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Arbeitssieg in Paderborn: FC gewinnt auch das Aufsteiger-Duell


Mit ein wenig Dusel gewinnt der 1. FC Köln auch das Auswärtsspiel beim SC Paderborn mit 2:1 (2:0). Nach einer starken ersten Hälfte mit den Toren von Jorge Meré und Jonas Hector feiern die Geissböcke einen verdienten Sieg, auch wenn es zum Schluss noch mal spannend wurde. Mit 32 Punkten nach 24 Spielen hat sich der FC nun wohl den Abstiegssorgen entledigt. 

Paderborn – Der 1. FC Köln reiste mit breiter Brust und 2000 Anhängern im Rücken ins ostwestfälische Paderborn. Durch sieben Siege aus den vergangenen neun Partien hatte sich der Effzeh im Abstiegskampf gehörig Luft verschafft. Vor dem 25. Spieltag stand der FC mit acht Punkten Vorsprung auf den Relegationsrang 16 im gesicherten Mittelfeld – und mit dem Nachhol-Derby am kommenden Mittwoch (18.30 Uhr) bei Borussia Mönchengladbach in der Hinterhand. Bei den formschwachen Paderbornern, die keines ihrer letzten fünf Bundesliga-Spiele gewinnen konnten, trat der FC erstmals unter Markus Gisdol als Favorit an, auch wenn der FC-Coach vor dem Spiel betonte: „Es spielt Aufsteiger gegen Aufsteiger.“

Ausgangslage

Im Vergleich zum souveränen 3:0-Heimsieg in der Vorwoche gegen den FC Schalke 04 war Gisdol gezwungen, seine Mannschaft auf mehreren Positionen zu verändern. So fehlte verletzungsbedingt Sebastiaan Bornauw, Jhon Cordoba durfte wegen seiner fünften Gelben Karte nicht mitwirken. Außerdem rückte Elvis Rexhbecaj wieder auf die Bank. Für Bornauw übernahm Jorge Meré in der Innenverteidigung, Anthony Modeste ersetzte Cordoba in der Sturmspitze und Mark Uth nahm seine angestammte Position auf der Zehn ein. Wie in allen Spielen unter Gisdol lief der FC zunächst im 4-2-3-1 auf. Aufgrund der angespannten Personalsituation in der FC-Verteidigung war U19-Innenverteidiger Robert Voloder in den Spieltags-Kader beordert worden.

Moment des Spiels

Nach der 1:0-Führung des FC standen die Paderborner zunächst enger bei ihren Gegenspielern und hinderten die Kölner am Spiel nach vorne. Aus dieser Umklammerung löste sich Mark Uth in der 37. Spielminute, als er sich bei einem Einwurf von Benno Schmitz an der Mittlinie tief fallen ließ. Damit entwich er seinem Bewacher Vasiliadis für einen Bruchteil einer Sekunde, spielte einen schönen Doppelpass mit Ismail Jakobs und lies im Anschluss drei Paderborner stehen. Während Modeste sich in der Spitze freilief, schob Uth den Ball zum mitgelaufenen Jonas Hector. Der FC-Kapitän fackelte nicht lange und schoß das Leder mit seinem ersten Kontakt auf Tor. Der Ball senkte sich sehenswert hinter SCP-Keeper Zingerle in den Winkel – ein Traumtor.

Die wichtigsten Szenen

Das Spiel begann mit aktiven Paderbornern, aber der ersten Chance für den FC. In der fünften Minute eroberte Hector den Ball und spielte ihn weiter zu Modeste. Der Franzose spitzelte den Ball zu Uth, dessen Schuss allerdings zu harmlos war für SCP-Torwart Zingerle. In einer keinesfalls hochklassigen Partie sorgte ein schnell ausgeführter Einwurf durch Paderborn für die erste große Chance der Gastgeber: Antwi-Adjej überwarf den unaufmerksamen Meré, Srbeny entwischte Leistner und jagte den Ball aus halblinker Position ans Außennetz (23.). Der FC antwortete fünf Minuten später und ließ seine Anhänger zum ersten Mal jubeln. Florian Kainz brachte eine Ecke von der rechten Seite in den Strafraum. Uth stieg am höchsten, konnte den Ball allerdings nicht richtig drücken, sodass das Leder am zweiten Pfosten wieder runterkam. Da stand der aufgerückte Meré völlig frei und traf zum 0:1. Das erste Saisontor für den Spanier und Balsam auf die Seele des häufig nicht berücksichtigen Verteidigers. Paderborn antwortete mit viel Körpereinsatz, was sich aber nur in der Foul-Statistik widerspiegelte. Der Effzeh kontrollierte die Partie und erhöhte in der 37. Minute: Nach einem schönen Doppelpass zwischen Uth und Jakobs spazierte der 28-Jährige durch das Mittelfeld der Ostwestfalen und legte den Ball mustergültig auf Hector ab, der aus 22 Metern sehenswert vollendete – das 0:2. Von Paderborn kam wenig. Eine vielversprechende Gelegenheit vom agilen Srbeny wurde wegen Abseits zurückgewunken. Danach ging es in die Pause.

SCP-Trainer Steffen Baumgart, der in der ersten Hälfte schon einen verletzungsbedingten Wechsel vornehmen musste – Holtmann für Antwi-Adjej –, tauschte zur Pause Stürmer Michel gegen Mittelfeld-Mann Sabiri. Dies brachte zunächst nichts ein, der FC kontrollierte das Geschehen und blieb nach Standards gefährlich: Nach einer Ecke von Kainz verlängerte Hector den Ball am ersten Pfosten. In der Mitte war Uth anscheinend zu überrascht, um den Ball aufs Tor zu bringen (48.). Der Sport-Club tat sich derweil schwer, in den Strafraum des Kölner zu kommen. Auch ein verunglückter Fernschuss von Vasiliadis konnte die Abwehr des FC nicht aus der Reserve locken (60.). Bis zur 73. Minute geschah nichts: Dann flankte Pröger von der rechten Seite scharf in die Mitte, Meré verlor das Laufduell gegen Srbeny, der per Kopf zum 1:2 vollendete. Der FC wirke angeknockt, hatte aber die große Chance auf das 1:3: Nach einem langen Ball vom eingewechselten Rexhbecaj umkurvte Modeste den Paderborner Schlussmann, schob aber aus spitzem Winkel den Ball am langen Pfosten vorbei (79.). Die Kölner standen zum Schluss nur noch hinten drin und konnten sich in der 87. Minute bei Timo Horn bedanken, dass es nicht 2:2 hieß: Einen 35-Meter-Freistoss von Sabiri konnte Horn grade noch an die Latte lenken. Mit Mann und Maus stemmte sich der FC gegen das drohende Remis und konnte schlussendlich den knappen Vorsprung über die Zeit retten.

Fazit

Zum Freuen: Achter Sieg aus den letzten zehn Spielen!

Zum Ärgern: Am Ende wurde es nochmal unnötig spannend.

Stimmung: Europapokal-Gesänge in der Effzeh-Kurve

Mann des Tages: Mark Uth mit zwei Vorlagen!

Aufstellung

Horn – Ehizibue, Leistner, Meré, Schmitz – Skhiri, Hector (74. Rexhbecaj) – Kainz, Uth (82. Drexler), Jakobs – Modeste (84. Terodde)

Tore

0:1 Meré (28.)
0:2 Hector (37.)
1:2 Srbeny (79.)

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