, hebelte der nächste lange Ball von Hummels die Geissböcke aus. Reus war alleine durch und traf alleine vor Horn zum 2:0 (28.). Erneut versuchte sich Köln zurückzuarbeiten, war vor dem Tor aber nicht zwingend genug. Skhiri hatte in der 38. Minute noch die beste Gelegenheit, kam aber nach Zuspiel von Uth nicht richtig zum Abschluss. Auf der Gegenseite ließ Sancho eine Hundertprozentige liegen, als er alleine vor Horn am stark reagierenden FC-Keeper scheiterte (39.). So ging es noch mit dem Hauch einer Chance für den FC mit 0:2 in die Kabine.

Nach der Pause flackerte kurz Hoffnung auf. Gisdol hatte Kainz für Thielmann gebracht. Hummels segelte unter einem weiten Ball durch und Cordoba war alleine auf und davon. Der Kolumbianer legte den Ball aber an den Pfosten, und auch Jakobs brachte die Kugel nicht im Tor unter. Auf der Gegenseite machte Sancho nur eine Minute später den Sack zu. Czichos war im Eins gegen Eins überfordert und der Dortmund jagte die Kugel über Horn hinweg zum 0:3 ins Tor (48.). Da im Abstiegskampf auch das Torverhältnis zählt, musste der FC nun aufpassen nicht komplett aus dem Stadion geschossen zu werden. Uth scheiterte in der 55. und 60. Minute an Bürki, Reus zögerte auf der anderen Seite alleine vor Horn zu lange (61.). In der 64. Minute war es dann Uth zum Dritten – und diesmal saß er. Ehizibue schlug eine Flanke, der Winter-Neuzugang nahm den Ball direkt und traf zum 1:3 ins lange Eck. Was wäre wohl gewesen, wenn Hector wenige Minuten später per Kopf getroffen hätte? Gisdol witterte noch Morgenluft und brachte Modeste für Ehizibue. Sein Gegenüber Favre hatte allerdings kurz zuvor Haaland gebracht. Und dieser staubte in der 77. Minute ab, nachdem Horn einen Guerreiro-Schuss zuvor abgewehrt hatte. Elvis Rexhbecaj feierte dann noch sein FC-Debüt, doch der FC war geschlagen. Und weil Haaland noch Lust hatte, umkurvte er kurz vor Schluss Horn und schob den Ball fast von der Auslinie noch ins Tor zum 1:5-Endstand. Die Kölner Siegesserie ging so nach 90 Minuten verdientermaßen zu Ende.

Fazit

Zum Freuen: Dortmund ist nicht Kölns Messlatte.

Zum Ärgern: Das Torverhältnis ist nun noch schlechter (-15).

Stimmung: Die FC-Fans machten bis zum Schluss Betrieb, der BVB feierte Haaland.

Mann des Tages: Erling Haaland wird noch viele, viele Bundesliga-Tore schießen. Was ein Typ.

Aufstellung

Horn – Ehizibue (74. Modeste), Bornauw, Czichos, Katterbach – Skhiri, Hector – Thielmann (46. Kainz), Uth (80. Rexhbecaj), Jakobs – Cordoba

Tore

1:0 Guerreiro (1.)
2:0 Reus (28.)
3:0 Sancho (48.)
3:1 Uth (64.)
4:1 Haaland (77.)
5:1 Haaland (87.)

18 Kommentare
  1. Dieter Müller says:

    Wie oft will Gisdol Modeste noch bringen ohne das der irgend einen Effekt bringt , was macht Terodde denn ? Glückwunsch BVB , klarer verdienter Sieg, unsere Abwehr ist einfach zuschlecht, so fallen die Tore einfach zu einfach. Czichos nach wie vor fehl am Platz und völlig überschätzt, immer zu weit weg und geistig und körperlich zu langsam für die BL. Sonst eigentlich ein ordentliches Spiel und wir haben gespielt was wir können, das ist nunmal ein das was eine Mannschaft aus dem unteren Drittel so spielt, wer glaubt das mit dem Kader mehr drin ist liegt falsch .

