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Mere und Modeste: Zwei glücklich unglückliche Comebacks

Jorge Meré und Anthony Modeste galten vor der Saison als klare Kandidaten auf zwei Posten in der Startelf des 1. FC Köln. Am Freitagabend durfte sich das Duo glücklich schätzen, überhaupt mal wieder von Beginn an aufzulaufen. Der Spanier und der Franzose erlebten einen wichtigen, siegreichen und doch nicht durchweg glücklichen Abend beim 2:1-Erfolg ihrer Mannschaft in Paderborn.

Paderborn/Köln – Jorge Meré und Anthony Modeste machten nach der Partie keinen Hehl daraus, wie gut es ihnen getan hatte, endlich mal wieder für den 1. FC Köln von Beginn an eine Bundesliga-Partie bestritten zu haben. „Ich bin froh zurück auf dem Platz zu sein“, schrieb Meré auf Twitter. „Ich brauchte ein solches Spiel. Großartiger Einsatz des ganzen Teams. Weiter so!“ Modeste postete via Instagram: „Ich freue mich sehr über das Ergebnis, aber ich hätte den Jungs gerne mit einem Tor geholfen“.

Letzteres fasste Modestes Abend durchaus zusammen. Der Stürmer (erst ein Saisontor) hatte seit Mitte Dezember im Schatten des explodierenden Jhon Cordoba ausharren müssen und zugesehen, wie Cordoba ein Tor nach dem anderen schoss. Modeste wusste, er würde nur eine Chance von Beginn an bekommen, wenn Cordoba gesperrt oder verletzt sein würde. Die Gelb-Sperre für den Kolumbianer kam nun, und mit ihr die Chance für Modeste. Dem Franzose war der unbedingte Wille anzumerken alles für weitere und längere Einsätze in den kommenden Wochen zu geben. Einzig das Glück war ihm nicht hold. Als ihn in der 79. Minute ein Pass in die Tiefe erreichte und Modeste SCP-Keeper Zingerle umkurvte, war nur noch das leere Tor vor ihm. Der Winkel nicht allzu spitz, eigentlich ein sicheres Tor. Doch Modeste schob den Ball knapp am langen Pfosten vorbei. Es wäre das 3:1 gewesen. Dass es trotzdem zum Sieg reichte, war die gute Nachricht für den Stürmer, der im Training in den letzten Wochen einen starken Eindruck hinterlassen hatte, einzig im Spiel die sich ihm gebotenen Chancen nicht nutzte, wie schon in den Wochen zuvor.

Die Platzhirsche sind inzwischen andere

Während Modeste also mit dem Abschluss haderte, konnte sich Meré genau darüber freuen. Der Spanier war für den verletzten Sebastiaan Bornauw in die Startelf gerutscht, nachdem er schon den Kampf um die Rolle des verletzten Rafael Czichos gegen Toni Leistner verloren hatte. Für Meré war es nach der Einwechslung in Berlin überhaupt erst das zweite Bundesliga-Spiel seit Anfang November, als er gegen Hoffenheim zentral in einer Dreierkette ein gutes Spiel gezeigt hatte. Gegen Paderborn trat er das erste Mal in Erscheinung, als er als Torjäger gefragt war. Mark Uth legte einen Eckball quer, Meré staubte am Pfosten ab. Die Führung, der Jubel, die Erleichterung – dem Spanier war anzumerken, dass er diesen Moment, wenn auch unerwartet als Torjäger statt -verhinderer, herbeigesehnt hatte. Er war wieder wichtig, war gefragt und wollte zeigen, dass er nicht die Nummer vier in der Kölner Innenverteidigung ist, sondern eigentlich mehr.

