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Neuer Gehaltsverzicht: Spieler finanzieren FC-Geschäftsstelle


Die Profis des 1. FC Köln haben nach mehreren Monaten wieder einem Gehaltsverzicht zugestimmt. Sportchef Horst Heldt bestätigte am Donnerstag, dass sich die Geschäftsführung der Geißböcke am Vortag mit der Mannschaft getroffen habe. Genaue Angaben wollte der 50-jährige zwar nicht machen, doch der Gehaltsverzicht soll zunächst bis zum Ende der Hinrunde im Januar 2021 gelten. Die Höhe der Ersparnis reicht aus, um die gesamte Geschäftsstelle fast ein ganzes Jahr zu finanzieren.

Köln – In den Monaten April bis Juni hatten die Profis des 1. FC Köln erstmals einem Gehaltsverzicht von angeblich 20 Prozent zugestimmt, um die finanziellen Verluste für den Klub durch die Geisterspiele in der vergangenen Saison teilweise abzufedern. Danach hatte es zunächst keine weiteren Gespräche des FC mit der Mannschaft gegeben. Horst Heldt und Alexander Wehrle hatten erklärt, man wolle bis zum Ende der Transferperiode am 5. Oktober abwarten.

So verdienten die FC-Spieler zuletzt wieder 100 Prozent ihrer Gehälter. Nun heißt es aber, man habe sich rückwirkend ab dem 1. Juli und bis zum Ende der Hinrunde im Januar auf einen zehnprozentigen Lohnverzicht geeinigt. Das berichtet der Express. Demnach sparen die Geißböcke für das halbe Jahr rund 2,5 Millionen Euro ein, zudem sollen die Neuzugänge bereits Verträge unterschrieben haben, in denen die Gehälter im ersten Jahr nach unten korrigiert worden seien. Unklar ist, ob die Vereinbarung einen vollen Verzicht umfasst oder lediglich eine Stundung und damit eine Rückzahlung der Summen zu einem späteren Zeitpunkt.

Die Spieler machen sich darüber Gedanken

„Wir haben uns unterhalten. Es war ein gutes Gespräch“, bestätigte Sportchef Heldt am Donnerstag das Treffen mit den Spielern, bestätige das Thema Gehaltsverzicht aber nur indirekt. „Wenn die Geschäftsführung mit der Mannschaft etwas bespricht, dann betrifft das natürlich die gesamte Mannschaft. Die Ergebnisse wollen wir nicht öffentlich kommunizieren.“ Es heißt, dass alle Spieler dem Gehaltsverzicht zugestimmt hätten, wobei manche Profis dies auch aufgrund ihrer Vertragskonstellation nur zähneknirschend getan hätten. Heldt betonte: „Ich erkenne nicht, dass sich jemand nicht mit der Situation beschäftigt. Sie machen sich darüber Gedanken.“

Sollte der Verzicht tatsächlich bei 10 Prozent liegen und rund 2,5 Millionen Euro einsparen, würden die Kölner Großverdiener damit die Gehälter der gesamten FC-Geschäftsstelle mit ihren rund 100 Mitarbeitern fast ein gesamtes Jahr finanzieren. Was nach einem großen Verzicht klingt, zeigt allerdings auch, welche laufenden Kosten die Kassen der Geißböcke tatsächlich belasten.

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