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Kölns Transfer-Nachteil: Wertverfall, teure Verträge und die Cordoba-Falle

Dem 1. FC Köln sind die Hände gebunden: Alexander Wehrle und Horst Heldt haben bestätigt, dass die Geißböcke erst in der Lage sein werden auf dem Transfermarkt zuzuschlagen, wenn der Kader deutlich verkleinert wurde. Zwar könnte es noch in dieser Woche zu weiteren Abgängen kommen. Doch der Weg bis zu Verstärkungen für die kommende Saison ist weit – und das Transferfenster weit offen.

Köln – Der 1. FC Köln ist im Nachteil. Weil das Transferfenster in diesem Sommer aufgrund der Corona-Krise bis in den Oktober hinein verlängert wurde, droht den Geißböcken eine monatelange Hängepartie auf dem Spielermarkt. Bis zum 5. Oktober können die Deals unter Dach und Fach gebracht werden, also noch geschlagene zwölf Wochen. Zwar beginnt die nächste Bundesliga-Saison erst in zwei Monaten, weshalb der Zeitdruck den FC-Kader zusammenzustellen nicht immens ist. Doch das Warten kostet Geld.

Aktuell liegen dem 1. FC Köln insgesamt 30 Profis auf der Tasche, von denen nur 20 bis 22 Spieler gehalten werden sollen. Acht bis zehn Spieler sollen den Klub noch verlassen. Dazu kommen die beiden Leihspieler Frederik Sörensen und Tomas Ostrak, die jeweils bis Mitte August noch in Bern und Hartberg unter Vertrag stehen. Die Konditionen dieser 30 Verträge liegen problematischerweise weit über dem, was der FC eigentlich in der Lage ist in der aktuell angespannten Situation zu zahlen. Viele Gehälter stammen noch aus der Europa-Zeit, dazu zeigte sich Ex-Manager Armin Veh nicht gerade zimperlich, wenn es um das Verteilen des Lizenzspieleretats ging. Und so tut jedes Monatsgehalt weh, das die Geißböcke für ihren übergroßen Kader zahlen müssen. Doch die Kölner haben noch ein weiteres Problem: Sie sitzen in Transferfragen nur auf dem Beifahrersitz.

Tribünenplätze werden vom FC sehr gut bezahlt

Zwar erklärte Finanz-Boss Alexander Wehrle dem GEISSBLOG.KOELN: „Horst Heldt und Markus Gisdol haben mit den betroffenen Spielern schon klare Gespräche geführt. Jeder Spieler hat Klarheit.“ Man werde alles tun, für jene Spieler, die keine Zukunft beim FC mehr haben, „individuell Lösungen zu finden“. Doch Wehrle musste auch eingestehen: „Die Spieler haben bei uns Arbeitsverträge und die werden wir einhalten.“ Und das ist das große Problem: So mancher FC-Spieler hatte auch in der Vergangenheit schon keinen Grund, sich mit seinem Berater ein Bein auszureißen, um einen neuen Klub zu finden. Denn der Tribünenplatz beim FC wird vielen Spielern vom Geißbockheim derart fürstlich bezahlt, dass ein Abgang die Profis deutlich schlechter stellen würde. Spieler wie Lasse Sobiech, Louis Schaub oder Vincent Koziello – selbst Joao Queiros – mögen zwar keine Zukunft mehr beim FC haben. Doch sie kassieren derart gute Erstliga-Gehälter, dass sie praktisch keinen neuen Verein finden werden, der ihnen annähernd das Kölner Gehalt bieten wird, zumal in Corona-Zeiten kaum ein Klub bereit ist sich finanziell weit für Neuzugänge aus dem Fenster zu lehnen.

Der Transfermarkt in diesem Sommer ist noch mehr von einem drastischen Wertverfall jener Spieler geprägt, die bei ihren Klubs auf dem Abstellgleis stehen. Jeder Marktteilnehmer weiß zudem, dass der FC sich diese Spieler eigentlich nicht mehr leisten kann. Und so werden sich die Geißböcke an den meisten Abgängen sogar noch einmal finanziell beteiligen müssen, um die Spieler überhaupt von der Payroll zu bekommen.

