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Sonderlob von Gisdol: Die Trainer-Gewinner der Vorbereitung


Es geht wieder los: Mit der ersten Runde im DFB-Pokal startet am Samstag für den 1. FC Köln die neue Saison. Fünf Wochen Vorbereitung liegen hinter den Geißböcken, und gegen sein Naturell hat Markus Gisdol am Donnerstag einige Spieler explizit hervorgehoben und betont, wer für ihn zu den Gewinnern der Vorbereitung zählt. Die klare Botschaft: Gisdol schaut derzeit nur auf die Spieler, die ihm zur Verfügung stehen, nicht auf potentielle Neuzugänge.

Köln – Als Markus Gisdol am Donnerstag zur Pressekonferenz vor dem Pokal-Spiel des FC gegen die VSG Altglienicke kam, machte der FC-Trainer direkt deutlich: „Die Spieler, die da sind, sind meine besten Spieler. Und mit ihnen arbeite ich gerne.“ Wer möglicherweise noch kommen könnte, wer aktuell verletzt nicht zur Verfügung steht, wen der FC gerne verpflichtet hätte, aber nicht gekommen ist – all die personellen Eventualitäten spielen in Gisdols Überlegungen aktuell keine Rolle. Der 51-jährige weiß, dass er aus dem aktuellen Kader das Maximum herausholen muss, komme, was wolle.

Daher betonte Gisdol auch ungewohnt offen, welche Spieler ihm in der Vorbereitung besonders imponiert hätten und wer sich besonders gut in Form befände. „Ein paar Beispiele“, begann Gisdol und zählte auf: „Timo Horn trainiert und spielt auf stabil hohem Niveau. Jannes Horn hat mich richtig positiv überrascht, wir sind sehr froh, dass wir ihn hier haben, vom ersten Training an. Rafael Czichos wächst immer mehr in seine Führungsrolle hinein, die wir ihm zusprechen und die er ausfüllen möchte. Jonas Hector war über alle Trainings gesehen unser bester Spieler, egal wann, ob im Training oder im Spiel. Ich sehe auch bei Jan Thielmann große Schritte nach vorne, wie er jetzt mit mehr Selbstvertrauen aufdreht, auf die Kette zugeht, Torabschlüsse sucht. Auch bei Elvis Rexhbecaj sehe ich ähnlich große Schritte, er hatte eine tolle Vorbereitung. Das stimmt mich sehr positiv.“

Dringend notwendig, weil wir da Nachholbedarf hatten

Für Gisdol waren dies große Worte, ein Trainer, der nur selten einzelne Spieler hervorhebt, sich nur selten in die Karten schauen lässt oder individuelles Lob verteilt. Doch die Auswahl der Spieler machte bereits deutlich, auf welchen Positionen es für den FC um alles gehen wird. Timo Horn, viel kritisiert, will es seinen Kritikern in der neuen Saison offenbar zeigen. Rafael Czichos kommt neben Sebastiaan Bornauw eine zentrale Rolle in der Defensive zu. Jonas Hector kam aus der Sommerpause zurück, in der er den Tod seines Bruder hatte verarbeiten müssen. Nun ist der FC-Kapitän offenbar wieder voll da und fraglos Teil des Herzstücks des FC-Spiels. Und Thielmann sowie Rexhbecaj? Sie werden wohl auf Rechtsaußen und auf der Zehn zunächst gefragt sein und ihre Chance bekommen, weil gerade auf diesen Positionen derzeit noch keine Neuen da sind.

Gisdol lobte seine Mannschaft für eine „sehr intensive Vorbereitung“ und ein „extrem hohes Pensum“, das die Spieler hätten absolvieren müssen. Gisdol machte deutlich, dass daran kein Weg vorbeigeführt hätte. „Das war dringend notwendig, weil wir analysiert hatten, dass wir da Nachholbedarf hatten.“ Diesen Nachholbedarf wähnt Gisdol aufgeholt und seine Mannschaft bereit für das Pokal-Spiel gegen Altglienicke, einen Gegner, der sich bereits im Liga-Rhythmus befindet und Aufstiegskandidat in Richtung Dritte Liga ist. „Das Spiel müssen wir extrem ernst nehmen“, mahnte Gisdol, der die VSG mehrfach hatte beobachten lassen, um am Samstag vor 300 Zuschauern im RheinEnergieStadion keine böse Überraschung zu erleben.

300 Zuschauer auf der Osttribüne

Die 300 Zuschauer werden im Übrigen größtenteils auf der Osttribüne Platz finden und für eine Mini-Atmosphäre rund um das erste Pflichtspiel mit Publikum seit Anfang März sorgen. Wann es über diese 300 Zuschauer hinaus gehen könnte, ist noch nicht offen. „Wenn wir irgendwann zumindest wieder 8500 Zuschauer wie in Leipzig reinlassen könnte, wäre uns sehr geholfen“, sagte Sportchef Horst Heldt. Doch beim FC weiß aktuell niemand, wann dies tatsächlich der Fall sein wird. Zunächst müssen sich alle Verantwortlichen und Fans mit der kleinstmöglichen Lösung zufrieden geben.

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