,

Nouri statt Klinsmann: Was der Trainerwechsel für den FC bedeutet

Als der 1. FC Köln in der Hinrunde die Hertha empfangen hat, saß bei den Berlinern noch Ante Covic auf der Trainerbank. Der Kroate ist aber inzwischen genauso Geschichte wie Jürgen Klinsmann, der zwischenzeitlich das Ruder übernommen, aber vor acht Tagen seinen umstrittenen Rücktritt via Facebook verkündet hatte. Am Samstag trifft Markus Gisdol an der Seitenlinie nun auf Alexander Nouri. 

Köln – Alexander Nouri dürfte keine so guten Erinnerungen an das letzte Aufeinandertreffen mit dem 1. FC Köln haben. Sein erstes Spiel als Trainer des FC Ingolstadt verlor Nouri mit 1:2. Es sollte ihm in den folgenden acht Spielen kein einziger Erfolg gelingen, sodass schnell Schluss war bei den Schanzern. 14 Monate später heuerte der Deutsch-Iraner als Co-Trainer von Jürgen Klinsmann bei der Hertha an.

Nouri beendet eigene Negativ-Serie

Dass Nouri nur zehn Spiele später zum Cheftrainer aufsteigen würde, damit dürfte er wohl selbst am wenigsten gerechnet haben. Doch ein Facebook-Post von Klinsmann am Morgen des 11. Februar beförderte Nouri zum Chef an der Seitenlinie. Während Klinsmann das Handtuch warf, muss Nouri gemeinsam mit seiner Mannschaft nun die Scherben aufsammeln, die der einstige Trainer des Deutschen Sommermärchens hinterlassen hat. Einen Spieltag vor dem Duell mit den Geißböcken ging es für die Berliner am vergangenen Wochenende zum SC Paderborn. Dort gelang Nouri nicht nur ein durchaus glücklicher wenn auch nicht weniger wichtiger 2:1-Erfolg. Der Trainer selbst beendete damit eine lang anhaltende Negativ-Serie: Seine bis dahin letzten 21 Ligaspiele als Cheftrainer bei Bremen und Ingolstadt konnte Nouri nicht gewinnen. Nun also der wichtige Erfolg gegen einen direkten Konkurrenten im Abstiegskampf, ehe es am Samstag gegen die Geißböcke erneut gegen einen Gegner aus der unteren Tabellenregion geht.

Am FC ist die Ära Klinsmann zumindest auf dem Platz komplett vorüber gegangen. Auf Mannschaften zu treffen, die erst kurz zuvor ihren Trainer gewechselt haben, ist in den meisten Fällen aber eine eher undankbare Aufgabe. Trotzdem wollen die Kölner in Berlin drei Punkte entführen. Markus Gisdol glaubt dabei nicht, dass Nouri die Hertha in den wenigen Tagen komplett auf den Kopf gestellt hat: „Wir müssen die richtigen Schlüsse aus der ersten Woche unter dem neuen Trainer ziehen. Obwohl Jürgen Klinsmann nicht mehr da ist, ist das Trainerteam eigentlich unverändert. Es wäre sehr eigenartig, wenn man jetzt viel verändern würde“, sagte der FC-Trainer. „Es gibt aber zumindest etwas mehr Unsicherheit, als wenn Mannschaft und Trainer schon länger zusammen sind.“

Wir dürfen nicht in Passivität verfallen

Im Vergleich zur 1:3-Niederlage gegen Mainz 05 veränderte Alexander Nouri seine Startformation gegen Paderborn auf vier Positionen. Taktisch blieb der Trainer allerdings bei einem flachen 3-5-2. Dem FC-Spiel kommt die Taktik der Hertha aber weniger zu Gute. In Heimspielen haben die Berliner im Schnitt nur 43 Prozent Ballbesitz. „Hertha überlässt dem Gegner häufig den Ball, um selbst tief zu verteidigen. Das müssen wir berücksichtigen“, erklärte Markus Gisdol am Mittwoch. Doch mit 35 Prozent Ballbesitz auf fremdem Platz agiert auch der FC lieber aus der abwartenden Rolle heraus, um nach Ballgewinn schnell nach vorne zu spielen. Daher sagt Gisdol: „Wir dürfen nicht in Passivität verfallen. Die Gefahr gibt es, wenn man tiefer steht. Wir müssen sehr aggressiv sein, das ist unser Spiel. Dafür müssen wir die passende Anlaufhöhe finden.“

Mit einem Sieg könnte die Hertha am Wochenende was die Bilanz angeht mit den Geißböcken gleichziehen. 24 Mal ging der FC in der Bundesliga bislang als Sieger gegen Berlin vom Platz. Die Hertha selbst einmal weniger. Doch nach der 1:4-Niederlage gegen den FC Bayern wollen die Kölner am Samstag unbedingt wieder drei Punkte einfahren und mit Berlin in der Tabelle gleichziehen. Was dabei trotz Trainerwechsel für die Geißböcke spricht: In vier Spielen konnte Alexander Nouri noch nie gegen den 1. FC Köln gewinnen.

5 Kommentare
  1. Litt Pierrebarski says:

    Ein Trainer mit miserabler Quote gegen den FC und in der Liga allgemein, Mannschaft mit Zuletzt sehr überschaubaren Leistungen – in der Vergangenheit hat der FC solche Spiele sehr zielsicher versiebt. Ich hoffe dass das am Samstag anders läuft! Vielleicht haben wir Glück und Ibisevic holt sich irgendwo einen Magen-Darm-Keim…

  2. Spreebock says:

    Berliner hier.
    Ick bin natürlich im Block und hab jetzt schon Bammel vor Vedad. Egal wer bei uns die letzten Jahre Trainer war, keiner hat die Warnung vor diesem Phänomen rausgegeben. Der trifft immer gegen uns. Kein Bock mir Montag wieder das Gelächter der Herthaner auf Arbeit anzuhören.

Dein Kommentar

Willst du an der Diskussion teilnehmen?
Mache mit!

Schreibe einen Kommentar