Ein Cordoba-Ultimatum würde dessen Marktwert zerstören

Horst Heldt meinte auch jüngst wieder, der FC sei auf dem Transfermarkt in diesem Sommer nicht die treibende Kraft, sondern müsse abwarten. Wie schon im Winter, als man kaum finanzielle Mittel zur Verfügung hatte und erst einmal jene Player im Markt aktiv werden mussten, die über ausreichend Geld verfügen konnten. Erst diese setzten eine Dynamik in Gang, die den FC letztlich ebenfalls ins Spiel brachte. Darauf gilt es aus Kölner Sicht nun erneut zu warten – doch bei dem noch sehr lange geöffneten Transferfenster wird es wohl einige Zeit dauern, ehe die Geißböcke ihren Kader durch Ausleihen und Verkäufe soweit verschlankt haben, um selbst für Zugänge sorgen zu können.

Das beste Beispiel ist Jhon Cordoba: Dessen Berater Christian Wein spielt auf Zeit, denn er weiß um den Wert seines Stürmers und die Begehrlichkeiten im Markt. Will Wein seinen Spieler verkaufen, wird er einen Käufer finden. Das gilt als sicher. Ob das Wolfsburger und Berliner Interesse real ist, spielt dabei zunächst einmal keine Rolle. Denn die Entscheidung wird sowieso nicht in den nächsten Tagen fallen. Aktuell testen die Berater allerorten nur das Wasser. Die Zukunft des Kolumbianers könnte sich womöglich erst im September entscheiden. Ein für die Geißböcke extrem später Zeitpunkt, stehen und fallen doch mit einem Verbleib oder einem Abschied des besten FC-Stürmers die Kölner Aktivitäten auf dem Transfermarkt. Nur was können die Geißböcke tun? Sie wollen Cordoba halten. Ein Ultimatum im Vertragspoker würde einen Abschied jedoch nur noch wahrscheinlicher machen – und den Stürmer billiger. Das können sich die Geißböcke nicht leisten. Und somit müssen Heldt und Co. in den kommenden zwölf Wochen noch sehr viel Geduld aufbringen müssen, damit der FC nicht zum Spielball der Transferkräfte wird.

50 Kommentare
  1. maradonna says:

    „Spieler wie(..)Louis Schaub oder Vincent Koziello – (..) mögen zwar keine Zukunft mehr beim FC haben. Doch sie kassieren derart gute Erstliga-Gehälter, dass sie praktisch keinen neuen Verein finden werden, der ihnen annähernd das Kölner Gehalt bieten wird“
    Das soll an die gerichtet sein die hier im Forum immer noch behaupten, dass man den Marktwert von diesen beiden Spielern nicht überschätzt hat

    • Dirk Beyer says:

      Ich würde Schaub und Konziello einfach noch mal ne Chance geben weil die Wahrscheinlichkeit eher hoch ist das uns die beiden eh keiner abkauft. Das gleiche denke ich bei Mere.Aber da der Fc sich ja fast einig ist mit dem Hobbyfussballer Leistner hat sich das Thema wohl erledigt.Also ganz ehrlich wenn nicht noch irgendwas Grosses passiert wird der Fc leider absteigen. Wenn ich sehe wie andere Mannschaft fleißig aufrüsten und wir einfach nur doof zuschauen wird mir Angst und Bange…..

      • FC Neukoelln says:

        Geduld. Und selbst wenn wir keinen einzigen mehr verpflichten können werden – der Horst wird für den Fall vorgesorgt haben und (wie im Winter bereits) 2-3 Leute leihen, die dem Kader direkt weiterhelfen werden. Da bin ich guter Dinge.