Defensiv blieb Meré allerdings nicht fehlerlos. Beim 1:2 durch Dennis Srbeny verlor er den Kontakt zum Paderborner Stürmer und somit auch das Kopfballduell nach einer Flanke von rechts. Schon in Berlin war Merés Tempodefizit aufgefallen, hinzu kommt seine Verunsicherung aufgrund fehlender Spielpraxis im Spielaufbau und im Stellungsspiel. Zwei Qualitäten, die den Spanier eigentlich auszeichnen, die ihm aktuell aber abgehen. Am Mittwoch in Mönchengladbach könnte Meré eine weitere Chance bekommen, da ein Einsatz von Bornauw noch nicht absehbar ist. Damit hätte Meré seinem glücklich unglücklichen Teamkollegen etwas voraus. Denn Modeste dürfte am Mittwoch wohl wieder auf der Bank Platz nehmen, da Cordoba bekanntlich wieder spielberechtigt sein wird. Die 90 Minuten von Paderborn waren für Meré und Modeste also eigentlich ein gutes Zeichen, dass mit mehr Spielpraxis vielleicht auch die alten Qualitäten wiederkommen werden. Einzig ist offen, wie viel Spielpraxis sie in den kommenden Wochen tatsächlich erhalten werden. Denn die Platzhirsche sind inzwischen eigentlich andere.

21 Kommentare
  1. Holger says:

    Lieber Herr Merten, dieser Artikel ist ein guter Anfang die Realität zu spiegeln aber leider nicht mehr.
    Er wirkt wie eine Rechtfertigung für 2 Spieler die es qualitativ einfach nicht schaffen in die erste 11 zu kommen.
    Beide haben durch ihren Einsatz gegen Paderborn eindrucksvoll gezeigt warum sie nicht zur ersten 11 gehören wenn alle Spieler fit und einsatzbereit sind.
    Beide haben ihre Stellung im Team durch die Leistung untermauert und wenn es auch den Fans dieser beiden Spieler nicht gefällt, es bestätigt die Arbeit des Trainerteams denn diese haben Modeste nach anfänglichen Startelf Einsätzen auf die Bank gesetzt und haben im Winter einen Abwehrspieler ausgeliehen der Mere vorgezogen wird.
    Nun kann man natürlich bei beiden die mangelnde Spielpraxis ansprechen und das Pech (!?) aber komischerweise kamen in den letzten Monaten reihenweise neue Spieler auf den Platz die ebenfalls keine Spielpraxis hatten aber trotzdem eine gute bis sehr gute Leistung abgeliefert haben…..komisch.
    Egal was ein Spieler auch in der Vergangenheit geleistet haben mag, es zählt das hier und jetzt.
    Und im hier und jetzt reicht es für beide eigentlich nur für die Bank, dies ist aber auch noch nicht einmal der Qualität dieser beiden Spieler geschuldet, denn das beide gute Spieler sind kann keiner abstreiten!
    Fakt ist aber, dass beide nicht so gut in das aktuelle System unseres FC passen, das muss so klar gesagt werden.
    Und wenn das Trainerteam weiter so erfolgreich arbeitet und dann hoffentlich weiterarbeiten wird, werden wir diese Realität auch bestimmt in der Kaderplanung für die nächste Saison merken, zumindest was Mere angeht.
    Modeste wird uns da wohl wahrscheinlich bis zum Ende seines Vertrages erhalten bleiben.
    In der Winterpause waren viele Fans bereits verblüfft welche Spieler ihre Zukunft woanders planen konnten und ich denke dieser Prozess wird sich im Sommer fortsetzen. Ich glaube auch nicht, dass ein ehrgeiziger hochtalentierter Spieler wie Mere sich noch eine Saison auf die Bank setzen will.

    • Klaus Thelen says:

      Dieser Zustandsbeschreibung ist nur eine Anmerkung noch hinzu zufügen. Durch die fehlende Spielpraxis treten alle Defizite des Herrn Mere noch offensichtlicher zutage, die ihn immer schon als Innenverteidiger disqualifizierten. Nämlich die Merkmale Schnelligkeit und Kopfballstärke. Aber leider sehen dass immer noch viele nicht, wie zum Beispiel die Experten vom Express.
      Jacques

      • Eifler Jung says:

        Die Experten vom Express haben Modeste mit der Kopfnote 2 bewertet. In deren Redaktion wird die Vergabe der Spielernote offenbar mittels Würfelspiel ermittelt. Schlimm, dass sich der Geissblog dem anpasst (2,5) Mit objektiver Wahrnehmung haben die Noten jedenfalls nichts zu tun. Schwächster Spieler auf Kölner Seite, mit falschen Laufwegen und wenig- bis gar keine Anbindung an die restliche Mannschaft. Immerhin hat er offenbar gute Kontakte zu lokalen Berichterstattung. Zum Glück hatte er seine Chance in Paderborn und nicht in Mönchengladbach.

