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U19 plant ohne Neuzugänge – Ruthenbeck warnt vor Konkurrenz

Die gute Nachwuchsarbeit des 1. FC Köln ist längst kein Geheimnis mehr. Mittlerweile haben auch andere Vereine die Wichtigkeit des eigenen Unterbaus erkannt und investieren viel Geld in die Nachwuchsförderung. Dabei sind viele Konkurrenten dem FC inzwischen bereits einen Schritt voraus. Umso wichtiger würde für die Geißböcke der Ausbau des Geißbockheims. 

Köln – Nach der U21 hat auch die U19 des 1. FC Köln in der vergangenen Woche wieder das Mannschaftstraining aufgenommen. Nach dem starken Jahrgang, der in der vergangenen Saison die Staffel-Meisterschaft im Westen gewinnen konnte und ohne den Corona-bedingten Saisonabbruch beste Chancen auf die Deutsche Meisterschaft gehabt hätte, bilden nun die 2002er und 2003er-Spieler die aktuelle U19. Doch obwohl die Mannschaft durch die zwei Jahre in Folge erfolgreiche U17-Mannschaft verstärkt wird, muss Trainer Stefan Ruthenbeck auch zahlreiche Leistungsträger zur neuen Spielzeit abgeben. So fehlten in der Rückrunde bereits mit Jan Thielmann und Sebastian Müller (wechselte nach Bielefeld) zwei Torgaranten im Angriff. Zudem rücken nun Tim Lemperle, Robert Voloder, Sava Cestic, Mathias Olesen, Elias Oubella, Georg Strauch, Erkan Akalp und Jae-Hwang Hwang dauerhaft zu den Profis oder zur U21 auf.

FC muss im Rennen um die besten Nachwuchsspieler dran bleiben

Externe Verstärkung suchen wird sich das Team von Stefan Ruthenbeck aber nicht. „Wir haben 24 Feldspieler. Deshalb planen wir aktuell mit keinen weiteren Neuzugängen“, sagte Ruthenbeck dem GEISSBLOG.KOELN. „Wir haben eine junge, talentierte Mannschaft, die es jetzt gilt weiterzuentwickeln.“ Perspektivisch glaubt der ehemalige Profi-Trainer jedoch, dass der FC aufpassen muss nicht den Anschluss im Rennen um die besten Nachwuchsspieler zu verlieren. Denn blickt man aktuell in die Nachwuchsleistungszentren der Konkurrenz, vertraut nicht jeder Verein auf seinen eigenen Unterbau. So hat sich beispielsweise die U19 von Schalke 04 die Dienste von zwei Hoffenheimer und einem Frankfurter Nachwuchsspieler gesichert und zudem ein Torwart-Talent aus Everton verpflichtet. Im vergangenen Jahr mussten die Geißböcke selbst Can Bozdogan an die Knappenschmiede abgeben und dabei zusehen, wie das Kölner Eigengewächs auf Schalke sein Bundesliga-Debüt feierte. „Die Konkurrenz rüstet auf, weil sie sieht, dass wir hier in Köln in den letzten Jahren hervorragende Arbeit geleistet haben“, berichtete Ruthenbeck.

Drei Mannschaften auf einem Trainingsplatz

Dabei reicht es heutzutage längst nicht mehr aus, mit einem großen Namen um die Profis von Morgen zu werben. Wie wichtig der eigene Nachwuchs perspektivisch für die Vereine ist, haben inzwischen auch andere Klubs erkannt. So hat Bayer Leverkusen mittlerweile mit Thomas Eichin einen ehemaligen Profi-Sportchef als neuen Nachwuchs-Chef engagiert. Dabei dürfte klar sein, dass der ehemalige Sportdirektor von Werder Bremen und 1860 München den Job als Leiter der Nachwuchsabteilung in Leverkusen nicht zum Nulltarif ausüben wird. Auch Borussia Mönchengladbach investierte in den vergangenen Jahren rund dreieinhalb Millionen Euro in den neuen „Fohlenstall“, den Campus und das eigene Internat für Gladbachs Talente. Beim 1. FC Köln kämpft man hingegen immer noch für die Baugenehmigung eines größeren und zeitgemäßeren Trainingszentrums. „Wir müssen unbedingt was tun“, sagte Ruthenbeck und meinte damit den Ausbau des Geißbockheims. Ein neues Leistungszentrum oder neue Plätze wären zwar keine Garantie für nachhaltigen Erfolg in der Talentförderung. „Aber wenn irgendwann die Durchlässigkeit zu den Profis nicht mehr da ist, werden die Leute fragen, warum das so ist. Es ist immer die Summe vieler Teile“, erklärte der Trainer.

