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Weg frei für Ausbau: Politik folgt den Geißbockheim-Plänen

Der 1. FC Köln kann doch noch gewinnen – zumindest politisch. Der Stadtrat Köln hat am Donnerstagabend der geplanten Erweiterung des Trainingsgeländes am Geißbockheim zugestimmt. Mit 52 zu 28 Stimmen folgten die Politiker dem Antrag des FC und machten damit – Klagen ausgenommen – den Weg frei für den Bau eines Leistungszentrums, dreier Kunstrasenplätzen sowie vier Kleinspielfeldern. 

Köln – Die Abstimmung war mit großer Spannung erwartet worden. Die Grünen hatten in letzter Minute versucht das Vorhaben wegen eines vermeintlichen Formfehlers zu verhindern, waren damit aber gescheitert. So stimmten am Donnerstagabend nach einer stundenlangen Ratssitzung schließlich die Politiker der SPD, CDU und FDP mit ihren 52 Stimmen für den Plan des Geißbockheim-Ausbaus. Die Grünen und die Linke lehnten die geplante Bebauung im Landschaftsschutzgebiet Äußerer Grüngürtel wie erwartet ab.

Jahrelang hatte der Kampf um den Ausbau getobt, zuletzt hatte Kölns parteilose Oberbürgermeisterin Henriette Reker noch einmal via Social Media für eine Alternative geworben, um die Gleueler Wiesen zu schützen. Doch nach einem jahrelangen Kampf und dem Verlauf über einen langwierigen politischen Prozess inklusive Bürgerbeteiligung hatte der FC letztlich die Mehrheit im Rat für sein Vorhaben gewonnen. „Meine Haltung zum Schutz des Grüngürtels ist bekannt, daher hätte ich mir eine andere Entscheidung gewünscht“, sagte OB Reker nach der Abstimmung. „Aber natürlich akzeptiere ich den heutigen Beschluss des Rates und werde das Verfahren professionell weiterführen.“

Entscheidung ist nicht nur für den FC ein wichtiges Signal

Erleichterung dagegen beim FC: „Verwaltung und Politik der Stadt Köln haben sich als verlässlicher Partner erwiesen und sich nach Abwägung der Alternativen in einem transparenten, ausführlichen und auch kontroversen Verfahren klar zum Standort Geißbockheim für den 1. FC Köln bekannt“, sagte FC-Präsident Dr. Werner Wolf. „Dafür sind wir sehr dankbar. Diese Entscheidung ist nicht nur für den FC ein wichtiges Signal.“ Ins gleiche Horn stieß Geschäftsführer Alexander Wehrle, der das Projekt zu seinem persönlichen Ziel für den FC gemacht hatte. „Widerspruch gehört zu so einem Projekt dazu und ist völlig legitim. Die Kompromisse, die wir mit Verwaltung und Politik erzielt haben, sind für alle Seiten gut: für den FC, für die Sportstadt Köln und ihre Bürger, aber auch für die Natur und den Klimaschutz, der über die von uns zu finanzierenden Ausgleichsmaßnahmen im Grünzug West nachhaltig profitieren wird. Die Entscheidung lag am Ende bei den gewählten Volksvertretern, und so sollte es sein.“

Ob der FC nun tatsächlich den Bauantrag anstreben kann, ist jedoch offen. Diverse Bürger- und Umweltorganisationen hatten angekündigt im Falle eines politischen Beschlusses klagen zu wollen. Der FC hingegen hofft schon bald mit dem Bau des Leistungszentrums sowie den drei Kunstrasen- und vier Kleinspielfeldern beginnen zu können. Bislang ging der Klub von einem Kostenrahmen von rund 20 Millionen Euro aus. Inzwischen soll sich dieser jedoch auf rund 25 Millionen Euro erhöht haben. Wehrle hatte betont, dass die Rücklagen dafür unabhängig des Spielbetriebs in den letzten Jahren gebildet worden seien, da der Ausbau das entscheidende und wichtigste Projekt für die Zukunft des FC sei. Politisch herrscht nun Klarheit. Rechtlich dagegen müssen wohl noch einige Fragen beantwortet werden.

