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Probleme in der Offensive: Geldsegen, aber Verletzungssorgen


Der 1. FC Köln reist am Freitag zurück nach Köln. Das Trainingslager in Donaueschingen endete mit einer lockeren Einheit auf dem Rasen. Am Samstag wird sich gegen den VfL Wolfsburg zeigen, wie weit die Geißböcke schon sind. Doch klar scheint, dass die Offensive aktuell Anlass zur Sorge gibt. Auch, wenn jetzt Geld reinkommt das helfen dürfte.

Aus Donaueschingen berichten Sonja Eich und Marc L. Merten

Serhou Guirassy hat dem 1. FC Köln ein letztes Mal geholfen. Der Franzose hat am Donnerstag seinen Transfer von Amiens nach Rennes perfekt gemacht, angeblich für rund 15 Millionen Euro. Wie der GEISSBLOG.KOELN exklusiv berichtet hatte, wandern Teile dieser Ablöse in die Kassen der Geißböcke. Wie viel genau, ist nicht bekannt, es soll sich aber um eine siebenstellige Summe handeln. Geld, das dem FC helfen dürfte, vor allem in dem Mannschaftsteil, dem Guirassy einst beim FC angehört hat.

Denn zur Zeit ist bei aller guten Stimmung in der Mannschaft offensichtlich, dass eine Frage noch nicht ausreichend beantwortet ist: Wer soll in der nächsten Saison die Tore schießen? Im Sturmzentrum ist aktuell nur Jhon Cordoba fit. Wann Anthony Modeste zurückkehren wird, steht in den Sternen. Simon Terodde ist weg, Mark Uth kehrt wohl nicht zurück. Dazu wurden zwar die Außenbahnen personell ausgedünnt, doch noch nicht wieder neu bestückt. Aktuell ruhen die Hoffnungen in der Offensive neben den Bundesliga-erfahrenen, aber wenig torgefährlichen Dominick Drexler und Christian Clemens lediglich auf den Youngsters Ismail Jakobs, Jan Thielmann und Tim Lemperle. Eigentlich zählt auch noch Florian Kainz dazu. Doch nachdem dieser bereits am Mittwochmittag mit Knieproblemen aus dem Trainingslager abgereist war, kam am Freitagmittag der Schock: Kainz musste sich einer Knie-Operation unterziehen und fällt nun wochenlang aus.

Und so werden zwei Wochen vor dem DFB-Pokal und drei Wochen vor dem Bundesliga-Start die Fragen dringender, wer beim FC die Tore schießen soll. Sportchef Horst Heldt mahnt zur Ruhe, und tatsächlich ist der Transfermarkt derart schwierig, dass der FC womöglich gut daran tut, weiter abzuwarten und erst Ende September auf Schnäppchenjagd zu gehen. Schließlich sind andere Geschäfte als Schnäppchen wohl kaum drin. Andererseits werben die Geißböcke bereits offen um Streli Mamba und Robin Hack, zwei Offensivkräfte, für die die Geißböcke Ablösesummen zahlen müssten, da keine Leihgeschäfte in Frage kämen. Mamba (fünf Bundesliga-Tore 2019/20) und Hack (zehn Zweitliga-Tore 2019/20) sollen jene Bedenken gegenüber der Torgefährlichkeit der FC-Offensive auflösen. Allerdings zeigen sich Paderborn und Nürnberg als abgebende Vereine kaum verhandlungsbereit. Die Spieler mögen sich positioniert und erklärt haben, zum FC wechseln zu wollen. Doch in der jetzigen Transferphase ist sich jeder Klub selbst am nächsten – und sei es nur, um zu pokern.

Der Guirassy-Zuschuss könnte den Kölnern nun zwar helfen, zumindest den Mamba-Deal über die Ziellinie zu drücken. Doch da Kainz nun länger ausfallen wird, würde der potentielle Neuzugang lediglich die neu entstandene Lücke füllen. Trainer Markus Gisdol hatte jedenfalls schon am Donnerstag deutlich gemacht, wie schwer der Kainz-Ausfall den FC trifft. „Kainzi war richtig gut drauf. Jeder Spieler, der bei uns ein Kandidat für die erste Elf wäre und der ausfällt, ist für uns ein herber Verlust.“

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