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Eine Pflicht zur Unterhaltung? „Die Stadien werden explodieren“


Auch am vergangenen Wochenende hat der Fußball vielen Menschen gefehlt. Zwar wären es jüngst keine Ligaspiele gewesen, sondern Länderspiele. Doch der Fußball gehört für viele Fans zum wöchentlichen Alltag dazu. Als Ablenkung, als Unterhaltung, nicht selten auch als essentieller Teil des Lebens. Auch deswegen hofft Markus Gisdol, dass sich die gesundheitlichen Umstände bald verbessern.

Köln – Nein, beim 1. FC Köln herrschen keine Illusionen. Alle sind sich bewusst: Sollte die aktuelle Saison 2019/20 überhaupt noch halbwegs regulär beendet werden können, dann mit Spielen vor leeren Rängen. Zuschauer bis Ende Juni wird man wohl in Deutschlands Fußballstadien nicht mehr sehen. Die Deutsche Fußball Liga wird am Dienstag erneut beraten, wie es mit dem Spielplan weitergehen soll. Man will eine ganze Branche am Leben erhalten, aber auch die Fans zumindest über die heimischen Bildschirmen wieder mit Fußball versorgen.

Die Coronavirus-Pandemie hat das Leben auf allen Ebenen verändert. Im Mittelpunkt steht das gesundheitliche Wohl, dafür haben die Menschen viele ihrer Freiheiten temporär abgegeben. Die Wirtschaft geht lokal, regional, national und international vielerorts in die Knie, und wie so oft trifft es zunächst die Menschen ohne Absicherung, gesundheitlich wie beruflich, persönlich wie finanziell. Drei Wochen seit den ersten massiven Auswirkungen auf den Lebensalltag nimmt der Wunsch nach einer stufenweise Rückkehr zur Normalität zu, wenngleich die ersten Schritte dahin noch nicht absehbar sind.

Die Leute lechzen jetzt schon danach, dass wir wieder spielen

Markus Gisdol betonte jüngst, der Fußball könne auf diesem Weg seinen Teil dazu beitragen. „Die Vorfreude auf wieder stattfindende Spiele wird riesig sein. Fußball ist wirklich die allerschönste Nebensache der Welt, speziell in Deutschland“, sagte Gisdol. „Die Leute lechzen jetzt schon danach, dass wir wieder spielen.“ Wohl auch in dem Wissen, dass an dem römischen Panem et Circenses – Brot und Spiele – eben doch etwas dran ist. Im Falle der Coronakrise muss dies nicht Ausdruck einer abgestumpften Gesellschaft sein, die sich von der Politik mit Grundbedürfnisse und einfacher Unterhaltung abspeisen lässt. Eher könnte eine Rückkehr zum Fußball mit einer fortschreitenden Rückkehr zur Normalität gleichgesetzt werden, abzielend auf den Kern dessen, was Sportveranstaltungen den Zuschauern geben: Unterhaltung.

„Wir sind verpflichtet, unsere Fans und alle Beteiligten wieder zu unterhalten – und sei es, dass wir zunächst ohne Zuschauer spielen müssen. Dann ist auch das unser Job“, sagte Gisdol. „Ich sehe da den Unterhaltungswert, den die Bundesliga hat.“ Zunächst über den Fernseher bei Geisterspielen, später dann wieder mit sich füllenden Arenen. „Ich freue mich jetzt schon auf den Moment, wenn wir wieder in vollen Stadien spielen. Die Stadien werden explodieren. Das wird großartig.“ Nicht nur aus Sicht der Unterhaltung, aus Sicht der Befriedigung der Menschen, für die Fußball mehr ist als ein Sport. Sondern auch gesellschaftlich, denn volle Stadien würden bedeuten, dass das Coronavirus kontrolliert und erfolgreich behandelt werden kann.

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