16 Kommentare
  1. Norbert Furmanek says:

    Tja Herr Gisdol . Wenn der FC so weiterspielt wird mir nicht Angst und Bange !!!!
    Aber dafür uns ,den Fans !!!!! Statt mal den Finger ,,richtig “ in die Wunden ( ja WUNDEN) zu legen wird vieles nicht wahr genommen !!!!! Für den Etat den der FC aufbringt muss viel mehr rauskommen !!! Auch die These, der FC ist ein Aufsteiger kann man ignorieren !!!!! Da sind etliche Spieler die in der 1. Bundesliga gespielt haben !!!!!

  2. FC Neukoelln says:

    Ich würde dann jetzt mal klagen wenn das ok ist. Gerade der Lärm von den neuen Jugendplätzen ist selbst aus 600km Entfernung fast unerträglich.
    Gegen eine gewisse „Aufwandsentschädigung“ könnte ich es mir natürlich nochmal überlegen.

  3. C W says:

    Ruhig, ganz ruhig. Das hier ist nur ein weitere Schritt auf dem Weg zur Grundsteinlegung 2050. Jetzt klagen erstmal die ersten Bürgerinitiativen. Natürlich nicht gleichzeitig sondern nacheinander, damit dann die Grünen pünktlich zur nächsten OB Wahl von ihrem Kandidaten verkünden lassen können, dass man nun auch noch eine Grundsatzklage eingereicht hat die bis zum Bundesverfassungsgericht hoch gehen soll. Weil die Würde des Menschen, ähh Grüngürtels ist unantastbar und so. Vor 2030 kann der FC also gar keinen Bauantrag stellen.

    Und dann geht natürlich das übliche Geschacher zwischen den Bauwens, Hochtiefs und wie sie alle heißen los, die in 20 Jahren bis 2050 die Planungskosten auf überschaubare 26 Milliarden anwachsen lassen. Der Bau selber dauert nach der Grundsteinlegung dann natürlich auch noch ein paar Jahre, so dass der FC pünktlich zum 150ten 2098 den Bau dann auch eröffnen darf…

  4. Dieter says:

    Der FC hofft das auf eine Sammelklage zu reduzieren, die kennen aber die Umweltverbände und grünen Vollidioten noch nicht , das wird eine Hängepartie über viele Jahre und unter dem derzeit beschlossenen Klimanotstandsgesetzt in Köln wird es am Schluss dann nichts geben !
    Wir werden in dem Grüngürtel nicht mehr glücklich werden , das steht fest.

  5. mario lindenberg says:

    Ich möchte an dieser Stelle mal dafür werben, dass wir als FC-Fans die Gegner des Ausbaus nicht so intensiv beschimpfen. Das schürt die Emotionen nur weiter an und dem ganzen Prozess tut es gut, wenn die Planung sachlich nach Fakten beurteilt wird. Sich gegenseitig zu beschimpfen, ist für mich nachvollziehbar, führt aber nicht zu einem Ergebnis.

  6. Norbert Neuheisel says:

    Frau Reker, die man nur noch die „Wankelmütige“ nennen sollte, müsste eigentlich der Schäfer sein, wird aber von der Schafherde (Grüne) vor sich hergetrieben. Jetzt stehen die Winkeladvokaten in den Startlöchern, um die braven „Umweltschützer (?)“ sowie Haus-und Grundbesitzer (Vorsitzender Konrad Adenauer) vor dem bösen FC zu verteidigen.

  7. Markus Schulze says:

    „Verwaltung und Politik haben sich als verlässlicher Partner erwiesen ..“ Jo Herr Wolf, nach 6 Jahren.
    Und jetzt die Klagewellen. Umwelt- und Naturschutz ist total wichtig und sinnvoll.
    Aber mal im Ernst. 50 Meter neben der Wiese verläuft der Militärring der von zig Tausenden Autos, Lkw`s etc. befahren wird.
    Klagt doch gegen den Militärring. Eine Spur als Fahrradstraße und die andere Spur nur für Pferdekutschen.
    Leute, wir reden über 0,01 % des Kölner Grün.

  8. Klaus Höhner says:

    Es gibt nur eine die uns in Deutschland weiterbringt das ist nun mal unsere Bundeskanzlerin ob es hier einigen Torfköppen passt oder nicht. Aber das mit der Situation in Köln mit FC und Stadt nichts zu tun, hier war so eine Schafsnase die das irgendwie vermischt.

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