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Heldt schimpft auf die FIFA: „Bekommen keine Klarheit!“


Sebastiaan Bornauw hat eine große Chance erhalten. Der Belgier wurde erstmals in seiner Karriere für die A-Nationalmannschaft seines Landes berufen. In der nächsten Woche will der Innenverteidiger des 1. FC Köln deshalb zum Team von Trainer Roberto Martínez reisen. Doch es gibt ein Problem: Ganz Belgien ist inzwischen als Corona-Risikogebiet eingestuft. Der FC würde den 21-jährigen daher am liebsten in Köln halten, darf es jedoch nicht. Denn von der FIFA gibt es drei Tage vor dem Abstellungsbeginn noch immer keine Regelung für solche Fälle.

Köln – Bornauw würde nach Belgien reisen und von dort mit der Mannschaft zu zwei Spielen nach England und Island aufbrechen. Belgien und Island sind allerdings beide als Risikogebiete eingestuft worden, England ist zwar noch kein solches, hat seine Corona-Restriktionen jedoch kürzlich erheblich verschärft, da ein deutlicher Anstieg an Neuinfektionen zu verzeichnen war. Trotzdem sollen die Nationalspieler aller Länder ab Sonntag für zehn Tage durch die Welt reisen und Fußball spielen – einheitliche Regelungen dafür fehlen jedoch.

„Seit einigen Tagen frage ich Frank Aehlig, wann die FIFA uns informiert, wie wir mit den Reisewarnungen umgehen sollen“, sagte FC-Sportchef Horst Heldt am Donnerstag genervt. „Bis zum heutigen Tag hat sich die FIFA noch nicht geäußert. Ihre Vorgaben sind aber maßgeblich. In der Vergangenheit war es nicht nötig Spieler abzustellen, die in Risikogebiete reisen sollten. Gerade scheint aber niemand bei der FIFA im Büro zu sein, denn wir hören nichts. Das ist ärgerlich, denn wir haben damit verständliche Probleme. Es ist nicht in Ordnung, dass wir alleine gelassen werden. Da erwarte ich Hilfe und Klarheit, die bekommen wir aber nicht.“

Fall Limnios zeigt die Gefahr

Auch andere FC-Spieler sind betroffen, darunter Salih Özcan, der in die deutsche U21 berufen wurde und unter anderem in die Republik Moldau reisen soll, ebenso ein Risikogebiet. Dabei, betonte Heldt, gehe es dem FC nicht einmal nur darum, dass ein Spieler sich dort infizieren und somit zwischenzeitlich ausfallen könnte. In Özcans Fall hat dieser aus seiner vorherigen Infektion Antikörper und wäre damit wohl zumindest geschützt. Man schicke jedoch Menschen wissentlich in Länder, die aufgrund der Corona-Pandemie als Risikogebiete eingestuft seien, klagte Heldt. Das Beispiel Dimitris Limnios hatte gezeigt, dass sich Nationalspieler sehr wohl auf ihren Länderspiel-Reisen mit dem Virus infizieren können. Doch seit der letzten Länderspielpause hat die FIFA noch immer nicht reagiert.

Derby ohne Zuschauer?

Derweil muss der FC auch im Derby gegen Mönchengladbach wohl weiter auf Zuschauer verzichten. Die Inzidenzzahl der Stadt Köln liegt aktuell bei 36,4 und damit über dem Maximalwert von 35, der für Zuschauer im RheinEnergieStadion bindend ist. „NRW hat entschieden, dass Matchday minus eins der Wert ist, ob wir Zuschauer bekommen oder nicht“, sagte Sportchef Horst Heldt. Somit muss der FC noch bis Freitagmorgen warten, ehe die Entscheidung fällt. „Wir würden uns wahnsinnig freuen, wenn der Wert fallen würde und wenn wir Zuschauer willkommen heißen könnten. Wir sind vorbereitet.“ Auch Trainer Markus Gisdol wäre dankbar für die Unterstützung von den Rängen. „Ich würde lügen, wenn uns das nicht beschäftigen würde. Wir leben von der Unterstützung und der Verbundenheit unserer Fans. Wenn sie nicht da sein sollte, darf es aber kein Alibi sein. Dann müssen wir die Energie aus uns selbst holen und für die Menschen spielen, die nicht da sein können.“

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