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Mehr als nur ein Back-up: Gereifter Jannes Horn greift an


Jannes Horn ist zurück beim 1. FC Köln. Doch statt eines Leihrückkehrers zählt der Linksverteidiger in der Wahrnehmung eher zu den Neuzugängen am Geißbockheim. In seinen ersten Tagen zurück beim FC wirkt der 23-jährige um einiges gereifter und auch mit dem notwenigen Selbstvertrauen, den Kampf um die Startelfplätze anzunehmen. 

Köln – Mit viel Selbstvertrauen ist Jannes Horn in diesem Sommer zum 1. FC Köln zurückgekehrt. Das bescheinigte der Linksverteidiger nicht nur selbst, das sieht man auch auf dem Platz. Nach zwei schwierigen Jahren in der Domstadt wirkt der 23-jährige nach seiner Leih-Rückkehr aus Hannover gereift. Während Horn in seinen ersten beiden Spielzeiten teilweise halbherzig agierte, scheint sich der ehemalige Wolfsburger in der Zweiten Liga persönlich wie spielerisch weiterentwickelt zu haben. Mit enormer Schnelligkeit, scharfen Flanken und hoher Aggressivität gehörte Horn auch in den bisherigen Testspielen zu den auffälligsten Akteuren.

Als Horst Heldt angerufen hat, war ich sehr froh

Lange Zeit war dabei überhaupt nicht damit zu rechnen, dass Horn noch einmal zu den Geißböcken zurückkehren würde. Beim FC bescheinigte man dem Spieler vor einem Jahr keine Zukunft mehr. Zweitligist Hannover hätte Horn derweil gerne behalten. Und auch der Spieler schien sich zunächst ein weiteres Engagement bei den 96ern vorstellen zu können. „Ich habe mich in Hannover wohl gefühlt, keine Frage“, sagte der Linksverteidiger, der vor allem die Nähe zu seiner in Braunschweig lebenden Familie genossen hat. Nach Gesprächen mit Horst Heldt und Markus Gisdol war für Horn allerdings schnell klar, wieder zum FC zurückkehren zu wollen. „Die Chance wieder Bundesliga zu spielen, und dann auch noch in Köln, nutze ich viel lieber. Als Horst Heldt angerufen hat, war ich sehr froh.“ In Hannover absolvierte Horn in der abgelaufenen Saison 23 Spiele und gehörte insbesondere in der Rückrunde zum Stammpersonal. Vor allem unter dem neuen Trainer Kenan Kocak habe sich Horn dabei weiterentwickelt. „Das Jahr in Hannover hat mir sehr gut getan. Besonders Kenan Kocak, der über die Zweikampfhärte und die Aggressivität kommt, hat mir geholfen. Darin habe ich mich auch besonders verbessert. Die Zweite Liga hat mir gut getan, ich habe viele Spiele gemacht, besonders in der Rückrunde“, erklärte Horn, bei dem als einer der ersten Profi-Spieler in Deutschland die Infektion mit dem Coronavirus bekannt geworden war.

Ich kann auf mehreren Positionen spielen

Für den FC ist Horn mit seinem neu gewonnen Selbstbewusstsein ein wahrer Neuzugang, der sich in der kommenden Saison mit Noah Katterbach auf der Linksverteidigerposition duellieren soll. „Konkurrenzkampf ist ganz normal, das fördert einen“, nimmt es Horn gelassen. Zumal der Abwehrspieler vielseitig und flexibel einsetzbar ist: In einer Dreierkette kann der Linksfuß genauso den linken Part einnehmen wie auch aufgrund seiner Aggressivität und Schnelligkeit ins offensive Mittelfeld vorrücken. „Ich kann auf mehreren Positionen spielen, das weiß der Trainer auch“, ist sich Horn seiner Stärken bewusst. An Selbstvertrauen mangelt es dem sieben Millionen Euro Transfer von 2017 nach seiner erfolgreichen Leihe nach Hannover aktuell wahrlich nicht. „Es hat mir gut getan, dass Hannover mich einerseits gerne behalten hätte, andererseits aber Köln mich unbedingt wieder zurückholen wollte.“ Gleichzeitig wirkt der Spieler aber sowohl auf als auch neben dem Platz reflektiert und gereifter als noch vor gut einem Jahr, als er von Achim Beierlorzer und Armin Veh beim FC aussortiert wurde. Inzwischen haben sich die Vorzeichen jedoch verändert und sollte Horn sein Selbstvertrauen auch in Leistung auf dem Platz ummünzen können, dürfte sich der 23-jährige als echte Alternative für die Startelf erweisen.

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