Fabian Klos (l.), Daniel Didavi (m.) und Guido Burgstaller (r.) stehen mit ihren Vereinen vor einer schwierigen Saison (©️imago images)

Abstiegskampf 2020/21: Es wird eng im Tabellenkeller

Beierlorzer und neue Sorgenkinder

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Jetzt muss sich Beierlorzer beweisen

Noch ein Jahr länger als Augsburg ist Mainz 05 Bestandteil der Bundesliga. Auch das Team von Ex-FC-Coach Achim Beierlorzer befand sich bis kurz vor Ende in Abstiegsnöten. Mit neun Punkten aus den letzten fünf Partien legten die Mainzer einen starken Endspurt ein und schlossen die Saison auf dem 13. Tabellenplatz ab. Da sich der Verein in den letzten Jahren als „Durchlauferhitzer“ für talentierte Spieler einen Namen gemacht hat, ist auch in dieser Transferperiode damit zu rechnen, dass viel Arbeit auf Geschäftsführer Rouven Schröder zukommt. Leistungsträger wie Robin Quaison (26), Pierre Kunde Malong (22) oder Jeremiah St. Juste (23) stehen bei vielen Vereinen auf dem Zettel. Durch Corona wird Mainz 05 nicht in der Lage sein, Transfererlöse eins zu eins zu reinvestieren, dies bestätigte Schröder bereits. Freilich betrifft dieser Umstand fast alle Vereine der Bundesliga, doch fußt die Mainzer Vereinsphilosophie der letzten Jahre auf dem Prinzip: Spieler günstig einkaufen, weiterentwickeln und teuer weiterverkaufen. Noch ist nicht abzuschätzen, wie schlagkräftig Mainz in der kommenden Spielzeit aufgestellt sein wird.

Tönnies hinterlässt gespaltenes Schalke 04

Wenn es einen Verein gab, der dem 1. FC Köln in Sachen sportlichen Misserfolg nach Corona in nichts nachstand, war das der FC Schalke 04. Doch die Offenbarungseide des Teams von Trainer David Wagner wurden sogar noch durch die nicht enden wollenden vereinsinternen Querelen in den Schatten gestellt. Am Ende der Saison 19/20 stand nicht nur ein gigantischer Schuldenberg von über 190 Millionen Euro, sondern auch das Ende der Ära Clemens Tönnies. Der Wurstfabrikant hatte 19 Jahre lang den Vorsitz im Aufsichtsrat von Schalke 04 inne. Zum Ende seiner Amtszeit hinterlässt er einen gespaltenen Verein. Auf der einen Seite rechnen ihm viele Mitglieder sein finanzielles Investment und Engagement hoch an, auf der anderen Seite stehen ebenso viele Anhänger, die ihm Verrat an den Werten des Malocherklubs vorwerfen. Tönnies hatte sich im vergangenen Sommer rassistisch gegenüber Afrikanern geäußert, der Corona-Skandal in seiner Schlachterei in Gütersloh warf außerdem ein schlechtes Licht auf ihn. Nun haben die neuen Verantwortlichen um Alexander Jobst und Jochen Schneider die Aufgabe, die Scherben zusammenzukehren. Erste Ideen wurden bereits vorgestellt, so soll es ab sofort eine Gehaltsobergrenze (2,5 Mio. pro Jahr) für Neuzugänge geben. Im Hinblick auf die kommende Spielzeit ist zu erwarten, dass sich die Blau-Weißen von Leistungsträgern trennen müssen, um Transferüberschüsse zu generieren. Solange keine Ruhe in den Verein einkehrt, wird Schalke in 20/21 häufiger den Blick in den Rückspiegel werfen müssen.

Eigentlich hat der SC Freiburg nach der vergangenen Saison in dieser Liste nichts zu suchen. Zu souverän, gefestigt und erfolgreich agierten die Breisgauer während der gesamten Spielzeit. Da aber Trainer Christian Streich nie müde wird, sein Credo des Underdogs aus der Schwarzwaldregion gebetsmühlenartig runterzubeten, wird wohl auch in der kommenden Saison das Saisonziel Klassenerhalt ausgerufen. Sicher ist, dass die Freiburger ab Herbst in einer neuen Arena spielen werden. Unsicher bleibt, inwieweit die Atmosphäre aus dem kompakten Schwarzwaldstadion in das größere SC-Stadion übertragen werden kann. Ob Leistungsträger wie Alexander Schwolow (28), Nationalspieler Robin Koch (23) oder Luca Waldschmidt (24) bei der Stadioneinweihung noch dabei sein werden, ist offen. Der Torhüter steht vor einem Wechsel nach Schalke. Trotz der erwartbaren Verkäufe sollte die Mannschaft breit genug aufgestellt sein, um die Klasse zu halten.

Bremen muss Bundesliga-Tauglichkeit beweisen

Normalerweise hätte der SV Werder Bremen nach der vergangenen Saison kein Erstligist mehr sein dürfen. Zu viele Faktoren deuteten auf einen Abstieg hin. Vor der Saison konnte Topspieler Max Kruse nicht ersetzt werden. Große Verletzungssorgen kamen im Saisonverlauf hinzu, die Mannschaft wirkte nach mehreren Sieglos-Serien desillusioniert, potenzielle Leistungsträger kamen kaum einmal an ihr eigentliches Niveau heran. Letztendlich rettete sich die Mannschaft von Florian Kohfeldt – dank großer Mithilfe des 1. FC Köln – glücklich über die Relegation. Nun stellt sich die Frage an der Weser, ob dieses Jahr nur ein Ausrutscher war oder das Team wirklich nicht so stark ist. Dass Werder über reichlich Qualität im Kader verfügen sollte, ist angesichts von Spielern wie Milot Rashica (24), Davy Klassen (27) oder Maximilian Eggestein (23) unbestritten. Den Kader für die nächste Saison zu verstärken, könnte sich allerdings als schwierig erweisen. So griffen bereits die vereinbarten Kaufpflichten bei den beiden Leihspielern Leonardo Bittencourt (7 Mio) und Ömer Toprak (5 Mio). Dem gegenüber steht seit längere Zeit ein Verkauf von Flügelstürmer Rashica (kolportierte Ablöse bei 15-25 Mio) im Raum. Eines ist klar: Werder muss in der neuen Saison zeigen, dass sie zurecht in der Bundesliga spielen.

Bis zum Saisonauftakt wird noch einige Zeit vergehen. Das Transferfenster bleibt in diesem Jahr bis Anfang Oktober geöffnet. Eins ist sicher: Es wird spannend im Tabellenkeller. Wie schon die vergangenen Spielzeiten gezeigt haben, ist der Großteil der unteren Tabellenhälfte direkt oder indirekt in den Abstiegskampf involviert.

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