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Gisdol sieht Derbysieg: U19 feiert kurioses Elfmeter-Tor

Nach der Niederlage der U19 des 1. FC Köln gegen Borussia Dortmund am vergangenen Wochenende gelingt dem Team von Cheftrainer Stefan Ruthenbeck der Derbysieg bei Fortuna Düsseldorf. Die Jung-Geissböcke gewinnen dank eines kuriosen Elfmeters und zwei Treffern kurz vor Schluss mit 2:0 (0:0). Damit behauptet der Effzeh die Tabellenführung in der A-Junioren-Bundesliga Staffel West.

Aus Düsseldorf berichtet Lars Tetzlaff

Knapp 450 Zuschauer machten sich am Samstagvormittag auf den Weg in das altehrwürdige Paul-Janes-Stadion am Flinger Broich in Düsseldorf, um das Spiel des Spitzenreiters aus Köln bei der punktgleichen Düsseldorfer Fortuna zu beobachten. Auch FC-Cheftrainer Markus Gisdol war gekommen, der mit seinen Profis erst am Sonntag das Derby bei Borussia Mönchengladbach bestreiten wird. Er wollte die Kölner Talente aus nächster Nähe unter die Lupe nehmen und sah, dass U19-Trainer Stefan Ruthenbeck im Vergleich zur Vorwoche auf einer Position wechselte. Für den österreichischen Nationalspieler Philipp Wydra rutschte der südkoreanische Winter-Neuzugang Jae-Hwan Hwang in die Startelf. Während Hwang im Sturmzentrum für Torgefahr sorgen sollte, wechselte Tim Lemperle auf seine gewohnte Position auf den rechten Flügel.

FC vergibt Führung vor der Pause

Zunächst entwickelte sich ein Spiel auf Augenhöhe, bei dem beide Mannschaften darauf bedacht waren, nicht zu viel Risiko einzugehen. Der FC hatte mehr Ballbesitz, wirklich zwingend wurde es jedoch nicht. Den ersten Abschluss von Mathias Olesen, der erneut von der U21 abgestellt wurde, parierte der Düsseldorfer Keeper ohne Mühe (8.). Gegen die robusten Innenverteidiger der Gastgeber fiel es der FC-Offensive sichtlich schwer, Durchschlagskraft zu entwickeln. Hwang war zwar sichtlich bemüht in die Fußstapfen des bisherigen Top-Torschützen Sebastian Müller (wechselte im Winter nach Bielefeld) zu treten. Es wurde aber deutlich, dass sich der Südkoreaner noch an die Körperlichkeit und an das Tempo in Deutschland gewöhnen muss. Nach gut einer Viertelstunde parierte auf der anderen Seite FC-Schlussmann Daniel Adamczyk einen Flachschuss aus 20 Metern im Nachfassen.

Richtig gefährlich wurde es erst kurz vor Schluss der ersten Halbzeit, als der FC noch einmal aufdrehte. Zunächst setzte FC-Kapitän Robert Voloder einen Kopfball aus kurzer Distanz knapp neben den Pfosten, dann wurde Erkan Alkap auf der linken Seite schön in Szene gesetzt, lief alleine auf das Tor zu und verzog aus aussichtsreicher Position – die beste Chance des Spiels bis dahin. Weil aber auch Tim Lemperle wenige Sekunden später aus 20 Metern vergab, ging es mit dem 0:0 in die Katakomben.

Erst vergibt Hwang, dann kommt Wydra

Ruthenbeck schien in der Halbzeitpause die passenden Worte gefunden zu haben. Sein Team war nun bissiger in den Zweikämpfen und erhöhte den Druck. Die Folge: Mit seiner ersten guten Aktion kam Hwang nach starker Drehung zum Schuss, doch Düsseldorfs Torwart konnte parieren. Die Düsseldorfer hatten jetzt Mühe, eigene Akzente in der Offensive zu setzen. Die Ausnahme: Der kurz zuvor eingewechselte Burak zog von der linken Seite in die Mitte und verpasste den Kasten nur um Zentimeter. In der 60. Minute dann der erste Wechsel der Geissböcke: Für den glücklosen Hwang kam Wydra auf das Feld, der fortan über die rechte Seite vermehrt spielerische Akzente setzte. Lemperle übernahm die Sturmmitte. Da die Kölner Defensive mit Voloder und Sava Cestic sicher stand, kam der FC ab der 70. Minute zu einer Reihe weiterer Chancen. Doch auch Joshua Schwirten, Marvin Obuz (jeweils per Flachschuss) und Wydra (nach Freistoß) brachten das Spielgerät nicht im Düsseldorfer Kasten unter.

Kurioser Elfmeter sorgt für Führung

Die Schlussphase sollte dann aber die Entscheidung bringen. In der 77. Minute brachte Ruthenbeck für den Gelb-verwarnten Lemperle eine echte Sturmspitze. Jacob Jansen sollte seine aus der U17 bekannte Kaltschnäuzigkeit unter Beweis stellen und für mehr Zielstrebigkeit im Abschluss sorgen. Nach einer Ecke hatten die mitgereisten FC-Anhänger den Torjubel dann auf den Lippen, doch ein Befreiungsschlag der Düsseldorfer aus dem Gewühl im Fünfmeterraum rettete die Fortuna. Als sich viele der Zuschauer dann mit einem torlosen Unentschieden abgefunden hatten, fiel doch noch der Führungstreffer für die Kölner U19. Obuz flankte von der rechten Seite in den Strafraum, wo Jansen seinen Körper geschickt einsetzte und beim Klärungsversuch des gegnerischen Verteidigers deutlich hörbar am Fuß getroffen wurde. Elfmeter in der 90. Minute – Kapitän Voloder übernahm die Verantwortung. Und jetzt wurde es kurios: Der Verteidiger lief an und scheiterte eigentlich mit seinem Schuss am gegnerischen Torwart. Doch der Ball flog mit derart viel Rotation zurück ins Feld, dass er aufsprang und über dem verdutzten wie chancenlosen Düsseldorfer Schlussmann hinweg ins Tor fiel. Das gleichermaßen glückliche wie verdiente 1:0 für die Geissböcke. Mit dem Abpfiff avancierte dann Jacob Jansen endgültig zum Matchwinner. Nach einem Pass von Olesen zog er von der Strafraumkante trocken ab und vollendete zum 2:0-Endstand (90+5.).

Köln profitiert von Dortmunds Sieg

Mit diesem Sieg reparierten die Kölner A-Junioren die 0:2-Niederlage aus der Vorwoche gegen Borussia Dortmund und bleiben an der Tabellenspitze der Bundesliga Staffel West. Zwar zog der BVB mit einem 3:0-Sieg im zweiten Spitzenspiel des Tages gegen Borussia Mönchengladbach nach. Erneut traf Stürmer Youssoufa Moukoko doppelt. Doch während der FC und Dortmund nun beide 36 Punkte aufweisen, konnte das Duo an der Tabellenspitze den Vorsprung gegen den Unterlegenden aus Düsseldorf (33 Punkte) und Mönchengladbach (32 Punkte) ausbauen. Am kommenden Sonntag (11 Uhr im Franz-Kremer-Stadion) hat der 1. FC Köln die Chance, die Tabellenführung mit einem Sieg gegen das Schlusslicht Alemannia Aachen zu behaupten.

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