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Meré überzeugt: Verliert Czichos jetzt seinen Platz?


Erstmals in dieser Saison musste Sebastiaan Bornauw beim 1. FC Köln gegen Union Berlin auf der Bank Platz nehmen. Nach zuletzt schwachen Auftritten des Belgiers bekam Jorge Meré von Trainer Markus Gisdol seine Chance. Langfristig gehört der Shootingstar der letzten Saison jedoch zu den Säulen der FC-Mannschaft. Da Meré seine Sache gegen Berlin derweil gut machte und Rafael Czichos seinerseits immer wieder mit Problemen zu kämpfen hat, könnten Meré und Bornauw schon bald zusammen verteidigen. 

Köln – Es war die wohl größte Personalüberraschung, die Markus Gisdol am Sonntagabend gegen Union Berlin auf dem Platz bot. Sebastiaan Bornauw zählte bei den Geißböcken seit seinem Wechsel vor einem Jahr zu den absoluten Leistungsträgern auf dem Platz und wurde als junger Spieler nach nur einer Saison in der Vorbereitung bereits von seinen Teamkollegen in den Mannschaftsrat gewählt. Doch seit dem Sommer befindet sich der Belgier in einer Formkrise, verschuldete bereits zwei Elfmeter und kann aktuell nicht an die Leistungen aus dem vergangenen Jahr anknüpfen.

Wurde intensiv diskutiert

Deswegen gab Markus Gisdol dem Innenverteidiger am Sonntag eine Pause und brachte für ihn den bislang noch nicht berücksichtigen Jorge Meré neben Rafael Czichos. Auch wenn der Wechsel in der Abwehrreihe auf den ersten Blick überraschte, erklärte der Trainer seine Entscheidung vor der Partie am Sky-Mikrofon mit einer schlüssigen und im Fußball-Business völlig normalen Erklärung: „Leistungsprinzip“. Trotzdem weiß man auch beim FC um die Brisanz dieser Personalie, soll Bornauw bei den Kölnern doch zu einem Führungsspieler und absoluten Leader im Team werden, der dem Verein in der Zukunft im besten Fall ein vielfaches der acht Millionen Euro an Ablösesumme wieder einbringen kann. „Natürlich wurde das intensiv diskutiert“, erklärte auch Horst Heldt einen Tag nach der 1:2-Niederlage die Personalentscheidung und fand gleichzeitig lobende Worte für den eingesprungenen Meré: „Jorge hat nie nachgelassen. Er gehört zu den Spielern, die ein Spiel von hinten öffnen können. Davon hatten wir uns einiges versprochen. Er hat seine Sache gut gemacht.“

Während der Spanier also gegen Union eine ordentliche Partie ablieferte, hatte sein Nebenmann einmal mehr mit Problemen zu kämpfen. Mit den beiden Gegentreffern verschuldete Rafael Czichos in dieser Saison bereits das vierte Gegentor. Gegen die TSG 1899 Hoffenheim verursachte der 30-jährige mit einem ungestümen Einsatz gegen Christoph Baumgartner den Elfmeter zum 1:2. Gegen Gladbach verschätzte sich Czichos im Stellungsspiel gegen Jonas Hofmann und leitete so das 0:1 ein. Und gegen Union misslang der entscheidende Zweikampf gegen Torschützen Awoniyi völlig, ehe er mit einem Fehlpass auch die Szene zum Elfmeter in der 72. Minute einleitete. Während der FC im bisherigen Saisonverlauf einige Gegentore und vor allem Elfmeter noch der Marke „unglücklich“ titulieren kann, sind immer wiederkehrende Fehler eines Spielers irgendwann allerdings nicht mehr nur Pech, sondern auch eine Frage der Qualität.

Meré der spielstarke Konterpart zu Czichos

Am Geißbockheim will man nach der fünften Niederlage im achten Spiel und der inzwischen saisonübergreifend 18. Partie ohne Sieg Konsequenzen ziehen. Allerdings nicht auf der Trainerposition, wie es nach einer solchen Serie im Fußball-Business Usus wäre. Vielmehr dürfte es gegen den BVB am Samstag auf dem Platz Veränderungen geben, wie Heldt am Montag ankündigte. „Wir müssen uns die Leute suchen, die bereit sind konsequenter zu handeln. Das wird die Aufgabe der Woche sein. Danach müssen wir filtern.“ Schon in der sportlichen Krise vor einem Jahr scheute Markus Gisdol nicht davor, routinierte Spieler wie Marco Höger auf die Bank zu setzen oder Profis wie Louis Schaub gänzlich auszusortieren. Auch nun wird es also aller Voraussicht nach Wechsel in der Startformation geben. Wen genau es zum nächsten Spiel hin treffen wird, dürfte erst die laufende Trainingswoche entscheiden. Doch es ist nicht auszuschließen, dass Gisdol Rafael Czichos eine Pause gibt. Dass Sebastiaan Bornauw in die Mannschaft zurückkehren wird, gilt fast als sicher. Nach dessen zahlreichen Fehlern auch in der Nationalmannschaft dürfte Gisdol seinen Innenverteidiger gegen Union Berlin vor allem in Schutz genommen und ihm eine Verschnaufpause gegönnt haben. Möglich also, dass es gegen den BVB zu dem bislang nur selten in dieser Formation aufgelaufenen Innenverteidiger-Duo Bornauw/Meré kommt. Der Spanier gilt dabei als der spielstarke Konterpart zu Czichos und wäre damit auch der perfekte Nebenmann für den robusten Bornauw.

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