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Schmitz überzeugt hinten links: „Wir wissen, worauf es ankommt“


Benno Schmitz hat die sich ihm beim 1. FC Köln aufgetane Chance genutzt. Durch die Verletzung von Noah Katterbach rückte der 25-jährige auf die für ihn eigentlich ungewohnte linke Verteidigerposition. Dort überzeugt der gelernte Rechtsverteidiger, weiß aber auch um den Verdienst seiner Mitspieler. 

Köln – Lange Zeit sah es so aus, als würde Benno Schmitz beim 1. FC Köln kein Bein mehr auf die Erde bekommen. Zu Beginn der Saison stand der im Sommer 2018 von RB Leipzig gekommene Rechtsverteidiger überhaupt nicht im Kader der Geißböcke. Im Hinspiel gegen Hertha BSC bestritt der 25-jährige dann aufgrund der Sperre von Kingsley Ehizibue sein erstes Bundesliga-Spiel im Dress des FC. Während Ehizibue im Laufe der Saison oftmals nicht ohne Fehler blieb, schaffte es Schmitz aber nicht, sich dauerhaft an dem Niederländer vorbeizuspielen. Spätestens als im Winter-Trainingslager in Benidorm Kingsley Schindler auf der Position des rechten Verteidigers ausprobiert und Schmitz seinerseits auf die linke Seite gezogen wurde, die mit Noah Katterbach, Ismail Jakobs und Jonas Hector quantitativ wie qualitativ hochkarätig besetzt ist, schien der Zug für Schmitz beim FC abgefahren.

Schmitz wurde für Geduld belohnt

Doch der gebürtige Münchener gab sich nicht auf und lauerte weiter auf seine Chance. Nach der Bänderverletzung von Noah Katterbach hätte Trainer Markus Gisdol einige Optionen gehabt, auf den Ausfall des 18-jährigen zu reagieren. Doch da sich Jakobs seit seinem Debüt vorne links als enorm wertvoll die Geißböcke erwiesen hat und Kapitän Jonas Hector neben Ellyes Skhiri im Zentrum die Stippen zieht, stand Schmitz in den letzten beiden Spielen von Beginn an auf der eher ungewohnten Linksverteidigerposition auf dem Feld. Für den ehemaligen Junioren-Nationalspieler war die Umstellung von der rechten auf die linken Seite aber kein Problem. „Ich komme damit ganz gut klar. Ich habe schon in Salzburg ein Jahr oder sogar anderthalb Jahre lang links hinten gespielt. Deswegen passt es ganz gut“, sagte Schmitz am Sonntag nach dem 3:0-Erfolg über Schalke 04. Dass er sich im Duell mit den Königsblauen bereits nach wenigen Minuten am Kopf verletzte und fortan mit Turban spielen musste, steckte Schmitz ebenfalls gut weg. „Ich wurde gestern nach dem Spiel noch genäht. Natürlich sind noch ein paar Schmerzen da. Aber es wird verheilen.“

Iso macht es überragend

Schon gegen den FC Bayern, als sich Katterbach nach einer Viertelstunde am Sprunggelenk verletzte, kam Schmitz in die Partie. Sowohl gegen den Rekordmeister als auch in den folgenden beiden Spielen gegen Hertha und Schalke lieferte der Abwehrspieler ordentliche Partien ab. Schmitz überzeugte durch Unaufgeregtheit und Zuverlässigkeit, hatte zudem gegen Schalke die meisten Ballaktionen aller Kölner auf dem Platz. Auch in die Offensive schaltete sich Schmitz dosiert, aber in den richtigen Momenten mit ein. Vor allem das Zusammenspiel mit Ismail Jakobs harmonierte dabei auf dem linken Flügel. Immer wieder hinterlief Schmitz den offensiven Flügelspieler und flankte in die Mitte. In der 28. Minute wäre daraus sogar beinahe ein Tor entstanden, doch Elvis Rexhbecaj bekam hinter den Kopfball nicht mehr genug Druck. Doch andersherum ist es auch Jakobs, der seine Hintermänner wie Katterbach oder Schmitz reihenweise gut aussehen lässt, in dem er vorne bereits für Entlastung sorgt und zahlreiche Wege zustellt. „Iso macht es überragend vorne. Er arbeitet auch viel mit nach hinten. So wie es die ganze Mannschaft gegen den Ball macht. Das hilft uns in der Verteidigungsreihe, die Räume eng zu machen und einen guten Zugriff auf den Gegner zu haben“, lobte auch Schmitz seinen Mitspieler.

Da fällt es einem leichter, ins Team zu kommen

Beim 1. FC Köln hat man nach sieben Siegen aus den letzten neun Spielen das Gefühl, dass jeder personelle Ausfall ohne großartigen Qualitätsverlust in der ersten Elf aufgefangen werden kann. Neben Schmitz benötigten auch Rexhbecaj oder Leistner keinerlei Anlaufzeit, um sich in das funktionierende Team einzufügen. Das liegt unter anderem auch daran, dass Markus Gisdol und sein Trainerteam die Abläufe immer wieder einstudieren lässt und festigt. „Wir wissen jetzt, worauf es ankommt. Wir kennen die Abläufe“, erklärte Schmitz am Sonntag und fügte hinzu: „Da fällt es einem auch leichter, ins Team zu kommen.“

Bis zur Länderspielpause treffen die Geißböcke mit Paderborn, Düsseldorf und Mainz auf drei direkte Konkurrenten im Abstiegskampf. „Wenn wir diese Spiele gut gestalten, können wir einiges an Boden gut machen“, weiß Schmitz. Gleichzeitig dürfte Katterbach für diese Spiele nach wie vor verletzungsbedingt ausfallen und Schmitz als Ersatz zum Einsatz kommen. Ob er danach wieder in die zweite Reihe zurückversetzt wird, bleibt zunächst abzuwarten. Doch je schwieriger Schmitz Markus Gisdol diese Entscheidung macht, umso besser dürfte das für den 1. FC Köln sein.

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