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FC hofft auf Politik: „Das wäre ein wegweisender Schritt“

Bekommt der 1. FC Köln am 18. Juni 2020 das „Go“ für den Ausbau am Geißbockheim? Der Effzeh legt große Hoffnungen in die kommenden Wochen, in denen die Entscheidung über das Großprojekt noch vor der Sommerpause der Politik fallen könnte. Wie wichtig dies wäre, zeigt die aktuelle Situation der Geissböcke.

Köln – Der 1. FC Köln kämpft wie viele Unternehmen in der Coronakrise um seine Zukunft. Kein anderes Projekt beim FC steht derart für die nächste Generation des Klubs wie der Ausbau des Geißbockheims, die Erweiterung der Plätze und die Errichtung eines Leistungszentrums. Seit Jahren ringt der Klub mit der Stadt und den Bürgern um eine Einigung. Nun könnte sie erfolgen.

Die über 7000 Stellungnahmen der Bürger sind ausgewertet, Die Beschlussvorlage für die Politik ist in der Mache. Am 30. April sollen der Umwelt- und der Sportausschuss über die Vorlage sprechen, anschließend müssen noch die Bezirksvertretung Lindenthal und der Stadtentwicklungsausschuss ran. Am 18. Juni könnte dann der Rat entscheiden. Es wäre die letzte, aber auch die große Chance für die Politik und den FC im Anschluss an die Sommerpause und vor der Kölner Kommunalwahl am 13. September. Die CDU und die SPD sind für den Ausbau, die Grünen dagegen. Aktuell würde das eine Mehrheit für das FC-Projekt bedeuten, sofern die Politiker tatsächlich zur Wahl schreiten sollten. Zwar haben sich Ausbaugegner klar positioniert und Klagen angekündigt, doch ein Ratsentscheid wäre für den FC Gold wert.

Zukunftsprojekt: Ausbau soll Talente halten und fördern

Vor allem in einer Zeit, in der die Geissböcke durch die Coronakrise hart getroffen werden. Der FC muss seine Zukunft auf ein neues Fundament stellen, muss in den kommenden Jahren finanziell wohl kleinere Brötchen backen und Transferausgaben zurückschrauben. Ein neues Zuhause für die Profis und Jugendmannschaften in Form eines modernen Leistungszentrums neben dem Franz-Kremer-Stadion wäre daher ein wichtiges Signal und ein Argument, um die besten Talente im Klub zu behalten und andere Talente anzuwerben. Je mehr Eigengewächse es zu den Profis schaffen könnten, desto weniger müsste Köln für Transfers ausgeben, desto mehr Werte könnte er mit eigenen Talenten schaffen.

„Es ist essentiell für den FC und für die Jugend. Es wäre für uns von großer Bedeutung, wenn wir vor der Sommerpause Klarheit hätten“, sagte Vizepräsident Eckhard Sauren am Donnerstag in einem Video-Talk der FC-Bosse mit Fans. „Das wäre für uns ein wegweisender Schritt.“ Auch Geschäftsführer Alexander Wehrle betonte den Stellenwert des Leuchtturm-Projekts, mit dem der FC am Geißbockheim eine neue Zeitrechnung einläuten könnte. „Der Ausbau des Geißbockheims ist ein elementarer Bestandteil unserer Strategie, weil wir in der jetzigen Form nicht mehr konkurrenzfähig sind“, bestätigte Wehrle.

Zur Not Abstriche auf dem Transfermarkt

Zwar wird die Coronavirus-Krise den FC viele Millionen Euro kosten, die Finanzierung des Ausbaus der FC-Heimat im Grüngürtel soll davon aber nicht betroffen sein. Sauren versicherte: „Die Finanzierung des Ausbaus haben wir nie in Frage gestellt und ist in all unseren Planungen erhalten.“ Wehrle erklärte: „Wir sind wegen der Finanzierung in Gesprächen. Natürlich haben wir jetzt eine andere Ausgangssituation. Wir müssen unsere Transfertätigkeiten und den Ausbau in Einklang bringen.“ Doch dass der FC alle Hebel in Bewegung setzen und im Zweifel auf dem Transfermarkt Abstriche machen würde, um das Projekt umzusetzen, machte Sauren deutlich: „In diesem Winter hat Horst Heldt mit geringem Kapitaleinsatz auch die Qualität im Kader enorm erhöht.“ Die Botschaft: Der 1. FC Köln ist bereit für eine moderne Trainingsanlage alles andere hintanzustellen.