  2. ChongTesafilm says:

    Überraschend ist dieser Werdegang ja nun nicht wirklich. Schon vor mehreren Monaten war abzusehen, dass wir genau an diesen Punkt kommen werden. Man hat schlichtweg zu vielen Spielern diese Mega-Verträge angeboten. Da frage ich mich eh schon länger: Haben auch nur 30% der Spieler -leistungstechnisch – ihren Verträgen gerecht werden können? Und hätten ein Schaub und vor allem ein Koziello nicht auch mit 10-20% weniger Gehalt bei uns unterschrieben? Wie viel ist denn eine 1. Bundesliga als Argument noch wert? Ich glaube nicht dass ein Vincent Kozielle solch harten Konditionen gestellt hat…

    COME ON HILDEGARD KNEF!!!!!!!!!

    COME ON TOMáš Ujfaluši!!!!!!!!!!!!!

  3. FC-Serge says:

    Überschätzt oder nicht… diese Spieler hatten auch schon mal einen höheren Marktwert!!!
    Es ist typisch für den FC Marktwerte zu zerstören bei verpflichteten Spielern! (Eigene Jugendspieler daher ausgenommen)
    Was mich direkt zum nächsten Punkt führt… mache mir große Sorgen was diese Transferperiode angeht!!!
    Seid 20 Jahren haben wir kaum mal einen Transferperiode mit mehr Glücksgriffen als Nieten abgeschlossen, einzig HH macht mir Hoffnung mit dem Winter 2019. Und obendrein hat er es wahrlich nicht leicht. Come in FC

    • maradonna says:

      Wie kommst du darauf? Indem du bei transfermarkt.de nachguckst? Was sind das für Aussagen? Der Fc zerstört Marktwerte, wieder so eine Stammtisch Aussage. Nein, wie kannst du denn Marktwerte zerstören? Höchstens indem du den Spieler unter Wert verkaufst, aber bitte, Schaub hat in Österreich gespielt, mit 24 Jahren noch, da 3,5 Millionen € hinzublättern war zuviel. Koziello hat in Frankreich nichts gezeigt was eine Verpflichtung rechtfertigt hätte. Beide werden nie auf Bundesliga niveau spielen, da sind 3 bzw, 3,5 Millionen viel zu teuer. Das waren ja auch niht die einzigen Fehleinkäufe von Veh.

      • Jose Mourinho says:

        Und das mit Koziello weißt Du, weil Du seit Jahren französische Liga schaust? Schaub z.B. hat hier ja auch durchaus gute Spiele gemacht und Koziello für meinen Geschmack nie eine echte Chance auf einer passenden Position bekommen. Sowohl für Schaub als auch für Koziello brauchst Du ein anderes Spielsystem und andere Anforderungen als sie der momentane Trainer aufstellt. Eigentlich sollte sich ein Club überlegen, was seine langfristige Ausrichtung sein soll und dies muss man dann von der Jugend bis zu den Profis durchziehen und auch dann weiterbetreiben, wenn der Cheftrainer wechselt. Dann kannst Du auch paasende Spieler holen. Veh hatte einfach keinen Plan und das wird sich noch lange rächen.

  4. Sascha Evers says:

    Ist doch jedes Jahr das gleiche. Veh schimpfte auf schmadtke und Co., HH jetzt auf Veh. Jeder lässt seine Leichen im Keller des anderen. Ist in jedem Job so und jeder muss dann wieder schauen, was man machen kann und wie es weitergeht. Für mich auch kein Unterschied zur halben Liga aus der BL. Die haben doch alle die gleichen Probleme. Mainz, Bremen, etc. Ich glaube auch nicht an das Märchen, das ein abgeschriebener Spieler nur Verträge aussitzt und bleibt, weil er woanders weniger Geld verdient. Ein Spieler will spielen. Ausser wenn man Ersatztorhüter bei FC Bayern ist. Ein Berater verdient Geld an den Wechseln. Also haben auch die ein Interesse an möglichen Wechseln. Alles halb so wild. Wenn Cordoba geht holen wir halt einen wie Voglsammer. Will sagen: gibt immer wo gute Talente aus der 2. Reihe denen man ne Chance geben sollte genau wie der eigenen Jugend. Alles halb si wild, wir sind jedes Jahr nur auf dem Beifahrersitz und das seit 20 Jahren.

