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Dramatisches Spitzenspiel: U17 vergibt Vorentscheidung im Westen


Nichts für schwache Nerven: Im Top-Spiel der B-Junioren-Bundesliga West muss die U17 des 1. FC Köln zwei späte Gegentore einstecken und trennt sich nach 3:1-Führung noch mit einem 3:3-Unentschieden (1:0) von Verfolger Borussia Dortmund. Damit verpassen die Geissböcke eine vermeintliche Vorentscheidung im Westen.

Vom RheinEnergieSportpark berichtet Lars Tetzlaff

Wut und Enttäuschung waren unübersehbar. 70 Minuten lang hatten die U17-Junioren des Effzeh ein starkes Spiel gezeigt und waren nach Abpfiff dennoch ordentlich angefressen. Zuvor hatten die mehr als 400 Zuschauer ein Match zwischen dem Tabellenführer der Staffel West und dem ersten Verfolger aus Dortmund gesehen, das alles zu bieten hatte, was ein echtes Spitzenspiel bieten muss: Tempo, schöne Tore, intensive Zweikämpfe und Spannung bis zum Schluss. 

FC startet stark: Schmid erzielt die Führung

Nach dem 12:0-Kantersieg bei der SV Lippstadt in der Vorwoche stand den Kölner B-Junioren nun ein anderes Kaliber gegenüber. Mit der Dortmunder Borussia war der Tabellenzweite und härteste Verfolger des FC zu Gast. Keine Frage: Bei 13 Punkten Vorsprung auf den Drittplatzierten Mönchengladbach würde der Sieger der Partie wohl schon für die Endrunde um die Deutsche Meisterschaft planen können. Und so ging es von Beginn an ordentlich zur Sache. Zunächst egalisierten sich beide Teams im Mittelfeld, dann übernahm die Truppe von Trainer Markus Daun das Spiel und bestimmte gegen körperlich starke Dortmunder das Geschehen. Mit Maximilian Schmid im Sturmzentrum sowie Justin Diehl und Philipp Wydra auf den offensiven Außenpositionen versuchte der FC mit spielerischen Mitteln zum Erfolg zu kommen. Und das wurde belohnt. Mittelfeldspieler Vladislav Fadeev wurde auf der linken Seite freigespielt und brachte das Spielgerät in den Rücken der BVB-Abwehr. Schmid, zuletzt schon bei der U19 im Einsatz, war zur Stelle und vollendete aus zwölf Metern trocken zur 1:0-Führung (18.). Danach kamen die Geissböcke dank schnellen Kombinationsspiels zu weiteren, teils hochkarätigen Chancen. Ein zweiter Treffer sollte jedoch vorerst nicht gelingen. Die Gäste aus Dortmund kamen erst in der 33. Minute zu ihrem ersten Torabschluss. Samuel Bamba drang von der rechten Strafraumkante in die Mitte und zog ab. FC-Keeper Jonas Urbig tauchte ins kurze Eck ab und entschärfte den Schuss. Mit einer verdienten 1:0-Führung für die Hausherren ging es in die Kabine.

Kettig erhöht – Kölns Torwart verdribbelt sich

Keine drei Minuten nach Wiederanpfiff strahlten die Kölner Fans mit der Frühlingssonne erneut um die Wette. Nach einem Freistoß aus dem Mittelfeld schraubt sich Innenverteidiger Carlo Kettig am höchsten, setzte sich robust gegen die hochgewachsenen Dortmunder Abwehrrecken durch und verlängert den Ball in das lange Eck – das 2:0 in der 43. Minute. Die Gäste steckten aber nicht auf. Und so musste FC-Schlussmann Urbig bei einem Distanzschuss von BVB-Stürmer Fink sein ganzes Können unter Beweis stellen, um den Anschlusstreffer zu vereiteln. Nur eine Minute später standen diese beiden Akteure wieder im Mittelpunkt des Geschehens. Beim Versuch den Ball von hinten herauszuspielen, rutschte Urbig zunächst etwas weg und verlor im anschließenden Dribbling das Spielgerät an Fink. Dieser ließ sich nicht zweimal bitten und schob zum 1:2-Anschlusstreffer ein (53.).

