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„L’Equipe“: UEFA will EM verschieben und Wettbewerbe aussetzen


Reagiert nun der europäische Fußballverband auf das grassierende Coronavirus? Wie die UEFA am Donnerstag bekannt gab, wird sich der internationale Verband mit seinen 55 nationalen Verbänden am 17. März darüber austauschen, wie auf die Ausbreitung von Covid-19 reagiert werden soll. Einem französischen Medienbericht zufolge sollen alle Wettbewerbe unterbrochen und die EM 2020 auf das nächste Jahr verschoben werden.

In der Mitteilung der UEFA hieß es: „Angesichts der Entwicklungen bei der Ausbreitung von COVID-19 in Europa und der veränderten Analyse der Weltgesundheitsorganisation WHO hat die UEFA heute alle Vertreter seiner 55 Mitgliedsverbände eingeladen […] am nächsten Dienstag, dem 17. März, an einer Videokonferenz die Antworten des europäischen Fußballs auf den Ausbruch des Virus‘ zu diskutieren. Die Diskussionen schließen alle nationalen und europäischen Wettbewerbe mit ein, auch die UEFA EURO 2020.“

Im Anschluss an diese Bekanntgabe berichtete die französische L’Equipe, die UEFA werde dann wohl die Aussetzung der Europapokal-Wettbewerbe sowie eine Verschiebung der EM 2020 auf das Jahr 2021 bekannt geben. Nach Informationen der Sportzeitung sollten auch die anstehenden Länderspiele in UEFA-Zuständigkeit (darunter die letzten Qualifikationsspiele für die Europameisterschaft) verlegt werden. Es sei die Idee, durch die Verschiebung der Länderspiele im März sowie durch die Suspendierung der internationalen Wettbewerbe den Spielplan bis zum Sommer zu entlasten und durch die Verschiebung der EM 2020 auf das Jahr 2021 auch den Juni für mögliche Meisterschafts- und spätere Europapokalspiele frei zu machen. Laut L’Equipe müsste dies jedoch noch mit der FIFA verhandelt werden, die im Sommer 2021 die Klub-WM stattfinden soll. Die FIFA hat sich dagegen noch nicht zum Coronavirus geäußert.

Das würde den nationalen Ligen Luft verschaffen

Aus Deutschland hatte es bereits entsprechende Forderungen gegeben, unter anderem von Jörg Schmadtke (VfL Wolfsburg) und Horst Heldt (1. FC Köln). Heldt hatte am Donnerstag erklärt, zur Not gegen die UEFA und die FIFA protestieren zu wollen, indem man den Nationalspielern im März verbieten würde, zur Nationalmannschaft zu reisen. Damit würden Klubs die Sperren ihrer Spieler riskieren. „Warum sollen nur die nationalen Verbände nach Lösungen suchen? Ich erwarte, dass man da gemeinschaftlich denkt. Das funktioniert aber nur, wenn Verantwortliche der FIFA und UEFA, die sich bisher sehr zurückgehalten haben, mal klare Statements abgeben“, sagte Heldt. „Wenn sie sagen: Wir lassen die anstehenden Länderspiele ausfallen. Und warum sollten wir nicht einfach die Europameisterschaft im nächsten Jahr stattfinden lassen? Das würde den nationalen Ligen Luft verschaffen, sodass die Saison ordentlich zu Ende gespielt werden kann.“

U-Länderspiele bereits von UEFA ausgesetzt

Nun scheinen die Forderungen des FC-Sportchefs Gehör gefunden zu haben. Bereits am Donnerstag hatte der Deutsche Fußball-Bund bestätigt, dass alle Länderspiele der weiblichen und männlichen U-Nationalmannschaften sowie die anstehenden Länderspiel-Lehrgänge von der U15- bis zur U20-Nationalmannschaft abgesagt werden. Das hatte die UEFA entschieden und damit auch die bevorstehenden Qualifikationsrunden zur EM der U17- und U19-Nationalmannschaften ausgesetzt.

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