    • Heinz says:

      Beifahrersitz ? Wir sitzen beim Ford – Transit auf der Rückbank. Mich wundert immer das es doch einige hier gibt die genau wissen wie einzelne Verträge aussehen. Dann noch so aussagen wie : In Österreich und Frankreich wird schlechterer Fußball gespielt als in der 1. Bundesliga und deswegen waren die AblöseSummen zu hoch ? Sollten mal froh sein das man noch Spieler bekommt für 3-4 Millionen € . In Deutschland kostet ein 17 Jähriger jetzt schon 17 Millionen € nach 3 Spielen in der BL .Wie Schaub nach Deutschland kam haben doch die meisten hier geschrieben das dieses genau der Spieler ist den der FC braucht.
      Jeder Trainer hat seine Lieblinge und Speichellecker . Für den einen Spieler passt es dann und der/ die anderen stehen dann halt im Abseits.

        • Boom77 says:

          Genau…. 17 Mio. kostet ja schon ein 5-Tore-Stürmer bei uns. Was regt man sich da über 3,5 Mio. auf?

          Und wenn man 7,5 Mio. für einen J. Horn ausgibt, dann kann man auch die Hälfte für einen Schaub oder Koziello berappen. Erst recht, wenn man zuvor zudem 3 Mio. für einen Queiros bezahlt hat.

          Aber ganz klar… Koziello hat seine Ablöse nie gerechtfertigt. Schaub auch nur zum Tei. Versäumnisse anderer, seien sie noch so extrem, ändern an dieser Tatsache auch nichts.

          • CK says:

            Schaub und auch Koziello passen halt einfach nicht zur Spielweise von MG. Der will keine Spieler die den Ball auch über mehr als 5m passen können…

            Ich finde es nachwievor sehr schade das wir es nicht schaffen einen eigenen Stil zu entwickeln beim FC der über mehr als Zweikampfhärte und lang und weit hinaus gut ist.

            Das in der Vergangenheit viele Fehler gemacht wurden steht ja ausser Frage aber der größte Fehler ist in meinen Augen das man nach der Stöger Ära (lang und weit) mit Anfang einen Ballbesitz-, Positionsfußball spielen wollte und dann einen Gegenpressing Fußball (Beierlorzer) etablieren wollte und nun sind wir wieder beim lang und weit Fußball angelangt (Gisdol)…

            Und das ganze innerhalb von 2-3 Jahren mit genauso vielen „umbrüchen“ in der Mannschaft und Höger „the Flash TM“ ist immer noch da…

          • Boom77 says:

            Das mag man so sehen. Ich halte z. B. von Koziello ja auch mehr als andere hier im Forum. Aber das ist nur meine persönliche Meinung, die da erstmal nicht mehr wert ist als die Meinung derer, die nichts von ihm halten. Und auch ich muss einfach zugeben, dass Koziello es ja nicht nur unter Gisdol nicht geschafft hat, sich zu etablieren. Er hat sich unter Ruthenbeck nicht durchgesetzt, unter Anfang nicht, und unter Beierlorzer auch nicht. Es spricht also mehr dafür, dass ich mit meiner Meinung über Koziello falsch liege.

  5. Holger says:

    Das positive dieser Situation ist, dass uns durch die klamme Kasse ein überteuerter Uth erspart bleibt!
    Er wäre der nächste mit Rentenvertrag und viel zu viel Gehalt.
    Nun sind wir gezwungen auf die eigene Jugend zu setzen und das hat auch Vorteile.
    Ja, die Rentenverträge bringen uns in arge Existenznöte.
    Trotzdem gilt es kühlen Kopf zu bewahren denn es geht anderen weitaus schlechter.
    Siehe Schlacke 04….noch überzogene Gehälter und wer will schon eines der Mentalitätsmonster von Schlacke kaufen???

