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Gisdol adelt Innenverteidiger – Heldt sucht trotzdem weiter


Keine Frage, beim 1. FC Köln herrscht Optimismus vor Beginn der Rückrunde. Die Mannschaft arbeitet unter Markus Gisdol härter als in den Monaten zuvor. Horst Heldt hat das Team mit zwei Spielern verstärkt, die das Potential haben zu helfen. Ein Innenverteidiger soll noch kommen, doch die aktuelle Abwehr hat unter Gisdol einen Sprung gemacht.

Köln – Horst Heldt hatte am Donnerstag keine Neuigkeiten in Sachen Transfers zu verkünden. Zwar überraschte der Sportchef mit der Bekanntgabe einer bevorstehenden Vertragsverlängerung von Jan Thielmann. Darüber hinaus gab es aber noch keine Vollzugsmeldungen. „Wir sind noch nicht fertig mit dem, was wir holen und wen wir abgeben wollen“, sagte Heldt zwar. „Es gibt aber noch nichts zu vermelden. Wir sind in Gesprächen für die Position der Innenverteidigung. Wir sind aber in der abwartenden Rolle und müssen schauen, ob es sich klären lässt.“

Der Name Benedikt Höwedes schwebt seit Montag über dem Geißbockheim. Doch für Unruhe sorgt er nicht. Sollte der Deal klappen, würde der 31-Jährige eine Kombination aus Qualitäten in den Kader bringen, die es aktuell so wohl noch nicht gibt. Ähnlich wie Mark Uth würde Höwedes eine Rolle einnehmen, die einerseits eine sportliche Steigerung des Niveaus bringen würde, andererseits vor allem aber auch einen Führungsspieler mit außergewöhnlicher Bundesliga- und internationaler Erfahrung in den Kader bringen. Doch weil der Deal stockt, können weder Heldt noch Gisdol mit dem Routinier planen.

Es wird für jeden schwer, an denen vorbeizukommen – Namen spielen da keine Rolle

Da trifft es sich gut, dass der FC vor Weihnachten eine wichtige Entwicklung durchmachte. In den letzten drei Spielen kassierte Köln kein Gegentor mehr aus dem Spiel heraus. Neben zwei Zu-Null-Spielen zuhause gab es nur die beiden Gegentore nach ruhenden Bällen in Frankfurt. Insbesondere Sebastiaan Bornauw und Rafael Czichos stachen dabei durch starke Leistungen hervor. Da mit Ellyes Skhiri und Jonas Hector zwei laufstarke Sechser vor der Abwehr viele Löcher zulaufen konnten, blieb für Bornauw und Czichos der Fokus auf der reinen Defensivarbeit in letzter Linie. Die Viererkette stand weit stabiler als in den Wochen und Monaten zuvor und die FC-Profis reduzierten die individuellen Fehler auf ein Minimum.

Das hob Gisdol vor dem Rückrunden-Start auch noch einmal hervor. „Es ist sehr positiv, wie sich unsere Innenverteidiger in den letzten Wochen entwickelt haben“, sagte der FC-Coach und wollte damit wohl auch den Fokus auf das Sportliche am Samstag lenken, anstatt über einen potentiellen Neuzugang zu sprechen, der mindestens gegen den VfL Wolfsburg noch nicht wird helfen können (welcher Innenverteidiger dann überhaupt noch kommen mag). „Es gibt keinen Grund, einen dieser Spieler aus der Mannschaft zu drängen, weil man etwas anderes im Kopf hat oder eine Ergänzung für den Kader hinzukommt“, betonte Gisdol. „Jeder Spieler muss sich erst einmal in die Mannschaft arbeiten, egal wie er heißt, egal wie alt er ist, egal wie viel er kostet. Wenn unsere Innenverteidiger das weiter auf diesem Niveau machen, wird es für jeden schwer werden, an denen vorbeizukommen. Da spielen die Namen keine Rolle.“

Neuzugang wäre zunächst für die zweite Reihe gedacht

Eine klare Ansage des Cheftrainers an Bornauw und Czichos, sich keine Sorgen machen zu müssen. Tatsächlich richtet sich Heldts Fokus nicht darauf, einen der beiden Innenverteidiger zu ersetzen oder aus der ersten Elf zu „transferieren“, sondern die zweite Reihe zu stärken. Jorge Meré zeigte sich in der Hinrunde formschwach und nicht stabil genug. In Lasse Sobiech haben die Verantwortlichen nicht das nötige Vertrauen für die Bundesliga. Sava Cestic ist zwar ein vielversprechendes Talent, wäre aber im Abstiegskampf noch keine Sofort-Lösung, falls einer der beiden Stamm-Innenverteidiger ausfallen würde. Aktuell stünde also nur Meré als Ersatz bereit, über dessen fußballerisches Niveau aktuell aber keine eindeutigen Aussagen getroffen werden können. Und so wissen Bornauw und Czichos nicht nur ihren Trainer hinter sich. Auch ein Neuzugang würde zunächst einmal nur das Niveau im Kader heben, nicht aber sofort die Hierarchie durcheinander würfeln. Für das Selbstvertrauen der Spieler ein nicht unwichtiger Faktor vor dem Rückrunden-Start.

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