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Cordoba schimpft, trifft und muss in Paderborn zusehen


Der 1. FC Köln ist zur Zeit gezwungen, in jedem Spiel personelle Änderungen vorzunehmen. Bislang funktionierte das ohne Qualitätsverlust, die Spieler aus der vermeintlichen zweiten Reihe haben sich nahtlos in das funktionierende Team eingefügt. Am Freitag in Paderborn wird Markus Gisdol eine Alternative für den gesperrten Cordoba finden müssen, der sich gegen Schalke seine fünfte Gelbe Karte abholte. 

Köln – Es war nur eine einzige Geste in Richtung Linienrichter am Samstagabend gegen Schalke, die Jhon Cordoba am kommenden Spieltag einen Platz auf der Tribüne beschert hat. Wirklich beschäftigt schien den Kolumbianer seine fünfte Gelbe Karte im Spiel aber nicht zu haben, denn gerade einmal eine Minute später traf Cordoba mit seinem zehnten Saisontor zum 2:0.

Während der Angreifer in den ersten zehn Saisonspielen das Tor überhaupt nicht traf, brauchte er für seine folgenden zehn Tore aber nur zwölf Einsätze. Damit hat Cordoba einen maßgeblichen Anteil am Aufschwung der Geißböcke, die aus den letzten neun Spielen sieben Siege einfahren konnten. Dabei steuerte der 26-jährige außer beim 4:2 in Frankfurt bei jedem Erfolg des FC einen Treffer bei. Mit nun sechs Toren im Kalenderjahr 2020 ist aktuell nur Erling Haaland erfolgreicher als Cordoba. Der Neuzugang des BVB netzte seit seinem Wechsel neun Mal ein.

Drei unnötige Gelbe Karten

So wichtig Cordoba für den FC aktuell in der Sturmspitze ist, umso unnötiger ist seine Sperre am Freitagabend gegen den SC Paderborn. Zwei seiner Gelben Karten sah Cordoba wegen Reklamierens. Gegen Augsburg holte sich der Angreifer für sein Trikotausziehen nach dem 1:1-Ausgleichstreffer eine Verwarnung ab. Doch dass der auf dem Platz emotionale und temperamentvolle Cordoba seinem Ärger hin und wieder Luft machen muss, ist aufgrund der Spielweise seiner Gegenspieler häufig nur allzu verständlich. Gegen den bulligen Stürmer, der es perfekt versteht den Ball mit dem Rücken zum Tor anzunehmen, sich zu drehen und Tempo aufzunehmen, wissen sich die Gegner häufig nur mit Ziehen und Halten zu helfen. Wissend, dass seine Gegenspieler mit dieser Spielweise aber wesentlich gefährdeter für eine Verwarnung sind, lässt sich Cordoba inzwischen immer seltener provozieren und scheint stattdessen seinen Ärger einfach runterzuschlucken.

Das tut natürlich weh

Nichtsdestotrotz werden die Geißböcke am Freitagabend im Duell der beiden Aufsteiger auf ihren besten Torschützen verzichten müssen. „Jhon ist in einer herausragenden Verfassung, er ist ein richtiger Bulle, der immer anspielbar ist. Er wird uns fehlen, das tut natürlich weh“, sagte auch Keeper Timo Horn nach dem Spiel gegen Schalke. Doch für die Kölner ist es in den letzten Wochen nicht das erste Mal, dass sie einen wichtigen Spieler ersetzen müssen. Neben Noah Katterbach musste Trainer Markus Gisdol gegen Hertha auf die Sperre von Sebastiaan Bornauw und die kurzfristige Verletzung von Jonas Hector reagieren. Gegen die Alte Dame verletzte sich zudem Rafael Czichos schwer und wird in dieser Saison wohl nicht mehr auf den Platz zurückkehren. Bisher schaffte es der FC aber in beeindruckender Weise, seine Ausfälle adäquat zu kompensieren. „Das hat alles geklappt“, meinte auch Timo Horn. „Auch Toni Leistner, der dann reinkam hat in Berlin überragend gespielt, heute auch Top. Ich bin optimistisch, dass wir auch Jhon nächste Woche gut ersetzen können.“ Dem pflichtete auch Elvis Rexhbecaj bei, einer jener Spieler, der ebenfalls aus der zweiten Reihe kurzfristig in die Startelf gerückt war und zu überzeugen wusste: „Jhon ist ein wichtiger Spieler, aber wir haben einen guten Kader und volles Vertrauen in alle Spieler.“

Zumindest werden die Kölner am Freitagabend wieder auf Mark Uth zurückgreifen können. Neben den offensichtlichen Optionen mit Simon Terodde und Anthony Modeste als Cordoba-Ersatz, könnte auch der Winter-Neuzugang in Paderborn ganz vorne drin agieren.

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