Auch den Ausbau des RheinEnergieStadions. Das machte Präsident Werner Wolf klar. „In der Krise haben viele andere Themen Vorrang“, sagte Wolf. „Wir haben eine Machbarkeitsstudie zu einem möglichen Ausbau vorliegen, haben die Pläne aber erst einmal auf Eis gelegt.“ Nichts geht – neben der wirtschaftlichen Stabilisierung des Klubs – über den Geißbockheim-Ausbau.

7 Kommentare
  1. OlliW says:

    Unabhängig von der Parteizugehörigkeit gilt in Deutschland:
    Baue niemals etwas in der Nähe von irgend etwas oder irgendwem. Kommt es dennoch so, wähnen sich die einen in einer Diktatur und andere sehen die Welt untergehen.

  2. Dieter says:

    Das Problem ist ja nicht mit einer Entscheidung des Stadtrats erledigt, wie naiv muss man sein um das zu glauben. In Köln gilt immer noch der Klimanotstand den diese Vollidioten im Rat beschlossen hatten. Damit ist klar das jeder noch so depperte Klimatrottel es mit einer Klage schaffen wird jegliche Bauaktivitäten unter dem Hintergrund sofort zu verhindern. Der FC sollte sich überlegen im Grüngürtel abzuhauen und wenn man Geld inestiert es woanders , vor allem außerhalb Kölns und den Klimanotstandsgebiets zu investieren, die Stadtgrenzen sind sehr nahe am heutigen Grundstück, und Hürth z.B. wär ein guter Platz. Jahrelange Hängepartieen drohen und wir werden dort nicht mehr glücklich werden, gleiches gilt für den Stadionausbau. Glaubt hier wirklich irgendwer das eine Entscheidung des Rats einen Bauginn sicher stellt ?

  3. Toni10 says:

    Ich würde der Politik nicht weiter wegen des Geißbockheims hinterher laufen. Es wird sich eh nix zu gunsten des FC entwickeln.

    Ich würde ein neues Zuhause für die Profis und den Nachwuchs suchen und das Geißbockheim den Frauen überlassen, vielleicht kann man hier mal bisschen den Fokus drauf legen.

    • Dieter says:

      Wie sollen die Frauen das den finanzieren, oder egal wie, der FC wird nicht 2 Leistungszentren finanzieren können, hast du eine Vorstellung was so eine Anlage im Jahr kostet ? Verkaufen und das Geld neu investieren ist die einzige Chance ! Aber wer kauft das ? GDu kannst ja nichts mutzen ohne die Beklopten mit ihren Hündchen am Hals zu haben ! Kann höchtens die Stadt kaufen , oder die Sporthochschule vielleicht noch als Verwaltung im Grünen !

      • Boom77 says:

        Wenn die Stadt oder Sporthochschule es zum Marktpreis kaufen würde, wäre es ja okay und noch die beste Variante. Ich glaube nur nicht daran. Und ein ungenutztes Grundstück mit leer stehenden Gebäuden verursacht auch nicht unerhebliche Kosten. Da kann man es auch nutzen und sei es eben für die Frauenmannschaft… Wobei…. bitte korrigiert mich… ist das maßgebliche Problem nicht fas, dass die derzeitige Infrastruktur für das NLZ, die Profis und die Frauen schlicht zu klein ist? Wenn das so ist, muss man doch nicht alles ausgliedern. Vielleicht ist es möglich, bspw. nur die Profis wo anders unterzubringen und für diese wo anders moderne Trainingsmöglichkeiten zu schaffen. Dann könnten die Gebäude und Plätze rund ums GBH rein fürs NLZ (und ggfs. die FRauenmannschaft) genutzt werden und müssten vielleicht nur entsprechend umgebaut und modernisisert werden. Es müsste ja nicht gleich der „große Wurf“ mit einem Komplettumzug sein.

        Oder man vermietet es, wenn dafür ein Markt da ist. Wobei man da wohl zu viel investieren müsste, um es einer anderen Nutzung zugänglich zu machen, wenn das überhaupt bauordnungsrechtlich zulässig ist.

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