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Bis zu zehn Innenverteidiger: Kölns Umbruch in der Defensive


Der 1. FC Köln befindet sich in der Warteschleife. Niemand weiß, wann oder wie es mit dem Training, geschweige denn mit der Bundesliga weitergehen wird. Auch Sportchef Horst Heldt muss sich dieser Gegebenheit fügen, wenngleich seine Aufgaben im Sommer keine leichten sein werden, wie auch immer die Saison 2019/20 ausgehen wird. Besonders in der Innenverteidigung könnte viel Arbeit auf den Geschäftsführer Sport zukommen.

Köln – In einer Hinsicht kann der 1. FC Köln trotz der Coronavirus-Pandemie durchatmen: In akuter Abstiegsgefahr schweben die Geissböcke dank ihrer Leistungen der letzten Monate nicht mehr. Als Tabellenzehnter befindet sich der FC im gesicherten Mittelfeld. Ein beruhigendes Polster von zehn Punkten auf den Relegationsplatz gibt zumindest eine gewisse Planungssicherheit für die kommende Spielzeit.

Allerdings müssen sich die Kölner aktuell nicht nur mit der Frage befassen, wie die Saison überhaupt noch zu Ende gespielt werden könnte. Es ist auch offen, wie viel Geld der 1. FC Köln im Sommer für potentielle Transfers zu Verfügung haben könnte. Die Kaderplanung ist zwar im Hintergrund schon angelaufen, aber alleine die Position der Innenverteidiger zeigt, wie schwierig und unvorhersehbar sich der Transfersommer gestalten könnte. Kehren alle aktuellen Leihspieler zunächst nach Ablauf der aktuellen Spielzeit vertragsgemäß zu den Geissböcken zurück und bleibt es dabei, dass Cheftrainer Markus Gisdol mit Robert Voloder und Sava Cestic zwei Talente bei den Profis fördern will, hätte Sportchef Horst Heldt im Höchstfall zehn Innenverteidiger als potentielle Kaderspieler für die nächste Saison der FC-Profis zur Verfügung.

Ein Rückkehrer könnte im Sommer alles verändern

Da sind zunächst einmal die vier aktuellen Defensivspezialisten: Sebastiaan Bornauw, Rafael Czichos, Jorge Meré und Toni Leistner. Bornauw gilt als gesetzt, wenngleich es im Sommer wohl einige Interessenten an dem Belgier geben dürfte. Da sein Vertrag aber bis 2024 ohne Ausstiegsklausel läuft, wäre ein Abgang nur bei einer extrem lukrativen Transfersumme denkbar. Czichos muss erst einmal wieder fit werden, aber zumindest haben ihm die Ärzte eine vollständige Genesung vorhergesagt, wobei unklar ist, wie lange dies dauern wird. Meré kam zuletzt wieder zu mehr Einsatzzeit, ist aber längst kein Stammspieler. Leistner ist zunächst nur bis zum Sommer ausgeliehen, die Geissböcke haben sich jedoch eine Kaufoption für den robusten Verteidiger gesichert. Bei welcher Höhe diese liegen würde und ob der 29-Jährige langfristig in die Kaderplanung passen würde, ist nicht bekannt.

Neben dem aktuellen Quartett kehrt mit Lasse Sobiech und Frederik Sörensen sowie Yann Aurel Bisseck und Joao Queiros ein Leih-Quartett nach Köln zurück. Ja, auch Queiros hat noch immer einen Kontrakt bis 2021 beim FC, doch es ist kein Geheimnis, dass der Portugiese keine Zukunft bei den Geissböcken mehr hat. Dennoch muss sich Heldt auch mit dem inzwischen 21-Jährigen befassen, der bei Willem II auf der Bank sitzt und für den der FC im Sommer 2017 noch drei Millionen Euro ausgab. Mit Bisseck kehrt ein großes Talent zu den Kölnern zurück, das mit seinen inzwischen 19 Jahren in der zweiten niederländischen Liga gereift ist. Wie sehr, muss sich erst noch zeigen. Doch Bisseck (Jahrgang 2000) könnte sich im Sommer mit Robert Voloder und Sava Cestic (beide Jahrgang 2001) einen Kampf um die Plätze der besten Nachwuchskräfte im Profikader liefern. Während es Queiros und Lasse Sobiech als Rückkehrer schwer haben werden, werden viele Augen auf Frederik Sörensen gerichtet sein. Heldt gilt ein großer Fan des Dänen, hätte den Innenverteidiger gerne schon im Winter aus Bern zurück nach Köln geholt. Nun wird Sörensen im Sommer wieder am Geißbockheim aufschlagen und könnte dort die Lösung sein, die man sich wünscht – auch aufgrund der recht klammen Transfer-Kassen: Sörensen würde neben Bornauw und Czichos wohl sofort zum Kern der FC-Innenverteidigung gehören, sofern der Däne nach seiner recht rüden Abschiebung überhaupt noch Lust haben sollte, erneut für die Geissböcke aufzulaufen.

Merés Zukunft völlig offen

Völlig offen ist die Situation von Jorge Meré. Nach viereinhalb Monaten praktisch nur auf der Bank oder Tribüne galt ein Abgang des Spaniers im Sommer als sicher. Zuletzt rückte Meré für Czichos oder Bornauw in die Startelf. Sein Status dürfte sich erst vollständig klären, sofern die Bundesliga-Saison zu Ende gespielt werden wird. Denn dann dürften neben Meré auch Bornauw und Leistner fit sein. Gehört Meré dann zur Stammelf, könnte sich der 22-Jährige noch einmal für einen neuen Konkurrenzkampf beim FC begeistern. Würde er selbst dann auf der Bank sitzen, würden sich die Wege im Sommer trennen. Jedoch könnten auch die Geissböcke von sich aus dem Spieler einen Wechsel ans Herz legen. Alles scheint möglich und durchaus vom restlichen Saisonverlauf abhängig. Zumindest an Angeboten aus seiner Heimat dürfte es Meré nicht mangeln, zuletzt gab es Gerüchte aus Valencia (hier mehr dazu).

Bornauw, Czichos, Meré und Leistner – dazu Sörensen – die Talente Bisseck, Cestic und Voloder – überdies Queiros und Sobiech als fast sichere Abgänge: zehn Spieler, fünf Kaderplätze. Es sieht nach einem Umbruch in Kölns Defensive aus. Horst Heldt wird alleine in der Innenverteidigung eine Menge Arbeit haben, sobald die Transferphase im Sommer beginnt. Wenngleich zur Zeit niemand sagen kann, wann dies sein wird.

3 Kommentare
  1. Daniel says:

    Aufgrund der finanziellen Lage und den unbekannten Verlauf der Restsaison würde ich versuchen Mere im Sommer zu Geld zu machen.
    In finde ihn zwar sehr gut wenn er regelmäßig spielen würde aber eine richtige Leistungsexplosion traue ich ihm unter Gisdol nicht zu.
    Bornauw ist mit Abstand der beste in der IV und hoffentlich können wir ihn halten, dazu Czichos, Sörensen und jemanden wie Bisseck oder ein anderes Talent fänd ich für einen Verein wie uns eine gute Besetzung.

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