  6. Ankerdensin says:

    Alle, die heute vorbehaltlos auf die Jugend setzen wollen, sind Die, die morgen über schlechte Leistung und Abstiegskampf schimpfen.
    Jugend ist gut und schafft im Idealfall Werte. Im nicht idealen Fall sorgt sie für einen Absturz. Daher auch hier und wie immer ist Augenmaß gefragt. Talente an die Seite von Erfahrenen, die gewillt sind zu führen und anzuleiten. Mentoren. Und Geduld auf den (hoffentlich bald wieder) gefüllten Rängen. Dann kann es etwas werden, dazu benötigt es aber auf der „jungen“ und „alten“ Seite einen entsprechenden Willen, diesen Weg so zu gestalten. Die Talente müssen lernen wollen (und sich längerfristig binden um zu lernen), und die gestandenen Spieler müssen willig sein anzuleiten und zurück zu treten, wenn sinnig.
    Und die Bereitschaft auf beiden Seiten, eine klare Kommunikation dieses Weges durch GF und Vorstand, gepaart mit der Annahme des Konzepts durch die Anhänger, könnte ein Weg nach vorne bedeuten.
    Und ja, dass beinhaltet die Bereitschaft spielen zu wollen. Immer. Jung und Alt.
    Und miteinander.
    Und ein solcher Weg, erspart uns dann Selbstdarsteller wie AV.

    • Gerd1948 says:

      Gut beschrieben wie immer Ankerdensin. Die gesunde Muschung erst bringt den nachhaltigen Erfolg. Auch für diese Mischung braucht es Mut und Weitsicht, deswegen ust es unabdingbar, dass wenn man auf Gisdol setzt, seinen Vertrag auch langfristig aufzusetzen. Muss ja nicht vorm Winter sein, aber würde vllt helfen.
      Die Ablösen für Schaub und manchen anderen waren gerechtfertigt, ohne wenn und aber, aber auf der anderen Seite waren welche das eben auch nicht. Das Problem ist und war die Vielzahl der Spieler. Man kann auch 3 Mios für nen Queiros investieren, muss dann aber auch sehen, dass man ihn braucht.Gerade auf IV haben wir jetzt den Salat. Auch wenn man Euroleague spielt braucht man nicht über 30 Leute. Die 2.Reihe darf nicht abfallen, das ist die Kunst.

      COME ON LOTTI KREKEL !!!!!
      und einen Gruss an die gesamte Crew

  7. wiwakoe says:

    Ich denke grundsätzlich sollten Spielergehälter mit Leistungen verbunden sein.
    Ein niedriges Grundgehalt und höhere Prämien sowie Tabellenlatz müssen sich lohnen. Dazu :im Einkauf liegt der Gewinn. Meiner Meinung nach müssen mit jungen Talenten längere Verträge abgeschlossen werden, um Werte zu generieren. Wir sind keine Werkself daher müssen wir mit der Jugend auch Geld verdienen. Wir machen doch eine super Jugendarbeit. Aber HH & MG werden es richtig machen ich habe jedenfalls Vertrauen.

  8. kalla lux says:

    Wen man sich diesen,sowie auch andere Artikel über die grösse und die Kosten des Kaders so durchliest,
    sollte man sich doch auch mal die Frage stellen. Ist es wirklich nötig das jeder Trainer, der hier antritt immer wieder neue Spieler brauch. Warum kann man nicht mit dem arbeiten was da ist?
    Sind alle Trainer wirklich so unflexibel ? Natürlich treffen immer wieder verschieden Spielphilosophien der Trainer aufeinander. Aber anscheinend ist keiner mehr in der Lage mit dem Material was vorhanden ist zu arbeiten. Das kann und wird nicht gut gehen . Warum testet MG nicht auf seiner 10 Position Spieler die da sind? Warum ändert er nicht sein System? Warum formt er sich nicht Spieler die da sind?
    Ganz einfach, weil er es nicht kann. er kann 1 System,das hat sich nach Corona gezeigt.
    Was wir brauchen ist ein Trainer der willig ist mit dem was da ist zu arbeiten.
    Und keiner Verkäufe,Leihen wo der Verein sich noch daran beteiligen muss!

