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Entfesselt in Berlin: FC ballert Hertha aus dem Stadion


Allen Widerständen vor und während des Spiels zum Trotz hat der 1. FC Köln bei Hertha BSC eine Glanzleistung abgeliefert. Die Geissböcke gewannen in Berlin mit 5:0 (3:0) und brillierten phasenweise mit perfektem Konterspiel. Die drei Punkte könnten ein wichtiger Schritt zum Klassenerhalt gewesen sein. Dabei musste der FC kurzfristig auf Jonas Hector verzichten und verlor während der Partie Rafael Czichos.

Aus Berlin berichtet Sonja Eich

Über 4000 Fans des 1. FC Köln waren am Karnevalssamstag in die Hauptstadt gereist, um die Geissböcke bei der vermeintlich schweren Auswärtspartie in Berlin zu unterstützen. Die Hertha, im ersten Heimspiel nach dem Abschied von Jürgen Klinsmann, wollte unter Alexander Nouri den Kölnern die Feierlaune verderben. Der Effzeh hingegen, als Tabellen-14. mit drei Punkten Rückstand auf die Hertha (13.), strebte den nächsten Sieg an, nachdem man in der Vorwoche gegen den FC Bayern chancenlos gewesen war. Schließlich wollte man dem Rosenmontag mit einem Erfolgserlebnis entgegenblicken.

Ausgangslage

Mit drei Änderungen wollte Markus Gisdol seine Mannschaft eigentlich ins Rennen schicken. Vor der Partie war bereits klar gewesen, dass der FC-Coach seine Viererkette würde umbauen müssen. Für den gesperrten Sebastiaan Bornauw bekam Winter-Neuzugang Toni Leistner den Vorzug vor Jorge Meré. Der ehemalige Union-Verteidiger war heiß auf sein FC-Debüt, ausgerechnet gegen den einstigen Berliner Erzrivalen. Für den verletzten Noah Katterbach brachte Gisdol den eigentlichen Rechtsverteidiger Benno Schmitz, der sich zuletzt als stabile Alternative angeboten hatte. Zudem nahm Kölns Trainer Dominick Drexler aus der Anfangsformation und brachte dafür den zuletzt starken Joker Florian Kainz. Für den Österreicher war es der erste Startelf-Einsatz unter Gisdol. Als dann aber das Aufwärmen vorbei war, musste auch noch Jonas Hector kurzfristig passen. Für ihn kam Elvis Rexhbecaj kurzfristig in die Partie.

Moment des Spiels

Es lief die 62. Minute. Der FC führte mit 3:0, doch die Hertha versuchte alles, um den Anschlusstreffer zu erzielen. Nach der schweren Verletzung von Rafael Czichos wirkte Köln kurzzeitig aus dem Konzept gebracht. Dann gewann Ismail Jakobs an der linken Auslinie in der eigenen Hälfte einen Ball. Jhon Cordoba gewann das Kopfballduell im Mittelfeld und der kurzfristig eingesetzt Rexhbecaj trat an. Der Mittelfeldspieler war der überragende Mann am Samstag im Kölner Spiel, und so belohnte er sich auch noch mit einem Assist: Der Leihspieler aus Wolfsburg zog in die Mitte, passte zum mitgelaufenen Florian Kainz und dieser schoss überlegt aus 16 Metern ein. Das 4:0 und die endgültige Entscheidung – jetzt konnten die FC-Fans feiern!

Die wichtigsten Szenen

Das Spiel hatte kaum begonnen, da hatte sich Rexhbecaj die Nominierung bereits verdient. Sein Ballgewinn in der eigenen Hälfte führte zum 1:0. Der ebenfalls in die Startelf berufene Kainz bediente Cordoba. Dessen Schuss fälschte Ascacibar unhaltbar ins Berliner Tor ab – die frühe Führung für den Effzeh (4.). Überhaupt überrannten die Geissböcke die Hertha in Halbzeit eins. Czichos (11.) und Kainz (17.) hatten weitere Großchancen, ehe es erneut Cordoba war, der das 2:0 markierte. Wieder war es Rexhbecaj, der diesmal Jakobs auf links schickte. Dessen perfekte Flanke verwandelte Cordoba aus vollem Lauf per Flugkopfball. Nach einer halben Stunden standen 6:0 Torschüsse auf dem Kölner Konto. Die Berliner Fans pfiffen, die FC-Fans verwandelten das Olympiastadion in eine Kölner Party und der FC machte einfach so weiter. In der 39. Minute war es Czichos, der mit dem langen Ball auf Cordoba den dritten Treffer einleitete. Der Kolumbianer blieb vor Jarstein cool, legte quer auf Kainz und dieser zog ab. Jarstein konnte nicht mehr retten und der Ball sprang vom Innenpfosten ins Tor. Eine vermeintliche Abseits Cordobas korrigierte der VAR – der Treffer zählte. Doch die Jubelstimmung blieb den Geissböcken angesichts der Verletzung von Czichos in der 42. Minute im Halse stecken (mehr Infos dazu gibt es hier). So spielte es zunächst auch keine Rolle, dass Ellyes Skhiri und Mark Uth sowie Jakobs weitere Torchancen liegen ließen.

Nach der Pause war es Hertha, die zunächst auf das Tempo drückte. Im Mittelpunkt stand Timo Horn. Gegen Grujic (48.) und Piatek (55.) reagierte der FC-Keeper bärenstark, rettete die Geissböcke vor dem Anschlusstreffer. Der FC in dieser Phase fahrlässig. Doch dann kam der Konter zum 4:0 und das Spiel war gelaufen. Die Geissböcke hatten trotzdem noch Lust, allen voran Uth, der im nächsten Spiel gegen Schalke aussetzen muss. Er verwandelte einen selbst herausgeholten Freistoß aus 22 Metern sehenswert direkt – das 5:0 und damit der Endstand. Rexhbecaj hätte sogar noch das halbe Dutzend voll machen können, scheiterte jedoch am stark reagierenden Jarstein. So ging es mit einem verdienten 5:0 in den Feierabend. Der FC hat nun 26 Punkte auf dem Konto. Weil Düsseldorf in Freiburg gewann, beträgt der Vorsprung auf Rang 16 noch immer sechs Punkte. Weil jedoch Bremen gegen Dortmund verlor, sind die direkten Abstiegsplätze inzwischen neun Zähler entfernt. Am bevorstehenden Rosenmontag können die Kölner als Tabellen-13. ausgelassen feiern.

Fazit

Zum Freuen: Genau so gelingt der Klassenerhalt.

Aus Sorge: Gute Besserung, Rafael Czichos!

Stimmung: Party pur im Kölner Karnevals-Heimspiel in Berlin.

Mann des Tages: Elvis Rexhbecaj – kurzfristig ins Team, überragende Leistung!

Aufstellung

Horn – Ehizibue, Leistner, Czichos (44. Meré), Schmitz – Skhiri, Rexhbecaj – Kainz, Uth, Jakobs (78. Höger) – Cordoba (73. Terodde)

Tore

0:1, 0:2 Cordoba (4., 22.)
0:3, 0:4 Kainz (39., 62.)
0:5 Uth (70.)

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