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„Keine Angst, dass uns permanent Talente weggeklaut werden“


Der 1. FC Köln kämpft gegen den Wirtz-Blues. Dass das Toptalent den FC verlassen hat, soll schnellstmöglich wieder im Lichte der zu Profis beförderten Nachwuchsspieler verblassen. Die Vertragsverlängerung von Noah Katterbach würde da Wunder wirken. Genauso wie erneut gute Auftritte der Youngster am Sonntag gegen den SC Freiburg. Horst Heldt ist derweil bemüht der Aufgeregtheit den Stecker zu ziehen.

Köln – Florian Wirtz mag ein außergewöhnliches Talent mit riesigem Potential, sportlich wie finanziell, gewesen sein. Dass der 1. FC Köln jedoch über aktuell außergewöhnlich viele große Talente verfügt, zeigt ein Blick in die Kader der U16, U17, U19 und U21 (der GEISSBLOG.KOELN berichtete). Bei den Geissböcken hofft man daher, dass man mit den Signalen der neuen sportlichen Führung diese Nachwuchskräfte langfristig an den Klub binden kann.

„Markus Gisdol hat in kürzester Zeit nachgewiesen, dass er nach dem Leistungsprinzip sehr gerne mit jungen Spielern arbeitet“, sagte Sportchef Horst Heldt am Freitag und bekräftigte, diese Idee konsequent weiter verfolgen zu wollen. „Die Jugend ist ein wesentlicher Bestandteil für den FC und es ist inzwischen bekannt, dass wir in Zukunft auf die Jugend setzen und sie entsprechend ausbilden wollen“, sagte der seit Mitte November amtierende neue Geschäftsführer, und die Betonung auf „inzwischen“ und „in Zukunft“ dürfte dabei kein Versehen gewesen sein.

Heldt versucht der Aufregung um Wirtz innerhalb des FC die Schärfe zu nehmen. Zwar gab er im rheinischen Wortgefecht den Konkurrenten aus Leverkusen und Gladbach Seitenhiebe mit (mehr dazu hier). Nach innen gerichtet soll die Botschaft aber klar sein: Der Wirtz-Abgang tut weh, aber so ist das Geschäft. Der FC werde seinerseits versuchen, immer wieder Talente von anderen Klubs abzuwerben. „Ich habe keine Angst, dass uns permanent unsere Talente weggeklaut werden. Das wird nicht passieren“, stellte Heldt klar. „Wir werden in Zukunft natürlich immer wieder mal einen Spieler verlieren, wir werden aber auch immer wieder einen dazu holen. Es wird ein Kommen und Gehen bleiben.“

Die besten Beispiele sind aktuell Philipp Wydra, der im Sommer aus Österreich kam, und der Südkoreaner Jae-Hwan Hwang, der im Januar zur U19 stieß. Dass man Wirtz nun noch im Januar für eine kolportierte Ablösesumme von rund 250.000 Euro gehen ließ, soll ein weiteres Zeichen sein, dass man am Geißbockheim den Blick sofort in Richtung Zukunft richten will. Denn Wirtz wurde nun, neben der kleinen Finanzspritze für die Nachwuchsabteilung, abgegeben, um anderen Talenten die Chance zu geben mehr Spielzeit in der U17 zu erhalten. „Florian hätte einen Kaderplatz in der U17 blockiert. Wir wollen aber diejenigen fördern, die bei uns bleiben. Deswegen haben wir uns entschieden, dem Transfer jetzt schon zuzustimmen“, sagte Heldt. „Den Platz, den Florian eingenommen hat, wird jetzt ein anderer übernehmen, und wir werden uns darauf konzentrieren, denjenigen bestmöglich weiter auszubilden.“

Man darf keine Angst vor Veränderungen haben

Heldts Vorgaben sind also klar: den Wirtz-Verlust abhaken und dafür alle Kraft darauf verwenden, die vorhandenen Talente weiter zu formen, damit schon bald nach Jan Thielmann das nächste Eigengewächs den Sprung zu den Profis schafft. „Ich akzeptiere eine gewisse Aufgeregtheit, aber das Wichtigste ist unsere Durchlässigkeit. Dann werden wir in der Lage sein konkurrenzfähig zu sein“, beschwor Heldt. „Man darf keine Angst vor Veränderungen haben.“ Damit meinte er wohl auch, dass der FC in Zukunft nicht nur Eigengewächse zu Profis formen will, sondern diese auch im richtigen Zeitpunkt für viel Geld verkaufen möchte. Auch dies würde zum Prozess des Kommens und Gehens passen.

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