Aktuell droht der U19 auch in diesem Winter das Schicksal, sich einen einzigen Trainingsplatz mit drei (!) weiteren Mannschaften zur gleichen Zeit teilen zu müssen. Erst die Erweiterung um die neuen Plätze würde daran etwas ändern. Doch aufgrund der rechtlichen Hängepartie mit den bereits angekündigten Klagen zum Ausbau des Geißbockheims dürfte sich die Erweiterung des Trainingsgeländes noch weiter in die Länge ziehen. Beim 1. FC Köln ist man sich längst bewusst, mit den aktuell vorherrschenden Begebenheiten langfristig im Werben um die größten Nachwuchstalente nicht mehr konkurrenzfähig zu sein. Bis dahin werden die Geißböcke versuchen müssen, ihre eigenen Talente weiterzuentwickeln und ihnen einen Weg zu den Profis aufzuzeigen. Mit den Debüts von Noah Katterbach, Ismail Jakobs, Jan Thielmann und Tim Lemperle hat das zumindest in der vergangenen Saison bereits funktioniert.

7 Kommentare
  1. Huey L. says:

    „Aktuell droht der U19 auch in diesem Winter das Schicksal, sich einen einzigen Trainingsplatz mit drei (!) weiteren Mannschaften zur gleichen Zeit teilen zu müssen. Erst die Erweiterung um die neuen Plätze würde daran etwas ändern. Doch aufgrund der rechtlichen Hängepartie mit den bereits angekündigten Klagen zum Ausbau des Geißbockheims dürfte sich die Erweiterung des Trainingsgeländes noch weiter in die Länge ziehen. Beim 1. FC Köln ist man sich längst bewusst, mit den aktuell vorherrschenden Begebenheiten langfristig im Werben um die größten Nachwuchstalente nicht mehr konkurrenzfähig zu sein.“
    Ich verstehe nicht, warum man, wenn das alles angeblich so klar ist, so dogmatisch am Ausbau/ Gelände am Geißbockheim festhält. Es wird noch Jahre dauern, bis da -wenn überhaupt- der erste Spatenstich erfolgt. Wir müssen auf unsere gute Jugend- und Nachwuchsarbeit setzen, aber nur wegen dem Namen 1. FC Köln kommt (wie om Artikel zu Recht erwähnt) kein Jugendlicher mehr, vor allem, wenn er sich mit zig anderen Mannschaften einen Trainingsplatz teilen muss und anschließend mit ihnen zu den Duschkabinen darf, in denen angeblich noch das Shampoo von Hennes Weisweiler steht.
    Man sollte endlich mal aufhören, krampfhaft an Traditionen nur um der Tradition willen festzuhalten, wenn diese wirklich keinen Sinn macht. Das hat schon der legendäre Präsident Franz Kremer zu seiner Zeit treffend formuliert:
    „Tradition hat nur dann Sinn, wenn der Wille zu noch größeren Taten vorhanden ist“.
    Eine noch größere Tat wäre in diesem Fall der Bau eines modernen Trainingsgeländes an einem anderen/ geeigneteren Standort, um dem FC langfristig eine Perspektive zu geben .

  2. Ostfriesenhennes says:

    Es wird sich doch wohl iwo in und um Köln ne Fläche finden, wo umgehend gebaut werden kann!? Das hätte wohl woanders schon längst stehen können! Nun werden noch weitere Jahre ins Land ziehen, bis was passiert (Klagen und jetzt die fehlende Kohle)

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