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EM erst 2021: UEFA spricht von „größtem Opfer“ – Heldt warnt vor Forderungen

Die UEFA hat wie erwartet die Europameisterschaft 2020 ins nächste Jahr verschoben. Aufgrund der Coronavirus-Pandemie blieb dem europäischen Fußball-Verband keine andere Möglichkeit. Nun geht aber das Feilschen los, denn obwohl alle Seiten von großer Solidarität sprechen, sieht sich die UEFA als im Fußball größtes Opfer der Krise.

Wer die Pressemitteilung der UEFA am Dienstag las, musste genau hinschauen. Ja, die UEFA hat sich durchgerungen aufgrund der Coronavirus-Pandemie die EURO 2020 ins nächste Jahr auf den Zeitraum zwischen dem 11. Juni und 11. Juli 2021 zu verschieben. Die Gesundheit aller Fans, Verantwortlichen und Spieler hätte oberste Priorität und man müsse in einer solchen Zeit „Verantwortung, Einheit, Solidarität und Altruismus“ zeigen, sagte Aleksander Ceferin, Chef der UEFA.

Doch allzu weit geht dieser Altruismus bei der UEFA nicht. Das ließ Ceferin nur wenige Sätze später durchblicken. In den Gesprächen mit den nationalen Verbänden habe einen „echten Spirit der Kooperation“ gegeben, „und alle Seiten haben anerkannt, dass sie etwas zu opfern haben, um das beste Resultat zu erreichen“. Und weiter: „Es war wichtig, dass die UEFA den Prozess angeführt hat und das größte Opfer gebracht hat, weil eine Verschiebung der EURO 2020 zu großen Kosten für die UEFA führt. Wir werden jedoch alles dafür tun, um die so wichtige Unterstützung für die Fußball-Basis, für den Frauen-Fußball und für die Weiterentwicklung des Spiels in unseren 55 Ländern nicht betroffen sein wird. Das Ziel über den Profit zu stellen war unsere Richtlinie bei dieser Entscheidung zum Guten für den europäischen Fußball als Ganzes.“

UEFA-Boss fordert Geld von Profi-Ligen

Damit unterstrich Ceferin wohl mehrere Dinge: Erstens sieht er die UEFA in der Rolle des größten Gebers, indem der Verband auf die EM in diesem Jahr verzichtet. Zweitens sieht er nun die nationalen Verbände in der Pflicht das große Opfer der UEFA finanziell aufzufinden. Und drittens deutete sein Hinweis auf die Fußball-Basis an, dass diese finanzielle Entschädigung von den Profi-Ligen und den dort ansässigen Klubs wird kommen müssen und nicht aus den Tiefen des jeweiligen nationalen Verbands. Kurzum: Die Meldung von The Athletic, wonach die UEFA eine finanzielle Entschädigung von den Verbänden und Klubs einfordert – und diese dürfte in der Tat im dreistelligen Millionenbereich liegen -, stimmt.

Ich muss mich fragen, ob sie den Schuss schon gehört haben

Beim 1. FC Köln hatte diese Forderung am Vormittag bereits zu Aufregung geführt. Sportchef Horst Heldt hatte am Geißbockheim deutliche Worte gefunden, dass jene Vereine, die gerade um das Überleben ihrer Ligen und damit auch um das eigene Überleben kämpfen, nun die Ausfallkosten für die EM zahlen sollen. „Ich muss mich fragen, ob sie den Schuss schon gehört haben“, sagte der FC-Geschäftsführer. „Wenn es wirklich so kommen sollte, dass sie Forderungen für eine verschobene EM auf die Vereine runterbrechen, bin ich gespannt, wie sie das zum Beispiel in Italien den Vereinen erklären wollen, wo gerade das ganze Land zusammenbricht. Denn dann stellt sich die Frage, ob in den nächsten Jahren überhaupt noch eine Europameisterschaft gespielt wird. Irgendwann muss jeder verstehen, dass Nationalmannschaften, internationale Wettbewerbe und Turnier immer nur funktionieren, wenn es Mannschaften in den nationalen Verbänden gibt, die Spieler dafür abstellen können. Wenn ich das aber jetzt höre, habe ich den Eindruck, dass sie nicht verstanden haben, in welcher Situation wir uns befinden.“

Zunächst einmal hat die UEFA durch die Verschiebung der EM und durch die vorübergehende Aussetzung aller internationalen  Spiele und Wettbewerbe einschließlich Champions League, Europa League, Freundschaftsspielen und Länderspielen für Vereine und Nationalmannschaften dafür gesorgt, dass die Ligen Zeit und Luft finden, um ihre Spielpläne bis Ende Juni neu zu ordnen. Die für Ende März geplanten EM-Play-off-Spiele sollen vorbehaltlich einer Überprüfung der Situation Anfang Juni in einem internationalen Fenster ausgetragen werden. Durch eine EM 2021 wird es derweil zu einer Verschiebung der FIFA-Klub-WM in den Sommer 2022 kommen. Das ist jedoch problemlos möglich, da die WM 2022 in Katar im Winter stattfinden wird.

9 Kommentare
  1. Gerd1948 says:

    Solidarität,wo man nur hinschaut. Es ist alles so ein erbärmliches Gebaren,wenn es nur nicht so traurig wäre. Und wenns jetzt hier Leute gibt,die Horst Heldt wegen nem Schal und eion paar Aussagen angreifen,na dann haben wir ein gutes Thema in den nächsten Wochen. Er und Wehrle haben jedes Recht die angedachte Vorgehensweise der UEFA äusserst kritisch zu durchleuchten und wolltet ihr nicht jemanden,der sich nicht alles gefallen lässt? Egal von wem. Meinen Beifall hat er.

  2. Klaus Höhner says:

    Horst Heldt wird mir immer sympathischer obwohl er das schon lange war,die Komiker in Zürich sind doch nicht mehr ganz dicht .Diese sippschaft braucht kein Mensch, EM,WM,völlig Unsinn im Winter eine WM wie bescheuert muss man sein um sowas zu unterstützen. Da soll sich der Herr Rummenige auch mal Gedanken machen was er da mit Kuwait macht.Das die Clubs die UEFA oder Fifa unterstützen ist der totale Irrsinn, die Clubs müssen national überleben sonst nichts das ist wichtig.

  3. Klaus Thelen says:

    Mit dem Beitrag von Martin Duda ist alles gesagt. Wer eigentlich ist bei der UEFA der Meinung, dass die EM in großen Städten von 12 (in Worten: Zwölf) Ländern hätte stattfinden können? Jeder normale Mensch weiß mittlerweile, dass in dieser kurzen Zeit sich überhaupt nichts normalisieren kann. Vermutlich wohnen diese Pfeifen auf einem anderen Planeten.
    Jacques

  4. Franz-Josef Pesch says:

    Die Mafia hat einen neuen Namen…UEFA/FIFA
    Jetzt wollen sie auch noch Geld von den Verbänden und Vereinen damit die Taschen auch gut gefüllt bleiben. Die ganze Welt steht unter Stockstarre wegen des Corona-Virus, Menschen leiden und Menschen sterben, die Welt steht still. Nicht ganz, für die UEFA/ FIFA zählt das
    nicht, hier gehts nur ums Geld um sehr viel Geld.
    Was ist das doch ein mieser, geldgieriger Verein.

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