    • FC Neukoelln says:

      Der Trainer, der zuletzt bereit war mit dem zu arbeiten, was er zur Verfügung hatte, und dies auch noch überaus erfolgreich und ohne dabei ständig in Wehleiden und Selbstmitleid zu verfallen war Peter Stöger. Leider war das für Fussballästheten oft magere Kost, es war sehr pragmatisch und knochentrocken ergebnisorientiert. Und genau DAS wird hier wieder regelmässig bemängelt. Da bekommt man nach langer, langer Zeit anstelle von Zwieback mal wieder ein Stück Kuchen vorgesetzt und bemängelt doch tatsächlich, dass die Sahne fehlt. Das ist immer wieder phänomenal, wie in diesem Verein Anspruch und Wirklichkeit auseinander klaffen.
      Und genau hierin liegt das Problem: alles was gut ist, ist dem verehrten FC-Fan nicht gut genug. Hier fehlt leider jegliche Bescheidenheit, die aber so dringend notwendig wäre, um mal in Ruhe und über längere Zeit etwas aufzubauen. Wir wären gut beraten, die Situation so wie sie ist anzuerkennen, uns den Mund abzuwischen und zu versuchen, den aufgeblähten Kader, die langen Verträge (ich kann das Wort mit dem R… langsam nicht mehr hören) mit Spielern, die mal so und mal so bewertet werden über die kommenden 2-3 Transferperioden in den Griff zu bekommen, und uns gemeinsam aus dem Schlamassel herauszuarbeiten, für das niemand anderer verantwortlich ist als ausschliesslich wir selber.
      Das magische Wort heisst Kontinuität. Also Bescheidenheit. Das eigene Ego mal hintan stellen lernen. Die Leute mal über einen längeren Zeitraum machen lassen – auch Fehler machen lassen, denn jeder, der Fahrrad fahren gelernt hat, hat dies nur getan, weil er sich ab und zu mal lang gelegt hat.
      Von solchen Lernen, die dies erfolgreich betrieben haben und über Jahre etwas aufgebaut haben, was weit über ihren Möglichkeiten gelegen hat und liegt. Das Werder Bremen der Nullerjahre war so ein Beispiel, oder das Freiburg von heute. Denn nur dann entwickelt man über die Zeit so etwas wie eine Handschrift, eine eigene Identität, einen Spielstil, der bereits in den Jugendmannschaften trainiert werden kann, so dass eine Durchlässigkeit zu den Profis wiederum umso leichter fällt. Dann hat man auch nicht mehr in dem Maße damit zu tun, ständig Spieler loswerden zu müssen, die zwar Geld gekostet haben, bei den ständigen Systemwechseln aber plötzlich nicht mehr gebraucht werden, wie CK richtig schreibt.
      Ob Gisdol dafür der richtige Trainer ist weiß ich offen gestanden nicht. Wir werden sehen. Horst Heldt aber traue ich das voll zu. Hoffentlich bekommt er die Zeit, die er braucht, um etwas aufzubauen.

      • Boom77 says:

        Ich habe nur eine Kritik an deinem Kommentar. Unabhängig von seinem (zugegeben nicht vorhandenen) Erfolg kann man Herrn Beierlorzer auch nicht absprechen, dass er nicht mit dem arbeiten wollte, was da war. Finde ich zumindest. Ich habe nie gehört, dass er andere Spieler gefordert hat. Ganz im Gegenteil fand er den Kader „top ausgestellt“.

