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Ab wann ist ein neues Saisonziel beim 1. FC Köln legitim?

Träumen erlaubt? Diese Frage stellen sich viele Fans und vielleicht auch schon die Verantwortlichen des 1. FC Köln nach dem 2:1-Sieg beim SC Paderborn. Die Geissböcke liegen auch dank der Ergebnisse der Konkurrenz in Schlagdistanz zu den europäischen Plätzen. Ab wann wäre es also erlaubt über mehr nachzudenken als nur über den Klassenerhalt?

Ein Kommentar von Marc L. Merten

Es ist fast schon beängstigend, wie überzeugend und selbstbewusst der 1. FC Köln seit Wochen seine Spiele absolviert. In den letzten zehn Partien konnten nur der FC Bayern und Borussia Dortmund dem FC die drei Punkte an einem Spieltag streitig machen. Kurzum also die beiden absoluten Topteams der Liga. Ansonsten war es fast egal, auf den die Geissböcke trafen. Das Team von Markus Gisdol hatte stets die besseren Antworten.

Abseits des Platzes muss Markus Gisdol inzwischen andere Fragen beantworten also noch vor einigen Wochen. Fragen, die sich sukzessive verändert haben. Bis hin zu, ob es jetzt legitim sei, ein neues Saisonziel auszurufen. Es verwundert nicht, dass Gisdol diese Frage mit ähnlicher Ruhe beantwortet wie die Frage nach der Aussichtslosigkeit im Abstiegskampf, als Köln Mitte Dezember noch Tabellenletzter war. „Ich schaue nicht auf die Tabelle. Ich habe einmal am Anfang draufgeschaut und werde einmal am Ende draufschauen.“ Gisdol wirkt inzwischen zwar gelöster als nach seinen ersten drei FC-Spielen gegen Leipzig, Augsburg und Union. Doch seine Grundhaltung hat er nicht verändert. Warum? Weil es seiner Mannschaft hilft, nicht über das nächste Spiel hinaus nachdenken zu müssen. Der Fokus soll nur auf dem liegen, was die Spieler als nächstes beeinflussen können.

Ein Derbysieg würde dreifach süß schmecken

Und das ist eine ganze Menge. Denn das Nachholspiel bei Borussia Mönchengladbach ist plötzlich genau das Bonusspiel geworden, das sich der FC ersehnt hatte. Zwar haben die Geissböcke nach dem verlorenen Hinspiel noch etwas gutzumachen. Doch als Außenseiter können die zuletzt so erfolgreichen Kölner mit maximal breiter Brust und Lockerheit in das Spiel gehen. Ein Sieg bei den Fohlen würde gleich dreifach süß schmecken. Erstens würde man die Pleite aus dem Hinspiel ausmerzen und sich Derbysieger nennen können. Zweitens würde man Gladbach in die Champions-League- und Meisterschafts-Suppe spucken. Und drittens würde man nach 25 Spielen auf 35 Punkte stellen, in der Tabelle an Hoffenheim auf Rang neun vorbeiziehen und nur noch zwei (!) Punkte hinter Rang sechs liegen. Zwei Punkte. Zwei.

Ein Sieg in Gladbach würde einer Zäsur in der FC-Saison 2019/20 gleichkommen. Denn genau dann, mit 35 Punkten, mit zwei Zählern Rückstand auf Schalke, einen Punkt hinter Wolfsburg und Freiburg sowie mit einem konkurrenzfähigen Torverhältnis könnten sich die Geissböcke nach menschlichem Ermessen als gerettet feiern. Und gleichzeitig legitimerweise ein neues Saisonziel ausrufen. Wie das heißen würde, das besingen die FC-Fans schon seit Wochen euphorisiert.

Noch kein Gedanke an Beierlorzer

Ein Sieg im Bonusspiel am Mittwochabend wäre der Wendepunkt. Es wäre der fließende Übergang vom Abstiegskampf in ein neues, viel größeres Ziel. Niemand beim FC würde Gefahr laufen nach dem erreichten Klassenerhalt in ein Loch zu fallen. Alle hätten sofort wieder ein neues Vorhaben, für das es sich zu siegen lohnen würde. Und sollte es in Gladbach doch nicht zu einem Dreier reichen, läge der Fokus sofort wieder auf der nächsten Partie, dem Wiedersehen mit Achim Beierlorzer. Auch gegen den Ex-Coach würde ein Sieg vielfach gut schmecken. Doch darauf blickt beim FC noch niemand. Der Fokus liegt alleine auf dem Derby. Denn nichts könnte die irrsinnige Kölner Aufholjagd in der Liga schöner vergolden als ein Sieg beim Erzrivalen.

