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Nur noch peinlich! Blamabler FC schenkt Werder die Relegation


Der 1. FC Köln hat sich am 34. Spieltag beim SV Werder Bremen bis auf die Knochen blamiert. Mit einer indiskutablen Leistung ging die Mannschaft von Markus Gisdol beim Tabellen-17. mit 1:6 (0:3) unter und bescherte den Werderanern im letzten Moment noch den Sprung auf den Relegationsplatz. Der einzige Lichtblick einer peinlichen Kölner Leistung war ein Doppelwechsel in der 75. Minute, als Christian Clemens und Tim Lemperle ins Spiel kamen. 

Bremen – Die Ausgangsposition vor dem Spiel war klar: Holt der FC in Bremen etwas Zählbares, egal ob einen Sieg oder ein Unentschieden, würde der SV Werder in seinem 1900. Bundesliga-Spiel aus eben jener absteigen. Für den FC ging es auf dem Papier nur noch um den Tabellenplatz, damit jedoch auch um die TV-Gelder-Tabelle. Markus Gisdol und Horst Heldt hatten daher nach neun sieglosen Spielen in Serie noch einmal auf die Spieler eingeredet und einen Dreier zum Abschluss der Saison eingefordert.

Ausgangslage

Dafür setzte Gisdol wie schon gegen Frankfurt auf eine Dreierkette in der Defensive. Personell musste er auf zwei Positionen wechseln: Anthony Modeste kam für Jhon Cordoba im Sturm. Darüber hinaus ersetzte Dominick Drexler den gesperrten Florian Kainz. Für Toni Leistner wurde es sein womöglich letztes Spiel für den FC, ebenso könnte dies auf Mark Uth zutreffen. Der FC-Coach erwartete von seinen Spielern eine Leistung, mit der sich die Kölner am Ende nichts vorwerfen lassen konnten. Daraus wurde aber nichts.

Moment des Spiels

Zur Erinnerung: Werder Bremen hatte in dieser Saison in 16 Heimspielen nur einen Sieg gefeiert, am 3. Spieltag. Danach hatte es drei Unentschieden und zwölf Niederlagen bei nur neun eigenen Toren gegeben. Doch in der 29. Minute gegen den FC fiel bereits das 3:0 für Werder. Erst hatte Toni Leistner die Hand am Ball, doch der Elfmeterpfiff blieb aus. Das machte aber nichts. Friedl schickte die nächste Flanke in den Strafraum. Bornauw und Czichos kümmerten sich nicht weiter um Füllkrug und dieser hielt nur den Fuß hin. Drei Gegentore in acht Minuten – der FC erwies sich als widerstandsloser Helfer für Bremen im Abstiegskampf.

Die wichtigsten Szenen

Nach sechs Minuten musste Horn innerhalb weniger Sekunden zweimal ins langen Eck abtauchen. Erst Osako und dann Rashica näherten sich dem FC-Tor an, doch Horn war zur Stelle. Auf der Gegenseite war es Modeste, der sich mit einer starken Ballannahme die erste Großchance für die Geißböcke erarbeitete, doch an Pavlenka scheiterte (9.) Danach übernahm Werder die Initiative. Wie erwartet gingen die Gastgeber auf die frühe Führung – und bekamen sie nach 22 Minuten. Eggestein zog aus 20 Metern ab, der Ball landete bei Osako, der Horn keine Chance ließ. Ein Treffer, der dem FC den Stecker zog. Nur fünf Minuten später sah man, dass der FC mit den Gedanken schon im Urlaub war. Leistner ließ sich von Rashica austanzen und Horn sah bei dem Schuss aus 15 Metern mittig auf sein Tor derart schlecht aus, dass man meinen konnte, er wollte lieber Bremen als Düsseldorf in der Bundesliga halten. So sah es offenbar auch die Kölner Defensive, denn nur zwei Minuten später musste Füllkrug nur noch den Fuß hinhalten. Das 0:3 – und die Frage war beantwortet, ob die Geißböcke am 34. Spieltag noch einmal alles investieren würden. Gisdol hatte nach 33 Minuten genug gesehen und brachte Höger für den überforderten Leistner. Die Umstellung auf Viererkette brachte Köln wieder etwas Stabilität. Doch darüber hinaus tobte in den sozialen Netzwerken bereits die Diskussion um eine Kölner Wettbewerbsverzerrung.

Genau diesem Vorwurf hatte sich der FC eigentlich nicht aussetzen wollen. Wie es anders gehen kann, zeigte in Berlin der FC Union gegen Fortuna Düsseldorf. Derweil wechselte in Bremen Gisdol zur Pause zwei weitere Male. Es brachte nichts. In der 55. Minute liefen drei Bremer Angreifer auf sechs (!) Kölner Verteidiger zu. Kein Problem. Rashica traf den Pfosten, Klaassen staubte ab – das 4:0. Und wieder nur drei Minuten später war es wieder ein Drei gegen Sechs und wieder gab es keine Kölner Gegenwehr. Osako durfte den Ball aus elf Metern freistehend zum 5:0 in die Maschen jagen. Es war eine Leistung, die keiner Erklärung bedurfte. So verwunderte es auch nicht, dass aus dem Nichts das 5:1 fiel, weil Rashica einen Ball zum Torwart zurückspielen wollte, aber Drexler der einzige Fußballer im weiten Rund in der Nähe dieses Zuspiels war und frei vor Pavlenka einschieben konnte (61.). Aber Bremen ließ sich nicht aus der Ruhe bringen. Rashica brachte im Liegen (!) gegen zwei Kölner den Pass zu Sargent und dieser machte das halbe Dutzend voll. Die einzig schöne Randbemerkung dieses Tages aus Kölner Sicht war der Doppelwechsel in der 75. Minute: Christian Clemens kam nach 14 Monaten zu seinem Comeback und Tim Lemperle zu seinem Bundesliga-Debüt. Und nur Sekunden später hätte eben jener Clemens mit seinem ersten Ballkontakt die Vorlage geliefert für Lemperle, der mit einem Schuss aus zehn Metern nur um Zentimeter das Tor verpasste. Doch insgesamt ließen die Geißböcke die Zuschauer an den Bildschirmen zuhause fassungslos zurück. Die letzten 90 Minuten dieser Saison waren aus Kölner Sicht eine Blamage.

Fazit

Zum Freuen: Wenigstens gibt es für so einen Auftritt keine Ausreden.

Zum Ärgern: An diesem Tag musste man sich als FC-Fan schämen.

Mann des Tages: Willkommen in der Bundesliga, Tim Lemperle!

Aufstellung

Horn – Leistner (34. Höger), Bornauw, Czichos – Ehizibue, Skhiri, Rexhbecaj (46. Thielmann), Jakobs (75. Clemens) – Uth (46. Katterbach), Drexler –Modeste (75. Lemperle)

Tore

1:0 Osako (22.)
2:0 Rashica (27.)
3:0 Füllkrug (29.)
4:0 Klaassen (55.)
5:0 Osako (58.)
5:1 Drexler (61.)
6:1 Sargant (69.)

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