        • FC Neukoelln says:

          Das stimmt – und offenbart leider gleich ein ganz anderes Problem: Beierlorzer war stets derart positiv, dass ich ihn darin ziemlich schnell nicht mehr glaubhaft fand. Und ich fürchte in Teilen die Mannschaft auch nicht mehr.
          Es kommt mir selber irgendwie ungerecht vor, jemanden dafür zu verurteilen, positiv verstärken zu wollen. Aber vielleicht hätte etwas wenigar Li-La-Launebär auch ausgereicht. Weil ich mich ansonsten nicht so recht ernst genommen fühle und allzu schnell den erlernt pädagogischen Ansatz hinter all seinen Äusserungen vermute. Da schwang schon auch eine gehörige Portion Unsicherheit mit, die er damit zu kaschieren versuchte. Warum das so war weiß ich nicht. In anderen Vereinen scheint das ja besser zu funktionieren.

          • Gerd1948 says:

            Beierlorzer war wie Anfang nur eine Marionette Vehs, leider. Von daher ists völlig okay, dass er so schnell was anderes gefunden hat, wo er ne echte Chance bekommt. Misserfolg macht unsicher, vllt hat er zu stark an etwas geglaubt, was er dann anders vorfand. Es stimmt, man muss versuchen eine Philosophie in den Verein zu bringen, ein wirklich “ spürbar anders“ und dem haben sich Trainer, die vllt nicht den gewünschten Erfolg bringen unterzuordnen. Ich traue es Gisdol zu, wenn der Kader klein genug ist, denn Mut hat er schon mindestens 2 mal bewiesen. 1. mit seinem Himmelfahrtskommando hier und 2. mit dem reinschmeissen einiger junger Spieler. Dieses „Jakobs hat bei mir einen Stammplatz“ ist wahnsinnig stark.

  9. Franz-Josef Pesch says:

    Man sollte das „Gejammere“ über Spielergehälter und fehlende Einnahmen langsam einstellen. Wenn sich der FC erlauben kann über einen Spielerkader von über 30 sehr gut bezahlten und teilweise überbezahlten Fussballern zu verfügen dann erübrigt sich dazu jeder Kommentar.
    Es wurden Spieler verpflichtet die absolut über kein Erst-Bundesliga-Niveau verfügen, aber mit stattlichen Gehältern ausgestattet wurden. Auch die Scouts des Vereins haben mit Sicherheit nicht zum erwarteten Erfolg beigetragen. Einige Spieler loszuwerden scheint wohl nicht so einfach wie geplant zu funktionieren. Aber warum soll sich beim FC etwas ändern, es wird bleiben wie immer und zum Schluss wird weiter „geknüngelt“ was das Zeug hält. Die kommende Saison wird wieder eine Zittersaison weil das „Proessionelle“ dem Verein absolut fehlt. Manche Amateurveteine sind in ihrer Struktur besser aufgestellt als der FC. Und was sagt das Präsidium dazu ?? wahrscheinlich wie immer nichts !

  10. Hennes48 says:

    Ohne den Kader zu bewerten ist allein die Tatsache, dass zwischen 32 und 35 Spieler einen gültigen z.T. langfristigen Vertrag beim FC haben schon eine deutliche Fehlleistung.
    Hierzu ist deutliche Kritik an allen für Vertragswerke beim FC verantwortliche Personen im Club zu richten und entsprechend nüchtern zu bewerten und zu verändern!!!
    Es ist sportlich und kaufmännisch wohl völlig sinnfrei, solch einen großen Kader anzulegen.
    Und wie zu Beginn gesagt…dabei ist noch kein Wort über die „Güte“ des Kaders gesagt… Aber auch das könnte man knapp zusammenfassen: Ach du meine „Güte“!!!

  11. Reiner Ziegler says:

    Weiss noch jemand, was Mere wert war, bevor Herr Gisdol auf Spieler wie Leistner gesetzt hat, der technisch max. Regionalformat hat? Kämpfen ist natürlich die Grundtugend, aber man muss auch ein paar Spieler haben, die das Spiel vernünftig aufbauen können.