30 Kommentare
  1. Frank Buschmann says:

    Das ist so typisches Journalistengeschreibe, wenn keine anderen Themen greifbar sind.
    Saisonziel war und ist Klassenerhalt und dabei soviel Punkte wie nötig zu holen.

    Was das hinausposaunen von Saisonzielen bewirken kann, sieht man im Bremen, Saisonziel war Europa mit dem Verspechen verbunden, mit dem Abstieg nichts zu tun zu haben .

  2. So Nitt says:

    Verstehe die Frage nicht. Wann ein neues Ziel legitim ist? Wenn das alte erreicht ist! Ganz einfach. Sollte rechnerisch der Abstieg unmöglich sein, kann man ja mal schauen, wie viele Spiele noch zu spielen sind. Alles andere ist schwachsinniges Gequatsche und journalistischer Müll.

  3. gregor69 says:

    Ich bin mir garnicht so sicher ob es dieses Jahr erstrebenswert ist naechste Saison international zu spielen.
    Mir wird jetzt noch schlecht,wenn ich an 17/18 denke.Auf drei Hochzeiten getanzt mit zu kleinem,unausgewogenen Kader(Danke Schmaddi;)),dazu noch unglaubliches Verletztungspech mit bis zu zehn Verletzten.Das Ende vom Lied weiss jeder noch,verheerend waere noch gelinde ausgedrueckt.
    Deswegen erstmal paar Jahre in Liga1 etablieren,dann weitersehen.

    • Karim Dietrich Hülse says:

      Allerdings wären wir meiner Meinung nach in dem Jahr genau so Abgestiegen wenn wir keine 3fachbelastung gehabt hätten es gab keinen Vernünftigen Zielspieler vorne und von den Neuzugängen hat zu dem Zeitpunkt kein einziger eingeschlagen. Im Sommer ist praktisch mit Ausnahme Cordoba nur in Perspektivspieler Investiert worden von denen letztendlich kein einziger wirklich eingeschlagen hat zusätzlich war der Kader bei weitem nicht breit genug aufgestellt um die vielen Verletzten auch nur annähernd aufzufangen sprich die Nummer2 auf den jeweiligen Positionen waren entweder jung und ohne Erfahrung auf diesem Niveau(zb. Guirassi) ,schlicht nicht Bulitauglich (zb. Zoller Rudnevs) oder sogar beides (zb. J. Horn, Quieros[oder wie der sich auch immer schreiben mag])
      Dann hätten wir einige Spieler die vom Alter oder weil sie sich nie wirklich von Verletzungen erholt haben nicht mehr das Niveau der Vorsaison erreicht haben. (Lehmann, Olkovski, Clemens, Risse)Und Spieler die auf Position verheizt wurden auf denen sie nie was zu suchen hatten(Sörensen und zum Teil auch „Sturmtalent“ Klünter) die Leute die dann im Winter als es im Grunde schon zu spät war noch geholt worden kamen schlicht zu spät

      Meiner Meinung nach ist der derzeitige Kader wenn man etwas in die Breite investiert (Sturm, Flügel innenverteidigung vielleicht auch im Tor ) absolut Bundesligatauglich wenn nicht sogar mehr.

      Aber Abwarten und Kölsch trinken

      • Gerd1948 says:

        Sehr gut bemerkt Karim. Wir haben mit der Mannschaft gar nicht auf die Reihe bekommen in der Hinrunde wohlbemerkt. Die Euroleague war eher alles andere als hinderlich . Durch sie konnten wir wenigstens ab und an uns ein Erfolgserlebnis holen.Wenns so Spitz auf Knopf läuft,dann sind sie eher belastend,weil man dann nie weiss,welche Mannschaft besser spielt ,oder welcher Einzelne besser geschont werden sollte. Alles Geschichte,jetzt gehts erst mal aufwärts.

  4. Klaus Höhner says:

    Ich kann mich noch gut an das Heimspiel gegen Mainz erinnern, man lag sich in den Armen und was kam dann???? .Nein müssen wir dieses Jahr nicht haben, wir haben unser großes Ziel erreicht sensationell das sollte jeder demütig annehmen. Nächste Saison neues Spiel neues Glück.

  5. Hermann says:

    Natürlich war und bleibt der Klassenerhalt das Saisonziel und alle beim FC wären gut beraten sachlich und nüchtern von Spiel zu Spiel zu denken. Da mache ich mir auch keine Sorgen. (Ich mache mir keine Sorgen, kann es kaum glauben das geschrieben zu haben)
    Ich als Fan muss aber nicht sachlich und nüchtern bleiben, ich darf träumen. Und im Rahmen dessen will ich nicht verheimlichen, das ich gestern schonmal den Bundesligarechner im Kicker bemüht habe. Man kann sich vorstellen was dabei herausgekommen ist.

