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Nach 27 Punkten: Gisdol beginnt seine persönliche Rückrunde


Wenn der 1. FC Köln am Montagabend in Müngersdorf RB Leipzig empfängt, beginnt für Trainer Markus Gisdol seine persönliche Rückrunde der Saison 2019/20. Gegen das Team von Julian Nagelsmann hatte der 50-Jährige vor etwas mehr als einem halben Jahr seine Arbeit beim FC aufgenommen. Einem ernüchternden Beginn folgte ein wochenlanger Sturmlauf. Auch vor dem Rückspiel gegen Leipzig muss der FC-Coach sein Team wieder in die Spur bringen.

Köln – Der Erfolg unter Markus Gisdol lässt sich in vielen Zahlen ausdrücken. Die Eindrücklichsten sind: 17 Spiele, 27 Punkte. Auf eine vollständige Saison gerechnet würde das mit 54 Punkten wohl für einen europäischen Startplatz reichen. Doch das Handicap aus sieben Punkten nach elf Partien war groß, und so hätte der Klassenerhalt am Ende der Saison den gleichen Stellenwert wie der Sprung ins internationale Geschäft.

Auch andere Zahlen zeigen, was Gisdol erreicht hat. Acht Siege feierte der FC in 17 Spielen und stellt inzwischen mit 44 Toren die sechsbeste Offensive der Liga. In jedem der vergangenen 14 Bundesliga-Spiele erzielte der FC mindestens einen Treffer. Das gab es seit 26 Jahren nicht mehr. Vor allem daheim hat Gisdol seine Mannschaft auf Kurs gebracht: Nur gegen den FC Bayern unterlag der FC mit Gisdol, die anderen acht Heimspiele gingen nicht verloren (fünf Siege, drei Unentschieden). Dass es für die Geissböcke unter Gisdol überhaupt nur die drei Unentschieden daheim gab, zeigt, dass man beim 1. FC Köln sehr wohl weiß, womit man am schnellsten wieder Ruhe in einen Klub bekommt: mit Siegen.

Gisdol muss Qualitäten wieder einfordern

Ein solcher Sieg wäre am Montag gegen RB Leipzig zwar eine Sensation. Doch drei weitere Punkte auf dem Konto wären für die Geissböcke wohl gleichbedeutend mit dem Erreichen des Zieles Klassenerhalt. Zudem kam Leipzig wie auch der FC nicht ganz beschwerdefrei aus der Coronavirus-Pause. Zwar konnte die Mannschaft von Julian Nagelsmann mit 5:0 in Mainz gewinnen. Die beiden Heimspiele gegen Freiburg und Hertha endeten jedoch Unentschieden. Keine Frage: Die Geissböcke bräuchten einen Sahnetag gegen den Dosen-Klub. Nur, wenn die Gisdol-Elf all ihre Stärken vereint und über 90 Minuten auf den Platz bringt, dürfte etwas Zählbares in Reichweite liegen.

Genau daran hatte es jedoch zuletzt gehapert. Die Gegentore fielen zu leicht, die Konzentration wich immer wieder, die Chancen in der Offensive wurden zu leichtfertig liegen gelassen, die Kölner Individualisten gönnten sich Auszeiten zu Unzeiten. Gisdol kennt das bereits aus seiner Anfangszeit. Auch in den ersten drei Spielen unter seiner Führung in Leipzig, gegen Augsburg und bei Union war nur sehr selten zu sehen, was Gisdol eigentlich von seiner Mannschaft erwartet. Zu seinem persönlichen Rückrunden-Beginn muss er seine Spieler nun wieder an das erinnern, was den FC so erfolgreich gemacht hatte.

Zehn Punkte holte Gisdol mit dem FC aus den sechs Hinrunden-Spielen unter seiner Führung. In der Rückrunde kamen bislang weitere 17 Punkte hinzu und damit zehn mehr als in der Hinrunde in den gleichen Spielen unter Achim Beierlorzer, 17 Punkte aus elf Partien, wie sie der FC in der gesamten Hinrunde holte. Eine starke Bilanz also für Gisdols Mannschaft. Trotzdem entscheiden nun die sechs verbliebenen Rückspiele über den Abschluss der Saison. Weitere zehn Punkte würden den Geissböcken einen Platz im oberen Mittelfeld sichern, womöglich gar einstellig. Doch am Montag geht es erst einmal nur gegen Leipzig und nicht um die Spiele, die dann noch folgen.

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