,

Unwort Auftaktprogramm: So will der FC die Großen ärgern


Wenn für den 1. FC Köln am Samstag gegen den VfL Wolfsburg die Rückrunde beginnt, stehen die Kölner erneut vor dem schweren Auftaktprogramm aus der Hinserie. Doch für Markus Gisdol sind die Namen der Gegner egal. Mit den drei Siegen vor Weihnachten haben die Geißböcke nicht nur neues Selbstvertrauen getankt, sondern zudem gezeigt, auch vermeintlich übermächtige Gegner bezwingen zu können. Dennoch ist das Spiel gegen den VfL nur der Beginn eines noch lang andauernden Weges. 

Köln – Mit dem VfL Wolfsburg zu Gast steht der 1. FC Köln am Samstag zum Rückrundenauftakt erneut vor dem schwierigen Auftaktprogramm. Wolfsburg, Dortmund, Freiburg, Gladbach und München heißen bekanntermaßen die Gegner, die es dem FC in der ersten Hälfte der Saison so schwer gemacht hatten, nach dem Aufstieg eine gelungene Bundesliga-Rückkehr hinzulegen. Drei Punkte holten die Kölner aus diesen ersten fünf Spielen und rutschten damit gleich zu Beginn in die Abstiegszone.

Tun gut daran, nicht wieder von dem Auftaktprogramm zu sprechen

Kurz vor Weihnachten haben die Kölner, dank dreier Siege zum Ende der Hinrunde, die Abstiegsränge verlassen können. Doch das Polster auf Fortuna Düsseldorf und Platz 16 beträgt nur zwei Punkte. Und so würde der FC gut daran tun, an seine guten Leistungen aus den letzten drei Spielen des abgelaufenen Jahres anzuknüpfen. Denn das schwierige Auftaktprogramm steht den Kölnern auch nun wieder bevor. Für Markus Gisdol hat sich der Begriff Auftaktprogramm aber inzwischen zum Unwort entwickelt. „Wir tun gut daran, nicht wieder von dem Auftaktprogramm zu sprechen“, wollte der Trainer davon am Donnerstag auf der Pressekonferenz nichts hören. Die drei Siege vor der Winterpause fuhren die Kölner schließlich auch nicht gegen vermeintliches Fallobst der Liga ein, sofern dies in der Bundesliga überhaupt zu finden ist. Mit Bayer 04 Leverkusen schlugen die Geißböcke einen Champions League-Teilnehmer, Eintracht Frankfurt fügten die Kölner überhaupt erst ihre zweite Heimniederlage der Saison zu, und mit Werder Bremen konnte ein direkter Konkurrent im Abstiegskampf bezwungen werden. „Wir haben am Ende der Hinrunde gezeigt, wie wir uns in der Liga festbeißen können, wie wir vermeintlich übermächtige Gegner in Schwierigkeiten bringen können“, sagte Gisdol selbstbewusst. „Das wollen wir jetzt jedes Spiel machen. Dafür müssen wir aber nur auf jedes einzelne Spiel schauen.“ Der FC geht also zwar mit dem nötigen Respekt in die kommende Spiele – Angst und Bange dürfte den Geißböcken ob der großen Namen mit dem neu gewonnenen Selbstvertrauen aber nicht werden.

Dieser Weg wird unglaublich lange gehen

Zumal der VfL Wolfsburg in der Hinrunde ebenfalls mit der ein oder anderen Formschwankung zu kämpfen hatte. Während die Wölfe an den ersten neun Spieltagen bei vier Siegen und fünf Unentschieden ungeschlagen blieben, folgten in den verbliebenen Spielen bis Weihnachten fünf Niederlagen. Aktuell liegt das Ex-Team von FC-Winter-Neuzugang Elvis Rexhbecaj auf dem neunten Platz. „Wolfsburg ist gespickt mit tollen Einzelspielern auf einem sehr guten Niveau. Wir werden sicher unsere beste Leistung brauchen, um gegen diesen Gegner punkten zu können“, ist sich Gisdol vor dem Spiel sicher. Insbesondere im Angriff werden die Kölner einiges an Aufwand betreiben müssen, um den Kasten von VfL-Keeper Koen Casteels in Gefahr zu bringen. Nur 18 Gegentreffer sind zusammen mit Borussia Mönchengladbach aktuell der beste Wert der Liga und unterstreichen die Defensivstärke der Niedersachsen. Doch so gut sich das Team in der Hinrunde in der Defensive präsentierte, so schwach war das Team von Trainer Oliver Glasner im Abschluss. Mit ebenfalls 18 eigenen Treffern stellen die Wölfe gemeinsam mit Fortuna Düsseldorf noch hinter dem FC die schwächste Offensive. Mit Marin Pongracic, der für zehn Millionen Euro von RB Salzburg verpflichtet wurde, verstärkte sich die Mannschaft jedoch bislang in der Winter-Transferperiode nur auf der Innenverteidigerposition.

Für die Kölner spielt die aktuelle Situation des Gegners aber ohnehin keine allzu gewichtige Rolle. Vielmehr will man sich am Geißbockheim auf seine eigenen Stärken fokussieren. Dafür muss jeder einzelne den Abstiegskampf bis ins letzte Detail annehmen. „Wir dürfen nie vergessen, wo wir gestanden haben, was wir in der Anfangszeit gemeinsam durchgemacht haben und wie wir uns versuchen daraus zu befreien“, mahnt Markus Gisdol, nach den drei Siegen das eigentliche Ziel nicht schon aus den Augen zu verlieren. Denn der Trainer ist sich bewusst, dass der Kampf um den Klassenerhalt womöglich bis zum letzten Spieltag andauern könnte. „Dieser Weg wird unglaublich lange gehen. Die Gegner werden uns keine Gefallen tun. Deswegen ist es total wichtig, dass wir uns voll und ganz auf uns konzentrieren.“ Das Erfolgsrezept, wie der Klassenerhalt am Ende gelingen könnte, scheinen die Geißböcke kurz vor Weihnachten gefunden zu haben. Auch deshalb will Gisdol nach der Winterpause in diesen Modus „so schnell wie möglich wieder reinkommen.“ Und am liebsten auch nach dem Spiel gegen Wolfsburg bis zum Saisonende in diesem verbleiben.

0 Kommentare

Hinterlasse einen Kommentar

Willst du an der Diskussion teilnehmen?
Mache mit!

Schreibe einen Kommentar