  12. Paul Paul says:

    Das dieser Kader zu teuer, unmotiviert und überaltert ist, hat sich schon vor 2 Jahren angedeutet. Der unnötige Abstieg hat zu einer Panikreaktion geführt, die sich jetzt total negativ auswirkt. Und wer steht im Mittelpunkt dieser Krise: Alexander Wehrle! Er hat sich für diese Flitzpiepe aus Gladbach stark gemacht, er hat diese Verträge mitgestaltet, und er hat sich mit unterzeichnet. Der Mann hat vom Fußball keine Ahnung!

    Wehrle raus!
    Menger raus!

    • FC Neukoelln says:

      „Es gibt Situationen, in denen bekommst du einen Spieler nur, wenn du ihm drei Jahre gibst und nicht zwei. Das hängt auch von der Ablösesumme und dem Gehaltsvolumen ab, gerechnet auf die Vertragslaufzeit.“
      Alex Wehrle im GBK-Interview von vor ein paar Tagen.

      Wie hier schon des öfteren richtig gestellt wurde: Wehrle ist für die finanzielle Machbarkeit verantwortlich. Die Entscheidung, auf welchen Spielertyp man sich einigt liegt beim Geschäftsführer Sport sowie beim Trainer.
      Deine wiederholte Kritik an Wehrle schießt wiederholt übers Ziel hinaus.

  13. Ali Perez says:

    Der Kern des Übels ist, dass der Vereine keine Spielkultur hat, aus der man auch Vorgaben an die Trainer ableiten kann. Wir haben innerhalb kürzester Zeit zig Trainer mit unterschiedlichen Spielvorstellungen installiert, die fröhlich Spielermaterial aussortieren durften. Nachhaltiges wirtschaften sieht anders aus. Ich finde es gar nicht so schlecht, dass wir nicht sofort handlungsfähig sind und jetzt gucken müssen, wen wir denn wirklich nicht gebrauchen können bzw. wen wir verkauft oder verliehen bekommen. Ansonsten wären Uth und Leistner ohne Not schon verpflichtet worden.

  14. Frank Buschmann says:

    Es haben leider einige Spieler beim FC Ihren Stellenwert verloren oder sind aus der Mannschaft gemobbt worden. Sörensen, Mere, Verstrate, Koziello, Schaub, J.Horn, Özcan fallen mir spontan ein. Die wurden demoralisiert oder grundlos ausgebootet.
    Querios überteuert und hat nicht 1 Spiel gemacht in der Bundesliga. Hat 3,5 Millionen bummelig gekostet und 5 Jahre Vertrag bekommen 2017.
    J.Horn und Cordoba total überhöhte Ablösesummen.
    Dann holt man talentierte Torhüter, bei denen man feststellt, doch kein Talent.
    Es ist leider alles planlos.

    Zu den vertragen usw ist zu sagen. Wenn Du einem Spieler nicht den vertrag gibst ( Laufzeit/Gehalt und Nebengeräusche) dann unterschreibt er nicht.

    Und die Fantasien, man schmeißt 10 Spieler raus, sind Fantasien.
    Bestehende Verträge kannst Du nur auflösen im beiderseitigem Einvernehmen.
    Das setzt voraus, das Du dann Abfindungen zahlst.
    Dazu ist der FC nicht in der Lage denke ich, sondern kann sich glücklich schätzen, wenn die Zahlungen monatlich sind, statt auf einem Schlag.

  15. Gerd1948 says:

    Gute Kommentare hier heute, geht doch . Naja Paula Paula und maradonna üben noch, macht nix. Ich ergänze zu Kontinuität auch nur noch mal das Wort Demut, denn Leute, wir spielen weiter 1. Liga, das ist siehe andere Beispiele nicht so selbstverständlich. Hannover, Hamburg, Bochum,Kaiserslautern, Nürnberg und andere lassen grüßen.

  16. Norbert Neuheisel says:

    Cordoba ist im besten fußballerischen Alter. Daher kann es gut sein, dass er nach Höherem strebt, als ständig gegen den Abstieg zu spielen. Im Haifischbecken Profifußball rächt sich jetzt die prekäre Lage, in die sich der FC selbst gebracht hat. Das Glück muss man jetzt im Scouting und bei den Eigengewächsen suchen.

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