        • Gerd1948 says:

          Bei Siegen kommt man nun mal immer was besser weg.Noch mal,er war nicht sooo schlecht ,wie ihn hier manche machen wollen. Er spielt natürlich weniger mit Anbindung und ganz anders als Cordoba.Trotzdem hat es grundsätzlich kein Spieler hier verdient mies gemacht zu werden.Es war Gisdols Entscheidung ihn zu bringen und ich finde das sollte man einfach mal respektieren.Er ist Bestandteil des Kaders,wie Höger,Risse,Clemens und wie sie alle heissen auch.

  2. Ulrich Treimer says:

    In der Innenverteidigung wird es langsam eng. Mere hat aufgrund seiner häufig kopflosen Spielweise schon 4 gelbe Karten (dazu eine rote) und wird in MG mit Sicherheit Nummer 5 kassieren. Bornauw müssen wir deshalb in Watte packen…
    Bornauw und Mere spielen beide im Zweikampf rustikal, aber Bornauw benutzt dabei seinen Kopf zum Denken. Bei Mere habe ich da meine Zweifel.

  3. Stephan says:

    Mere hat mir garnicht gefallen. Dem klebt der Ball am Fuß, er muss viel früher abspielen. Ich verstehe ja das er sich zeigen will, aber dann doch bitte mit solidem und einfachen verteidigen. Diese Harakiri Aktionen sollte er tunlichst unterlassen, weniger ist manchmal mehr.

    • CK says:

      Wir brauchen das Spiel von Mere garnicht schön reden, er hat kein gutes Spiel gemacht. Dennoch komme seine Flachpässe über 20-30 m beim Mitspieler an und das ist etwas was dem Leistner und Bornauw eher selten gelingt wobei ich bei Bornauw da durchaus noch Potential für Verbesserung sehe er ist ja wirklich erst 20…

      Das soll übrigens die Leistung von Leistner nicht schmälern, gefällt mir der Typ eine echte abwehrkante! Hatten wir lange nicht mehr in dieser Ausprägung.

      • Stephan says:

        Ja seh ich auch so. Leistner schmeisst sich in alles rein, ohne Rücksicht auf sich selber. Gefällt mir sehr der Kerl. Ein echter Kämpfer vor dem Herren. Aber leider auch sehr langsam, er würde gg Dortmund wahrscheinlich auch so alt aussehen wie Czichos damals.

  4. wiwakoe says:

    Die Frage ist, : kann der FC es sich leisten,sich auf zwei Spieler zu verlassen die nicht in der Lage sind die Stammspieler 1zu1 zu ersetzen? Meiner Meinung nach brauchen wir eine zweite Mannschaft wo jeder Spieler 1zu1 ersetzbar ist. Aber das kostet sehr viel Geld also müssen zuerst die schwächsten spieler auf der Bank durch Talente oder andere Spieler ersetzt werden und das ist nicht Mere. Und sollte der Knoten bei Modeste Plätzen und er zu alter Stärke finden kann er uns noch eine kurze Zeit helfen. Danach ist Tilman soweit. Ein Talent das auch bezahlbar ist und uns weiter bringen kann. Aber erst mal klasse halten.

      • Jhen says:

        Aha, Höger sitzt Woche für Woche auf der Bank, ist und war einschließlich aller die uns in dieser Saison schon verließen ohne Wenn und Aber der schlechteste Spieler, gefolgt von Modeste, den nur noch sein Ruf aus längst vergangenen Tagen, das Boulevard und der Trainer schützen.

    • Stephan says:

      1zu 1 ersetzen kann niemand irgendwen. Jede Mannschaft der Welt hat Probleme wenn die Stammkräfte fehlen. City, Barcelona, Real Madrid usw. Selbst Liverpool sieht ohne Van Dijk, Mane oder Salah alt aus. Ein Schlüsselspieler setzt sich nicht auf die Bank, der will auch spielen. Deswegen gibt es keine Mannschaft mit quasi 2 A Kader. Nur Nationalmannschaften können das.

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