  2. Dieter Müller says:

    Man sieht aber auch was Gisdol mit Höwedes vor hatte, Höwedes statt Czichos wäre das Spiel heut knapper gewesen, vermutlich ? Aber so ist das mit dem knappen Budget eines Investoren freien Club , das scheitert an 2 Mio am Saisonende !

    • Jose Mourinho says:

      Das sehe ich auch so und ich vermute, auch der Horst sieht das so. Höwedes hat ja beim Bundesyogi oft genug rechts verteidigt. Aber momentan hat man wohl keinen besseren und das Erbe von Veh kann man nicht in einer Winterpause aufarbeiten.

    • André Gemuend says:

      Ich hoffe auch dass er sich noch verbessert, aber ich hab heute keine entscheidenden Fehler von ihm gesehen. Die absolut entscheidenden Momenten waren hohe lange Bälle auf einlaufende, extrem schnelle, Offensivkräfte der Dortmunder in der Zentrale. Die Bälle musst Du entweder mit perfektem Timing ins Abseits stellen oder wegköpfen, im Laufduell hat da so ziemlich keine Mannschaft eine Chance gegen. Und das ist uns einfach nicht gelungen. Wenn dann drei solcher Hochkaräter aufs Tor zulaufen machst Du einfach nix mehr und siehst automatisch schlecht aus. Soweit darf es halt garnicht kommen. Die AV konnten da meiner Meinung nach wenig machen.

  3. Ostfriesenhennes says:

    Ja und Flanken kann er auch nicht so wirklich, aber ich gebe dem Jungen noch Zeit, Potenzial ist da! hoffe aber noch auf ne Leihe auf der Position, die uns verstärkt! Schindler scheint es ja dort auch nicht zu packen

  4. Frank Offermann says:

    Klar, Dortmund ist nicht der Maßstab.
    Aber 5:1 ist schon eine Klatsche, die zu denken gibt.
    Wenn es einen Beweis gebraucht hat, warum Horst Heldt bei Benedikt Höwedes nachgefragt hat, dann schaue man sich mal Raphael Czichos bei fast allen Gegentoren an…. (freier pass beim 1:0; transusig bei der Abseitsfalle beim 2:0, vernascht beim 3:0 usw…) Das ist alles ein wenig zu schnell für ihn. Und das war es auch letzte Woche schon, nur haben wir da mehr Glück gehabt. Wir haben trotz 4 Siegen Bedarf in der Abwehr, das steht außer Frage. Da hilft auch die zugegebenermaßen bessere Spielanlage unter Gisdol nicht in letzter Instanz.
    Und leider auch hat heute Horn auch keine Raumbeherrschung gezeigt. Ein guter Torwart läuft das 2:0 und das 5:1 ab. Dann wären es auch 2 weniger.
    Es ist es auch gut so, dass alles wieder runter auf den Boden kommt.
    Aber Handlungsbedarf besteht weiter hinten. Und es ist ja auch nicht das erste mal, dass Czichos Bruder Leichtfuß spielt. Tut mir leid, einfach zu langsam und dafür zu wenig Stellungsspiel. Natürlich war auch Bornauw vogelwild, aber der lernt noch.
    Dennoch können wir nicht bei jedem Top Gegner 5:1 untergehen. In Leipzig 4:1, bei Bayern 4:0 verloren. Punkte erwarte ich da nicht, aber: Das ist zuviel fürs Torverhältnis! (und hoffentlich nicht für die Moral)

  5. Ostfriesenhennes says:

    Wenn Mere die Granate wäre, hätte er sich schon längst durchgesetzt! Und es scheint ja auch nicht mal Nachfragen aus Esp zu geben, Mere ist auch zu langsam! Diese Spielersind heute nicht eher gefragt, ist leider so! Ich hoffe das man da noch an iwas dran ist

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