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Fünf Fragen und Antworten: Die Folgen der positiven Tests


Der 1. FC Köln versucht die positiven Tests zweier Spieler und eines Betreuers als Zeichen zu interpretieren, dass das Konzept der Deutschen Fußball Liga funktioniert. Ob das gelingen wird, dürfte entscheidend von den weiteren Tests abhängen, die nun folgen werden. Denn daran hängt, ob die bereits Infizierten noch andere Spieler angesteckt haben. 

Köln – Die FC-Bosse waren am Samstag im Krisenmodus. Man hatte gehofft, von positiven Tests verschont zu werden. Nicht nur, um weiter in Ruhe trainieren zu können. Auch, um dem ersehnten Bundesliga-Restart näher kommen zu können. Stattdessen wurde das trainingsfreie Wochenende für die Verantwortlichen der Geissböcke zu einem Großeinsatz. Dabei ging es immer wieder um fünf Fragen. Deren Antworten fasst der GEISSBLOG.KOELN zusammen.

1. Wie geht es jetzt weiter?

Der 1. FC Köln erklärte am Samstag, dass das Training „am Montag mit den Spielern weitergeht, die negativ getestet worden sind“. Auf die Frage, ob dies nur für die Tests von Donnerstag gelte, gab es keine Antwort. Nach Informationen des GEISSBLOG.KOELN ist dies aber nicht der Fall. Am Montag sollen nur Spieler wieder ins Training einsteigen dürfen, die zwei negative Tests vorweisen können – jenen vom Donnerstag und einem weiteren Test nach GBK-Informationen am Sonntag. Die Ergebnisse dieses zweiten Tests werden am Montagvormittag vorliegen, sodass Trainer Markus Gisdol dann weiß, welche Spieler er in den kommenden Tagen wird gefahrlos trainieren können.

2. Warum sind die Mitspieler nicht ebenfalls in Quarantäne?

Nach GBK-Informationen gehörten die beiden infizierten Spieler ebenso wie der Betreuer ein und derselben Trainingsgruppe der vergangenen Wochen an. Das heißt zunächst: Am Sonntag und Montag werden alle Augen auf den Testergebnissen der Gruppen-Mitspieler liegen – in der Hoffnung, dass sich keine weiteren FC-Profis in diesem Kreis angesteckt haben. Klar ist bislang: Laut Gesundheitsamt müssen erst einmal nur die drei Infizierten in Quarantäne. Weitere FC-Spieler oder -Mitarbeiter gehören laut Einschätzung des Amtes und des Robert-Koch-Instituts nicht zu den sogenannten „Kontaktpersonen der Kategorie I mit engem Kontakt (höheres Infektionsrisiko)“.

3. Wer nimmt die Kategorisierung vor?

Das Gesundheitsamt! Wie bei allen Coronavirus-Infizierten in Deutschland auch, wurden die betroffenen FC-Spieler und -Betreuer dem Gesundheitsamt gemeldet und nach GBK-Informationen vom Amt telefonisch kontaktiert. Daraufhin mussten die Erkrankten alle Namen möglicher Kontaktpersonen nennen und die Umstände der Kontaktsituation. Das Amt entschied daraufhin, dass die anderen FC-Spieler nicht zur Kategorie I mit höherem Infektionsrisiko gehören. Offen ist, ob diese Einschätzung revidiert werden könnte, sollten weitere Infektionen innerhalb der bereits betroffenen Trainingsgruppe hinzukommen. Weitere positive Fälle wären Hinweise darauf, dass sehr wohl ein erhöhtes Infektionsrisiko trotz des Trainingskonzepts vorliegt. Doch das Arbeitsministerium, das Robert-Koch-Institut und das Gesundheitsamt Köln haben das DFL-Konzept bislang als ausreichend eingestuft.

4. Wie häufig wird getestet und wer darf trainieren?

Ab sofort wird nicht nur der 1. FC Köln, sondern alle Bundesliga-Klubs zweimal pro Woche getestet. So sieht es der Plan der Deutschen Fußball Liga vor. Am Mannschaftstraining und an potentiell stattfindenden Spielen sollen lediglich Spieler und Betreuer teilnehmen dürfen, die zwei aufeinander folgende negative Tests vorweisen können. Durch die regelmäßige Testung soll garantiert werden, dass bei positiven Tests der jeweilige Patient noch nicht ansteckend war. Diese Empfehlung geht ebenfalls auf das Robert-Koch-Institut zurück.

5. Sollte es im Mannschaftstraining inklusive Zweikämpfen neue positive Fälle geben, wären dann nicht alle Mitspieler automatisch Kategorie I?

Dazu sagte FC-Geschäftsführer Alexander Wehrle dem GEISSBLOG.KOELN: „Die Experten gehen davon aus, dass die Wahrscheinlichkeit einer Ansteckung während des Sports unter freiem Himmel sehr viel geringer ist. Ansonsten wäre, egal in welchem Bereich, kein Mannschaftssport mehr möglich, bis ein Impfstoff vorhanden ist.“ Entscheidend bei der Kategorisierung soll laut Experten der Unterschied zwischen „auf dem Platz“ und „außerhalb des Platzes“ sein. Bislang geht das Robert-Koch-Institut davon aus, dass die Infektionsgefahr auf dem Platz äußerst gering ist und deswegen die Quarantäne einer gesamten Mannschaft nicht nötig wäre.

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