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Heldt: „Jeder weiß, was am Samstag möglich ist“


Der 1. FC Köln kann am Samstag gegen Union Berlin den Klassenerhalt endgültig perfekt machen. Bei einem Sieg könnten die Geißböcke ungeachtet der anderen Ergebnisse nicht mehr auf einen direkten Abstiegsplatz rutschen. Sollte Düsseldorf mitspielen, wäre auch der Relegationsplatz weit genug weg. Dass dies ausgerechnet gegen Union Berlin möglich ist, bedeutet: Für Mannschaft und Verantwortliche würde sich ein Kreis schließen. 

Köln – Seit dem Bundesliga-Restart Mitte Mai haben nur der FC Schalke 04 und Union Berlin weniger Punkte geholt als der 1. FC Köln. Gemeinsam mit den SC Paderborn wartet das Trio noch immer auf den ersten Geisterspiel-Sieg. Dass die Geißböcke den Klassenerhalt vier Spieltage vor dem Saisonende dennoch praktisch in der Tasche haben, ist dem beeindruckenden Zwischen-Sprint von acht Siegen in elf Spielen vor der Pause zu verdanken.

Das gilt es zu korrigieren

Vor genau einer Halbserie hätte mit dieser komfortablen Ausgangssituation der Kölner wohl selbst der optimistischste FC-Fans nicht mehr gerechnet. Schließlich lag der FC vor dem Hinrundenspiel gegen Union Berlin mit nur acht Punkten auf dem vorletzten Tabellenplatz. Und es sollte sogar noch schlimmer kommen: Die 0:2-Pleite an der Alten Försterei bescherte den Kölnern am 14. Spieltag die Rote Laterne. Der Trainerwechsel von Achim Beierlorzer zu Markus Gisdol schien keine Wirkung zu haben, die Mannschaft wirkte kraftlos, lustlos, ratlos und ohne Chance oder Glaube, sich aus dem Tief noch einmal zu befreien. „Union war der Tiefpunkt“, erinnerte sich Horst Heldt nun, der bei der Pleite in der Hauptstadt gemeinsam mit Gisdol knappe drei Wochen im Amt gewesen war, und fügte hinzu: „Das gilt es zu korrigieren.“

Korrigiert haben die Kölner in dieser Saison schon ganz andere Dinge. Der schlechte Saisonstart wurde mit einer fulminanten Aufholjagd wieder wettgemacht und hätte den Kölnern sogar die Chance beschert, noch den ein oder anderen Platz weiter nach oben zu klettern. Doch der Fokus am Geißbockheim lag nach dem verpatzten Start als Aufsteiger zu jeder Zeit auf dem Erreichen des Klassenerhaltes. Unter diese Aufgabe hätten die Kölner wohl am liebsten schon vor einigen Wochen einen Strich gemacht. Gerade durch die zahlreichen Ausrutscher der Konkurrenz hätte der Ligaverbleib auch rechnerisch schon perfekt sein können. Doch die Kölner haben mit den derzeitigen Bedingungen der Coronavirus-Krise zu kämpfen. Nichtsdestotrotz will der FC gegen Union Berlin alles klar machen. „Jeder weiß, was am Samstag möglich ist“, erklärte Heldt. Was der Geschäftsführer damit meinte, ist klar: Bei einem Sieg könnte der FC nicht mehr auf einen direkten Abstiegsplatz rutschen, ungeachtet dessen, wie zeitgleich die Partie zwischen dem SC Paderborn und Werder Bremen ausgeht. Sollte Fortuna Düsseldorf gleichzeitig nicht gegen Borussia Dortmund gewinnen, wäre auch ein Abrutschen auf den Relegationsrang nicht mehr möglich und der FC könnte sicher für die nächste Bundesliga-Saison planen.

Jetzt zählt nur noch das nackte Ergebnis

Voraussetzung dafür sind nach inzwischen sechs sieglosen Spielen in Folge jedoch drei Punkte gegen Union Berlin. Dass dies gegen die körperlich starke Mannschaft aus Köpenick nur mit dem unbedingten Willen und Einsatzbereitschaft möglich sein wird und damit am Samstag kein fußballerischer Leckerbissen zu erwarten sein dürfte, ist auf für die Verantwortlichen am Geißbockheim klar. „Jetzt zählt nur noch das nackte Ergebnis. Schönheitspreise gibt es jetzt am Saisonende nicht mehr zu gewinnen“, sagte Heldt und nahm damit seine Mannschaft in die Pflicht, gegen Union alles in die Waagschale zu werfen, um das gesteckte Ziel vorzeitig zu erreichen. Den Klassenerhalt gegen Mitaufsteiger Union Berlin perfekt zu machen, wäre nach dem Erreichen des Tiefpunktes in der Hinrunde wohl eine besondere Genugtuung für Gisdol und seine Mannschaft. Dann wären wohl auch die zum Teil schwachen Auftritte der letzten Woche vergessen. Aber auch beim FC weiß man: „Der Kreis schließt sich nur dann gegen Union, wenn wir unser Ziel erreichen.“

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