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„Halswirbelsäule komplett zerrissen“: FC zeigt Czichos‘ großes Glück

Der 1. FC Köln hat am Samstagabend in der neuen Folge der Dokumentation 24/7 medizinische Einblicke in die Verletzung von Rafael Czichos gegeben. Dabei kam auch Prof. Dr. Peer Eysel, der operierende Arzt der Uniklinik Köln zu Wort. Der Mediziner bestätigte, dass Kölns Innenverteidigung nur knapp einer Querschnittslähmung entkam.

Köln – Es war der schwere Zusammenprall von Rafael Czichos mit Hertha-Mittelfeldspieler Marko Grujic, der den 5:0-Auswärtssieg der Geissböcke im Februar so arg trübte. Czichos hatte sich eine schwere Halswirbelverletzung zugezogen und musste operiert werden, wird monatelang ausfallen. Wie schwer die Verletzung war und wie viel Glück der 29-Jährige wirklich hatte, wurde nun klar. Denn der FC zeigt in seiner neuen Doku nicht nur ein Interview mit Prof. Eysel und Czichos, sondern auch die Röntgenbilder des Spielers.

Es sind seltene Einblicke in die Verletzung eines Fußballers, um die in der Regel inzwischen große Geheimnisse gemacht werden. Doch Czichos und der FC entschieden sich dafür, mit offenen Karten zu spielen. Auch, weil es gute Neuigkeiten gibt. Denn die wichtigste Botschaft, die Eysel formulierte und die Czichos Hoffnung für die Zukunft gibt: Der Spieler wird vollständig geheilt aus der Verletzung hervorgehen. „Das wird so heilen, dass es keine Ausfälle gibt und eine volle Belastbarkeit möglich ist“, sagte Eysel. „Wenn jemand eine Kreuzbandruptur hat, bleibt das Knie immer eine Schwachstelle. Wenn das ausgeheilt ist, ist das aber vergessen. Das ist ganz wichtig.“

Viele Spieler hätten eine Querschnittslähmung erlitten

Czichos kann also darauf hoffen, nach dem Heilungsprozess wieder ganz normal Fußball zu spielen. Das war im Moment der Verletzung völlig unklar gewesen. „Ich war mir sofort sicher gewesen, dass das keine normale Bewegung war und dass der Schmerz nicht sofort aufhören würde“, sagte Czichos. „Klaus Maierstein und Paul Klein haben mir auf dem Platz sofort gesagt, dass ich mich auf gar keinen Fall bewegen soll. Damit haben sie mir sehr geholfen. Wie man gemerkt hat, hatte ich sehr viel Glück in dieser Situation.“ Wie viel Glück, bestätigte Eysel. „Die Halswirbelsäule war an einer Stelle komplett zerrissen“, sagte der Arzt und zeigte auf den Röntgenaufnahmen, wie die Halswirbel nun nach der Operation von einer Art Kelch zusammengehalten werden, bis sie wieder zusammengewachsen sind. „Da war verdammt viel Glück dabei. Das ist mindestens ein Vierer im Lotto. Die Halswirbelsäule war vollkommen instabil und es gibt viele Sportler, die in einer solchen Situation eine Querschnittslähmung erlitten hätten.“

Wann Czichos wieder wird mitwirken können, ist noch völlig offen. Professor Eysel empfahl dem Innenverteidiger Anfang März, die Saison 2019/20 abzuschreiben und kein Comeback mehr erzwingen zu wollen. Was die aktuelle Spielpause bewirken wird, kann allerdings niemand vorhersehen. Sollte die Bundesliga im Juni spielen, könnte Czichos theoretisch zumindest wieder ins Training einsteigen. Realistisch ist eine Rückkehr zur Saison 2020/21.

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