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FC-Ultras helfen Kardinal Woelki: „Tolle Jungs für Menschen in Not“


Die Coronavirus-Pandemie trifft insbesondere die Wohnungslosen in Deutschland hart. Da viele Einrichtungen zur Zeit geschlossen sind, hat Kölns Erzbischof Rainer Maria Woelki das Priesterseminar als Anlaufstelle für Bedürftige geöffnet. Dabei bekommt der Kardinal zahlreiche Unterstützung der Kölner Ultraszene. 

Köln – Während viele Fußball-Bundesligisten in Zeiten der Corona-Krise kaum eine Gelegenheit auslassen, die wirtschaftlichen Folgen für die Vereine zu beklagen, greifen abseits des großen Rampenlichtes zahlreiche Menschen denjenigen unter die Arme, die von der vorherrschenden Pandemie mit am härtesten betroffen sind. Für Wohnungslose ist die aktuelle Zeit mit den strengen Hygiene- und Schutzvorschriften besonders schwierig. Seit einigen Wochen sind viele Obdachlosen-Einrichtungen sowie die Tafeln geschlossen, da viele Ehrenamtliche insbesondere altersbedingt zur Risikogruppe zählen. Der 1. FC Köln hat mit seiner Stiftung und vielen Mitarbeitern bereits dafür gesorgt, dass einige Tafeln wieder geöffnet werden konnten. Doch nach wie vor sind zahlreiche Wohnungslose auf die Hilfe anderer angewiesen.

Der Renner waren die selbstgenähten Masken

Daher öffnete Erzbischof Rainer Maria Woelki vor knapp einem Monat das Priesterseminar in der Kardinal-Frings-Straße als Anlaufstelle für Bedürftige. In der Kantine des Erzbistums wird dabei für täglich rund 140 Wohnungslose das Essen zubereitet. Unterstützung bekommt der Kardinal dabei von zahlreichen Freiwilligen, unter anderem von Mitgliedern der beiden Kölner Ultragruppierungen „Wilde Horde“ und „Coloniacs“. Die ehrenamtlichen Helfer unterstützen das Priesterseminar aktuell in der Suppenküche und bei der Essensausgabe.

Am Montag bedankte sich Woelki öffentlich bei den beiden Ultragruppierungen. Dem GEISSBLOG.KOELN sagte der Kardinal: „Die beiden Ultragruppen „Wilde Horde“ und „Coloniacs“ sind über private Netzwerke auf unser Obdachlosenprojekt aufmerksam geworden und haben gleich ihre Hilfe angeboten. Da wir jede helfende Hand gut gebrauchen konnten, haben wir das gerne angenommen. Sie haben unsere obdachlosen Gäste willkommen geheißen und mit einer warmen Mahlzeit versorgt.“ Neben der warmen Mahlzeit steht für das Priesterseminar der persönliche Umgang mit den Bedürftigen in Zeiten der Abstandsregeln und sozialen Isolation an erster Stelle. Daher freute sich Woelki über eine Geste der Ultras ganz besonders: „Der Renner waren die selbstgenähten Masken der Ultras.“ Schon seit jeher stehen die Ultras in Köln nicht nur für Pyrotechnik und fragwürdige Spruchbänder. Immer wieder setzen sich die Anhänger mit Spendenaktionen vor dem Stadion auch für Hilfsbedürftige ein. Nicht anders verhält es sich nun in der Corona-Krise. So fand auch Kardinal Woelki lobende Worte für seine Helfer: „Ich habe junge, engagierte Menschen kennengelernt, die nicht nur für den FC einstehen sondern ebenso für Menschen in Not – tolle Jungs!“

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