    • Gerd1948 says:

      Genau,wir Fans dürfen ausflippen,wenn wir wollen. Ab 40 Punkte wird der Trainer evtl ein neues Ziel ausrufen als Tabellenplatz. Das wird aber bestimmt nicht der 6.oder 7.Platz sein. Oder er sagt weiter,dass man sehr gut damit gefahren ist,sich nur auf den nächsten Gegner vorzubereiten. Das wär dann recht schlecht für die Medienlandschaft.

      • Hermann says:

        Sehe ich auch so Gerd.
        Saisonziel auszurufen ist ja auch eher etwas für die Aussendarstellung. Und das für einen Aufsteiger, egal welcher, der Nichtabstieg das Saisonziel ist, muss man glaube ich auch nicht ausrufen, sondern versteht sich von selbst. Oder soll man als Aufsteiger das Saisonziel haben, nicht ganz so schlimm Abzusteigen!?
        Wenn wir drin bleiben, passt das natürlich für mich dieses Jahr. Habe keine andere Erwartungshaltung.

        • Gerd1948 says:

          War auch heftig genug der Start. Der Vorstand hat gegenüber den schlimmsten Befürchtungen wohl doch einiges richtig eingeordnet und war ,in ihren Möglichkeiten,handlungsfähig. Jetzt gehts tatsächlich erstmal um Planungssicherheit ,um nen gewissen Vorsprung bei wechselwilligen Spielern zu haben,die auch woanders auf dem Zettel stehen. Kommt wahnsinnig viel Arbeit auf Heldt zu diesen Sommer.

  6. Martin Duda says:

    Wer gestern das Spiel von MG gegen BVB gesehen hat, der wird wohl zugeben müssen, das beide ein Niveau haben, an das der FC z.Zt. nicht ran kommt. Jetzt von einem Sieg gegen MG zu träumen ist zwar erlaubt, aber leider nicht sehr wahrscheinlich.
    Warum muss es denn bei uns entweder Abstiegskampf oder Europa sein?
    Geht nicht auch mal ein bisschen stresslose „Langeweile“?
    Dazwischen gibt es immerhin einige Plätze zu vergeben. Natürlich umso höher platziert, umso mehr TV-Gelder sind einzustreichen.
    Man muss sich doch auch mal ehrlich eingestehen, daß diese Siegesserie wirklich außergewöhnlich war, und daß man normalerweise davon ausgehen kann, daß diese nicht bis zum Saisonende einfach so weitergeht. Es war auch oft das nötige Spielglück vorhanden.
    Also, selbst wenn das Spiel verloren geht ist für mich trotzdem punktemäßig alles i.O.
    Ich hoffe aber selbstverständlich doch auf einen süßen Auswärtssieg!!! Come on FC!!!

  7. Klio says:

    Saisonziele sind nur auf der Geschäftsführer-Ebene wichtig. Dort muss man schauen, ob die eingesetzten Mittel zum anvisierten Ziel passen, denn die brauchen das für die langfristige Planung. Für alle andere ist das Getue um Saisonziele vollkommen überflüssig. Wenn Vereinsverantwortliche Journalistenfragen nachgeben und medial offensive Saisonziele ausgeben, hat das der Mannschaftsleistung ganz selten gut getan. Was sollte man jetzt unnützen Druck von außen aufbauen, wo wir doch sehr gut mit der ausgegebenen Linie fahren?

    Heldt und Gisdol tun gut daran, sich auf solche Fragen gar nicht einzulassen. Wann man evtl. mannschaftsintern ein neues Saisonziel zur Motivation nutzen kann, muss der Trainer sehen. Bevor der Klassenerhalt nicht absolut sicher ist, wird das aber kein vernünftiger Trainer machen.

    Von Spiel zu Spiel schauen, ist das einzig richtige. Von Journalisten wird das gerne als Floskel abgewertet, weil sich das nicht für Schlagzeilen verwursten lässt. Wichtig ist aber der Mannschaftserfolg, nicht die mediale Dauerschleife über die zu belächelnden Kölner mit den Europaträumen.

  8. Peter Josef says:

    1. ARRRGHH! Sie sind schuld, Herr Merten! Es ist ein Naturgesetz, dass IMMER, wenn in einem Artikel die Punkte für das nächste Spiel unseres glorreichen effzeh eingepreist werden, das Gegenteil eintritt. Sie schrieben von den Punkten nach dem Auswärtssieg, damit steht felsenfest, dass WIR SCHON WIEDER das Derby verlieren. Seufz.
    2. Aber auch mit 32 Punkten kann man wahrscheinlich bald über die restlichen Saisonspiele ziemlich stressfrei philosophieren. Lasst uns hoffen, dass wir weder gegen Mainz noch Düsseldorf verlieren, dann muss man sich überlegen, wie man in den Rest der Saison geht. Ich habe keine Angst vor Europa. Ich bin dabei. Aber ich würde dem nicht alles unterordnen. Mir wäre es lieber, man würde ergebnisunabhängig, aber bei vollem Einsatz und individuellem Siegeswillen, neue taktische Varianten ausprobieren oder die zweite Reihe sich bewähren lassen – so Sachen. Gewinnen wir dann immer noch, fein, dann halt Europa. Gewinnen wir nicht, sind Sportdirektor und Trainer für die nächste Saison noch schlauer.

