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„Der Trainer hat eine bemerkenswerte Ansprache gehalten“


Der 1. FC Köln ballert sich mit einem 5:0 (3:0) bei Hertha BSC in Karnevalsstimmung. Trainer Markus Gisdol trug bereits vor dem Spiel mit einer besonderen Ansprache an die Mannschaft dazu bei. Die Verletzung von Rafael Czichos trübte die Stimmung in der Halbzeitpause. Doch dann gab die Mannschaft vor, auch für den Innenverteidiger gewinnen zu wollen. Das gelang auf ganzer Linie. Die Stimmen aus Berlin.

Aus Berlin berichtet Sonja Eich

Doppeltorschütze Florian Kainz: „Es war kein perfekter Tag, weil wir einen wichtigen Spieler unserer Mannschaft verloren haben. Ich hoffe, bei Rafa ist es nicht so schlimm. Vom Ergebnis aber war es natürlich sehr gut. Wir waren vorne sehr effizient, haben unsere Konter sehr gut ausgespielt. Dazu haben wir sehr gut verteidigt und gegen den Ball sehr gut gearbeitet. Deswegen haben wir auch in der Höhe verdient gewonnen. Meine Tore waren für mich schon sehr wichtig, weil ich für den FC in einem Ligaspiel noch nicht getroffen habe. Dass es mir heute gelungen ist, tut gut. Die Ansprache des Trainers war sehr gut. Es ist für uns alle schöner, mit einem Sieg zurück nach Köln zu kommen und dort mit den Menschen feiern zu können. So können wir den Karneval genießen. Das gehört zur Kultur. Die nächsten Tage werden wir sicher feiern.“

Vorlagengeber Ismail Jakobs: „Jeder hat daran geglaubt, dass wir heute gewinnen würden. Dass es 5:0 ausgehen würde, ist gut für die Stimmung. Ich hoffe, bei Rafa ist es nichts schlimmes. In der Halbzeit war es für jeden ein Schock. Wir haben dann gesagt, dass wir für ihn spielen und gewinnen wollen.“

Ich sagte: ‚Nein, Trainer, ich habe schon Bundesliga gespielt!‘

Startelf-Debütant Elvis Rexhbecaj: „Ich habe die Mitspieler warmgemacht, als der Trainer zu mir gekommen ist. Ich habe ja nur darauf gewartet spielen zu dürfen. Der Trainer fragte: ‚Bist du nervös?‘ Ich habe nur gesagt: ‚Nein, Trainer, ich habe schon Bundesliga gespielt.'“ (lacht)

Freistoß-Schütze Mark Uth: „Wir wollten von Beginn an für die Stadt spielen. Wir wissen, dass die Karnevalszeit sehr wichtig ist und wir haben der ganzen Stadt wohl einen schönen Karnevalssamstag beschert. Man muss das Trainerteam loben. Es hat genauso geklappt, wie wir uns das vorgestellt hatten. Wenn man einen klaren Plan an die Hand bekommt und der dann so genau passt, dann gewinnt man mal eben in Berlin mit 5:0. Für Montag habe ich meinen Matchplan schon: Ich werde auf dem Wagen mit dabei sein und freue mich riesig, weil es für mich das erste Mal sein wird. Ich bin bereit.“

Berlin ist und bleibt Rot-Weiß

FC-Debütant Toni Leistner (ehemals Union-Berlin): „So stellt man sich ein Bundesliga-Debüt vor. Wir haben vorne praktisch jede unserer Chancen genutzt und hinten haben wir unserem Torhüter in der ersten Hälfte praktisch nichts zum Halten gegeben. Wir waren sofort im Spiel, wussten, dass die Stimmung hier schnell umschlagen kann. Das haben wir gut ausgenutzt. Wir hätten nach der Pause den einen oder anderen Konter noch besser ausspielen können und dann auch ein bisschen schlampig agiert mit Hacke, Spitze, eins-zwei-drei. Wir haben den Fokus aber schnell wieder gefunden, weshalb das Ergebnis auch in der Höhe in Ordnung war. Berlin ist und bleibt Rot-Weiß.“

Sportchef Horst Heldt: „So hoch zu gewinnen ist sensationell, aber es war auch in der Höhe verdient. Wir haben mit einer sehr aggressiven Leistung den Grundstein für diesen Sieg gelegt. Der Trainer hat für mich eine bemerkenswerte Ansprache heute vor der Abfahrt aus dem Hotel zum Stadion gehalten. Er hat gesagt: Wir spielen heute für die Stadt. Das haben die Spieler super angenommen, dabei waren die Bedingungen nach Jonas‘ Ausfall nicht so gut. Jeder, der heute gespielt hat, hat aber eine Top-Leistung gebracht. In dieser Woche haben wir den Spielern die Verantwortung selbst überlassen, ob sie feiern oder nicht. Die Spieler sind alt genug. Sie haben sich dran gehalten und sich heute dafür belohnt.“

Wir spielen für die Stadt und für die Menschen

FC-Trainer Markus Gisdol: „Meine Mannschaft hat heute viele Dinge richtig gemacht. Wir hatten vor dem Spiel einiges aufzuarbeiten, was Personalien angeht. Wir wollten das aber nicht groß zum Thema machen, sondern uns auf unsere Aufgabe konzentrieren. Wer in Köln lebt, weiß, dass in den letzten Wochen einiges in Bewegung gekommen ist, was den Karneval angeht. Die Stadt brennt zur Zeit. Wir haben der Mannschaft vor dem Spiel einige taktische Dinge mitgegeben, aber wir wollten sie emotional mitnehmen. Ich habe ihnen gesagt, dass wir für unsere Stadt spielen und für die Menschen, die dort leben. Wir wollten eine gute Leistung nach Hause senden. Die gesamte Mannschaft hat heute gut funktioniert. Von Rafa weiß ich noch nichts Genaues, ich hoffe, dass es nachher eine sehr positive Nachricht von ihm gibt. Jorge Mere ist aber sofort super eingesprungen. Wir freuen uns, dass wir die Punkte geholt haben und fahren mit einem guten Gefühl nach Hause.“

Hertha-Trainer Alexander Nouri: „Wir wollten heute auch ein Signal senden. Das ist uns nicht gelungen. Wir hatten eine total gute Trainingswoche, deswegen kommt das völlig unerwartet. Wir haben alle Tugenden auf dem Platz vermissen lassen. All die Dinge, die wir letzte Woche gut gemacht haben, haben wir komplett vermissen lassen. Alle elementaren Dinge wie Laufbereitschaft und Teamspirit haben gefehlt. Wir wollten die langen Bälle gut verteidigen, das ist uns auch nicht gelungen. Es ist extrem bitter, wir müssen uns bei den Zuschauern entschuldigen. Nichtsdestotrotz gilt es den Kopf hochzunehmen und das Spiel zu analysieren.“

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