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Gefahr für 2021: Der FC braucht ein reguläres Saisonende


Der 1. FC Köln ist aktuell nicht von einer Insolvenz bedroht. Diese Zusicherung wiederholen die Bosse der Geissböckse seit Wochen gebetsmühlenartig. Die Coronakrise hat den Effzeh jedoch hart getroffen. Auch deswegen spielt mit Blick auf die finanzielle Lage des Klubs der Begriff „aktuell“ in den Formulierungen der FC-Führung eine wichtige Rolle. Das wurde am Donnerstagabend deutlich.

Köln – Es war die lange angekündigte Elefantenrunde des 1. FC Köln mit seinen Fans: Der Vorstand mit Werner Wolf, Eckhard Sauren und Carsten Wettich sowie die Geschäftsführer Alexander Wehrle und Horst Heldt stellten sich in einem Live-Video den Fragen der Fans. Moderiert von Mediendirektor Tobias Kaufmann, beantworteten die fünf FC-Bosse eine Stunde lang die drängenden Themen der Mitglieder und Anhänger.

Im Mittelpunkt vieler Fragen standen die Finanzen des Klubs. Ist der FC insolvenzgefährdet? Gehören die Geissböcke zu den 13 von 36 Klubs, die dem Vernehmen nach im Falle eines Saisonabbruchs zahlungsunfähig wären? Welche Maßnahmen müsste der Verein im schlimmsten Falle einleiten, um zu überleben? Die Antworten, ob von Wehrle, Sauren oder Wolf, waren stets ähnlich: Aktuell sei der 1. FC Köln nicht gefährdet.

Saisonabbruch 2020 würde 2021 zum existentiellen Problem

Wehrle war es wichtig darauf hinzuweisen, dass man bei einer Insolvenz zwei Dinge betrachten müsse: die Liquidität, also die Fähigkeit eines Unternehmens, seine Zahlungsverpflichtungen fristgerecht zu erfüllen – und die bilanzielle Überschuldung, die im Gegensatz zur Zahlungsunfähigkeit dann eintritt, wenn das Vermögen des Unternehmens die bestehenden Verbindlichkeiten nicht mehr deckt. „Auf den 30. Juni 2020 betrachtet wird der 1. FC Köln weder zahlungsunfähig noch bilanziell überschuldet sein“, betonte Wehrle. Allerdings fügte er auch an: Sollte es in dieser Saison doch noch zu einem Abbruch kommen, sodass die Spielzeit nicht beendet werden könne, müsste der FC „mit Blick auf den 30. Juni 2021 Gegenmaßnahmen einleiten“. Die Geissböcke wären also nicht unmittelbar, aber im Falle eines Saisonabbruchs mit Blick auf die kommende Spielzeit derart hart betroffen, dass eine Insolvenz nicht mehr ausgeschlossen werden könnte.

Das ließ auch Vizepräsident Sauren anklingen. Er machte deutlich: „Was wir aktuell am meisten benötigen, ist Cash. Deshalb würde es uns wirklich weiterhelfen, wenn einige Fans auf die Erstattung ihrer erworbenen Tickets verzichten würden.“ Der FC sei „aktuell nicht in Existenznöten“, doch die Äußerungen der FC-Bosse ließen keinen Zweifel, dass diese Krise den Klub an die Grenzen der wirtschaftlichen Belastbarkeit bringen könnte. Vizepräsident Wettich betonte, dass jeder Fan die Wahlmöglichkeit bekommen werde, sich den Wert erworbener Tickets in Bar zurückerstatten zu lassen. Doch auch Wettich machte deutlich: „Die Krise trifft uns als Klub hart, vor allem durch die Heimspiele ohne Zuschauer“. Wehrle bestätigte neun Millionen Euro Mindereinnahmen durch Geisterspiele. „Die sind weg.“ Auch deswegen ist klar: Der FC braucht ein reguläres Saisonende 2019/20. Andernfalls stünde dem Klub ein Existenzkampf bevor.

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