    • kalla lux says:

      Genau diese ‚zeitung“ mit den Blutbuchstaben, da kommt der Mist EL wieder her! Und selbst wen, soll das dann wieder so gehen wie beim letzen Mal? EL Spielen,kein Spiel gewinnen und absteigen ? Und Hauptsache wir waren in London und sind nicht ins Stadion gekommen. Soll das wieder so kommen ? Dann lieber sicher drin bleiben und in Ruhe erstmal eine über Jahre BL taugliche Mannschaft aufbauen. Und nicht wieder Europa Spinnerei !

  9. Robert DieNiere says:

    Im Grunde ist zu diesem Thema, hier bereits alles gesagt worden. Absolut vernünftig und besonnen, was ich bis jetzt lesen konnte.

    Es ist richtig, von Spiel zu Spiel zu denken. Man nimmt alles mit was kommt, um am Ende der Saison, dass erklärte Ziel erreicht zu haben. An Europa denke ich da überhaupt nicht. Wichtiger wäre mir, einen Platz in der Tabelle erreicht zu haben, der höhere TV Gelder in die Kassen spült.

    Europa kommt zu früh und wir können uns alle daran erinnern, wohin das vor drei Jahren geführt hat. Der Meinung sind allerdings alle, mit denen ich über dieses Thema gesprochen habe. Man erkennt daran, dass die meisten FC Fans sehr realistisch darüber denken. Natürlich nehmen die Journalisten, dies gerne als Steilvorlage an, wenn in der Kurve „Europapokal“ gesungen wird. Das dies auch etwas mit Selbstironie und kölscher Mentalität zu tun hat, wird dieser Menschenschlag nie verstehen. Wollen sie auch nicht, weil das eine Schlagzeile bringt.

    Gisdol geht damit absolut entspannt um, was ihn als gelassenen Menschen und Trainer, gut dastehen lässt.

    Der FC ist auf einem guten Weg und die Verantwortlichen, lassen sich nicht „jeck“ machen. Alles jut…

  10. Klaus Höhner says:

    Ich stelle fest die meisten Kommentare sind doch sehr realistisch, Klasse halten ohne Abstiegskampf das über sagen wir 3 Jahren das wäre toll. Zum aktuellen wir haben auf den Reliplatz an diesem Wochenende 2 Punkten gut gemacht das ist eine tolle Ausgangsposition. 10 Punkte auf den Relegationsplatz und Mateta am Samstag gesperrt das müsste verdammt nochmal gegen den Lehrer reichen. Gladbach lassen wir mal aussen vor, nur keine Verletzungen und gelbe Karten das reichte schon. Schönen Abend

  11. hennesarmin says:

    Bitte nicht schon wieder ! Allein das Wort Europa weckt bei mir nur die schlechtesten Erinnerungen. Von Spiel zu Spiel schauen, und das Ziel ist der Klassenerhalt, Punkt Amen. Und im Sommer schauen wir mal, welche Spieler, bzw. momentane Leistungsträger bleiben werden, und welche gehen werden. Dann werden die Karten wieder neu gemischt. Also bitte schön auf dem Teppich bleiben.

  12. Paul Paul says:

    Das Saisonziel ist klar und immer das gleiche: So viele Punkte wie möglich holen. Alles andere ist Blödsinn. Wenn der FC so weiter spielt, dann ist es sehr wahrscheinlich, dass es für den Europacup reichen wird. Das wäre natürlich traumhaft, aber es spielt jetzt noch überhaupt keine Rolle. Nur eins steht fest, und daran kann niemand mehr zweifeln: Mit dem Abstieg hat der FC nichts mehr zu tun, und das ist wirklich ein Grund zu großer Freude!

  13. Dingens says:

    Ich sehe das ganz ähnlich wie einige hier auch schon kund getan haben.
    Mir würde es zum jetzigen Zeitpunkt wenn wir 12 punkte am Rheinholen.
    Wir haben noch 4 Rheinderbys vor uns. Wenn wir nach der Saison sagen können „die Macht am Rhein“ und das mit Horst Held an der Spitze.
    Europapokal ist eher ein Ziel für die nächste Saison und dazu sollte auch ein Verweilen im DFB Pokal bis April drin sein.
    Ich habe keine lust mit 14 verletzten schon wieder abzusteigen. So viel zu träumen und der Konsequenz.

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