Turbulente Schlussphase: Elfmeter-Krimi und Gelb-Rot für FC-Trainer Daun

Die Dortmunder wurden nun stärker und das Spiel von Minute zu Minute hektischer. Gut, dass Urbig seinen Fauxpas schnell verdaute und in der 57. Minute mit einer starken Reaktion im Nachfassen den Ausgleich verhindern konnte. In der 61. Minute dann die vermeintliche Vorentscheidung: Nach einem langen Abschlag verschätzte sich ein Dortmunder Innenverteidiger, Pierre Nadjombe spritzte dazwischen, nahm den Ball im Vollsprint mit und spitzelt ihn mit der Picke an den Innenpfosten und zum 3:1 ins lange Eck. Sollte es das gewesen sein? Nein, denn die Gäste steckten nicht auf. Als Samuel Samba aus dem Stand mit einem unhaltbaren Schuss in den Winkel zum 2:3 verkürzte (70.), ging es richtig zur Sache.

Viele Nickeligkeiten, häufige Diskussionen auf und neben dem Platz und ein nicht immer souveränes Schiedsrichtergespann waren die Zutaten für eine mehr als turbulente Schlussphase. Nach einer Grätsche eines FC-Verteidigers im Strafraum zeigte der Unparteiische John Bender auf den Elfmeterpunkt. Doch Urbig tauchte in die rechte Ecke ab und entschärfte den Schuss des Dortmunders Tyron Mata. Es waren noch zwei Minuten zu spielen. Der BVB warf nun alles nach vorne. Und nach einem vermeintlichen Foulspiel von FC-Kapitän Decker ertönte tatsächlich erneut der Pfiff – wieder Strafstoß für den BVB. Dieses Mal trat Dennis Lütke Frie für die Gäste an und verwandelte sicher zum 3:3-Endstand (90.). Wie sehr die Nerven auf beiden Seiten beansprucht waren, wurde in der letzten Szene des Spiels deutlich: Zunächst sah FC-Coach Daun nach einem verbalen Disput mit dem Schiedsrichter die Gelb-Rote Karte, und bei einer Rudelbildung mit weiteren Gelben Karten hatten einige Akteure sichtlich Mühe ihren Puls unter Kontrolle zu behalten.

Dortmund bleibt am FC dran

Aus sportlicher Sicht blieb es nach 80 spektakulären Minuten beim 3:3-Unentschieden. Mit dem Remis verteidigte der FC (54 Punkte) zwar die Tabellenführung vor den Dortmundern (52 Punkte) und den tabellarisch schon fast abgeschlagenen Verfolgern aus Mönchengladbach und Gelsenkirchen. Der Titelverteidiger aus Köln verpasste jedoch die große Chance nach einer 3:1-Führung auch die Dortmunder zu distanzieren und einen Schritt in Richtung Staffel-Meisterschaft zu machen. Dennoch hat der FC weiterhin allerbeste Chancen, in das Halbfinale um die deutsche Meisterschaft einzuziehen.

7 Kommentare
  1. Gerd1948 says:

    Hab paar tolle Fussballer gesehen und vor allem eine Körperlichkeit ,die schon wahnsinnig ausgeprägt ist,bei 15-16 jährigen. Ich muss zugeben,dass es nachher verdient war für die Dortmunder und hab eigentlich 2 ziemlich klare Elfer gesehen,wobei ich beim ersten überrascht war,dass es überhaupt innerhalb war.Aber ich kenn auch den Platz nicht so gut.Toll,was der Keeper neben seinem Fauxpas gehalten hat. Wohl gute Leipziger Schule

  2. BM says:

    Hinweis an die Redaktion: B-Jugendlich spielen 80 Minuten, wie ja auch im letzten Absatz geschrieben; folglich muss der Ausgleich aber in der 80. gefallern sein, nicht in der 90. Minute („…verwandelte sicher zum 3:3-Endstand (90.)“.

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